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Auction SOSAKU HANGA AND JAPANESE PRINTS - 1512 - ending in 5 days, 7 hours, 7 minutes and 42 seconds.

Toyotomi Hideyoshi - 1537-1598

One Hundred Aspects of the Moon #66 - Shizu Peak Moon

By Yoshitoshi Tsukioka (Taiso) 1839-1892

By Yoshitoshi Tsukioka (Taiso) 1839-1892

Toyotomi Hideyoshi war der zweite Einiger Japans nach einer Epoche von mehr als hundert Jahren des BAergerkrieges. Sein Aufstieg vom Sohn eines armen Bauern zum moechtigsten Mann Japans ist mehr als ungewoehnlich.

Toyotomi Hideyoshi - der Affendiener

Nach seinem Tode bauten seine japanischen Landsleute fuer ihn einen Schrein, befuerderten ihn posthum in den Rang einer Shinto Gottheit und gaben ihm den Titel Hokoku - Reichtum der Nation.

Fuer die Japaner ist Hideyoshi bis heute Gegenstand grosser Verehrung. Aber Saru Kuanja - der "Affendiener" - wie ihn einige seiner Landsleute wegen seines haesslichen Aussehens nannten, hatte mehrere Gesichter. Er war der Gute, der Boese und der Haessliche in einer Person.

Geboren in einer Stroh-Huette

Toyotomi Hideyoshi wurde als Sohn armer Bauern in einem Dorf der Provinz Owari geboren. Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater. Sein Stiefvater sandte ihn erst zum Dorf-Tempel und spaeter zum Dorf-Schmied damit er etwas rechtes lernen sollte.

Aber der Junge mit dem Spitznamen Saru Matsu - "Affen-Kiefer" war ein ausgesprochener Stoerenfried, der nach Abenteuern suchte. Er blieb nie laenger als einem Monat bei der gleichen Stelle. Dann rannte er einfach weg.

Hideyoshi fand schliesslich eine Anstellung bei Oda Nobunaga, damals ein unbedeutender Kriegsherr in dem vom BAergerkrieg zerrissenen Japan. Der kluge und mutige junge Bursche fiel Nobunaga bald angenehm auf und machte binnen kurzer Zeit eine militaerische Blitzkarriere bis zur Position eines Generals.

Alles fuer den Sieger

Hideyoshi gewann Schlacht nach Schlacht und eroberte eine Burg nach der anderen. Waehrend dieser Zeit haeufte er ein riesiges Vermoegen an. Fuer die Eroberung einer feindlichen Burg gab es ein simples Praemiensystem - der Sieger erhielt alles.

Um das Jahr 1580 war Hideyoshi zu einem fuehrenden General von Nobunaga aufgestiegen.

Aber nicht jeder konnte die oft beleidigenden Spaesse des Tyrannen Nobunaga vertragen. Im Jahr 1582 wandte sich Akechi Mitsuhide, ein weiterer Spitzen-General unter Nobunaga gegen seinen Herrn, besiegte ihn und zwang ihn Selbstmord zu begehen - das beruechtigte Seppuku Ritual.

Als Hideyoshi die Nachricht von der Ermordung seines Herrn erhielt, eilte er in 4 Tagen mit seiner Armee zur Burg Shoryuji zurueck und besiegte Akechi Mitsuhide in der Schlacht am Berg Tennozan.

Hideyoshi war jetzt der unbestrittene Herrscher Japans, obwohl er niemals die offizielle Stellung eines Shogun inne hatte. Er nahm den Titel Taiko an, was soviel wie Premierminister bedeutet.

Toyotomi Hideyoshi - eine ungewoehnliche Erscheinung

Nicht nur die Karriere, sondern die ganze Erscheinung von Hideyoshi waren ausserhalb jeglichen Standards. Er war zu kurz geraten, hatte duenne Beine, einen Kahlkopf und die eingesunkenen und zerfurchten Gesichtszuege des Filmstars Lee van Cleef - bekannt aus Spagetti Western wie "Fuer eine Handvoll Dollars mehr".

Nobunaga, der im Umgang mit seinen Untergebenen alles andere als feinfuehlig war, nannte ihn Saru - Affe.

Hideyoshi soll in seinen jungen Jahren dem Alkohol und den Frauen zugesprochen haben. Als er auf dem Hoehehpunkt seiner Macht war, gab er einen Teil seines grossen Reichtums fuer Kunstschuetze aus und versuchte sich den mehr kultivierten Aspekten des Lebens zu widmen. Er begann sogar zu dichten.

Waehrend der Herrschaft von Toyotomi Hideyoshi wurde die Teezeremonie in Japan populaer.

Aber das hielt Hideyoshi nicht davon ab, Sen no Rikyu, dem grossen Meister der japanischen Teezeremonie, im Jahr 1591 den Befehl zu erteilen, Seppuku - ritueller japanischer Selbstmord - zu begehen.

Hideyoshi - der Reformer

Hideyoshi war klug und seine Taktiken mit denen er seine Ziele zu erreichen versuchte, unterschieden sich von denen Nobunagas. Waehrend Nobunaga brutale Gewalt benutzte und nicht viel Zeit mit netten Worten verlor, versuchte Hideyoshi auch andere Methoden - Diplomatie und Bestechung.

Etliche feindliche Burgen eroberte er indem er die Wachen bestach die Tore zu Oeffnen. Oft reichte es, dass er seine Macht durch den Aufmarsch einer riesigen Armee zeigte. Aber wenn es notwendig war, zuegerte Hideyoshi auch nicht militaerische Gewalt anzuwenden.

Sobald Toyotomi Hideyoshi eine Provinz unterworfen hatte, fuehrte er Landvermessungen durch. Sie dienten dazu eine bessere Grundlage fuer die Erhebung von Steuern zu haben. Die Steuern wurden von den Bauern Japans bis ins 19. Jahrhundert in Form von Naturalien - vor allem Reis - bezahlt.

Die Errichtung der Samurai Klasse

Eine weitere fundamentale Reform krempelte das Militaersystem um. Bis dahin hatten die Samurai Krieger ihr eigenes Land, das sie selbst kultivierten. Und nur in Kriegszeiten, verliessen die Samurai ihr Land und Ihre Doerfer.

Hideyoshi fuehrte eine strikte Trennung von Bauern und Kriegern ein. Die Samurai mussten von jetzt an staendigig auf den Burgen leben. Um ihren Lebensunterhalt sicher zu stellen, erhielten sie je nach Rang eine bestimmte Menge an Reis Zuwendungen.

Den Bauern war der Besitz von Waffen verboten. Hideyoshi sandte seine Truppen aus um alle Waffen im Besitz der Landbevoelkerung zu beschlagnahmen. Das war vor allem eine praeventive Massname gegen moegliche Aufstaendige.

Das erbliche Klassen System

Ein Edikt aus dem Jahr 1591 etablierte ein starres Klassensystem zwischen Bauern, den Samurai und den Kaufleuten (und der uebrigen Stadtbevoelkerung). Unter dem neuen System wurde die Zugehoerigkeit zu einer Klasse erblich und es war unmoeglich, dass jemand von einer Klasse in die naechste aufstieg (oder abstieg).

Was fuer eine Ironie, dass ausgerechnet der Mann, der aus einer armen Bauernfamilie aufgestiegen war, ein derart rigides Klassensystem einfuehrte!

Dieses System wurde von den nachfolgenden Herrschern noch weiter verfeinert und ueberdauerte die Zeit bis 1868, als der letzte Shogun aus der Tokugawa Familie abdanken musste und die Meiji Epoche begann.

Nachdem Hideyoshi seine Herrschaft in ganz Japan bis circa 1590 gefestigt hatte, suchte er ausserhalb der japanischen Inseln nach neuen Abenteuern.

Im Jahr 1592 landeten 200,000 Samurai auf der koreanischen Halbinsel. Nach ersten raschen Erfolgen kam der Vormarsch in der Naehe von Pyongyang zum Erliegen. Die tapferen Koreaner organisierten einen erbitterten Widerstand und erhielten von der chinesischen Armee Verstoerkung.

Der Krieg auf der koreanischen Halbinsel und dem chinesischen Festland dauerte noch weitere 6 Jahre ohne dass eine der beiden Seiten einen entscheidenden Sieg erringen konnte.

Im Jahr 1598 starb Hideyoshi und seine Generaele gaben das militaerische Abenteuer in Korea auf. Die Japaner hatten unter den Koreaner schrecklich gewuetet. Hideyoshi selbst hatte Japan niemals verlassen und den Feldzug seinen Generaelen und den Daimyo, den Provinzfuersten, ueberlassen.

Die Spekulationen, warum Hideyoshi dieses militaerische Abenteuer begann, dauern unter den Historikern bis heute. Einige vertreten die Ansicht, dass er seine riesige Armee, die nichts als den Krieg gelernt hatte, mit etwas beschaeftigen musste. Der plausiblere Grund sind schieres Machtstreben und Groessenwahnsinn.

Der Tod von Hideyoshi

Saru Matsu, der "Affendiener", starb am 18. September des Jahres 1598. Mit ihm starb auch die Macht seiner Familie. Er hatte versucht, seine Position an seinen einzigen Sohn, Hideyori, zu vererben.

Aber sein alter Rivale, Tokugawa Ieyasu, erwies sich als stoerker und wurde der dritte und letzte Einiger Japans und der erste Shogun aus der Tokugawa Familie. Deren Herrschaft dauerte bis 1868 und wird die Edo Epoche genannt - nach der neuen Hauptstadt Edo im Osten Japans (jetzt bekannt als Tokio).

Literaturquellen

Dieter WanczuraAuthor: Dieter Wanczura

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