This article in English: Yumeiji Takehisa - Biography
Geboren im Dorf Honjo der Präfektur Okayama im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu, gelang es dem Multitalent Yumeji Takehisa eine überragende Beliebtheit in Japan zu erlangen.
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Er war als Maler, Illustrator und Druckgraphiker einer der Hauptvertreter der Taisho-Periode (1912-1926), machte sich aber auch einen Namen als Autor, Schriftsteller und Dichter. Tokio widmete Yumeiji Takehisa ein eigenes Museum, in dem seine Gemälde, Aquarelle und Druckgraphiken zu sehen sind.
Yumeji Takehisa ist in einem kleinen Dorf geboren, wo sein Vater Kikuzo Sake-Brauer war. Das Haus der Familie kann heute als Museum besichtigt werden. Schon als Kind zeichnete Takehisa leidenschaftlich gerne.
Während des Besuchs der Mittelschule in Kobe, die an die Universität Waseda angeschlossen war, entdeckte er die Faszination des Fremden, Exotischen. Schon damals begann er, für ein Magazin Kurzgeschichten sowie Gedichte zu schreiben und Illustrationen, häufig Kinderszenen, zu kreieren.
Als Takehisas Eltern entschieden, in den Süden der Insel Kyushu zu ziehen, beschloss der Jugendliche, sein Glück in Tokio zu suchen. Doch seine Eltern schickten ihn auf die private Schule von Waseda, wo er einen bunten Freundeskreis fand, zu dem auch der bedeutende Sozialist und Anarchist Shusui Kotoku (1871-1911) gehörte. Mit 19 begann Takehisa, sich mit der Porträtmalerei zu befassen.
Yumeiji Takehisa heiratete mit 23 Jahren Tamaki Kishi, Betreiberin eines Kunstbedarf-Ladens, von der er sich nach zwei Jahren scheiden ließ, doch immer wieder mit ihr zusammen fand. Sie war sein erstes Modell und wohl auch der Grund, sich dem Bijin-ga zuzuwenden.
Dieser den schönen Frauen gewidmeten Gattung der japanischen Kunst gehörten beinah alle Künstler des ukiyo-e, des Farbholzschnittes, an, der für den Künstler ein wichtiges Medium wurde. Modell standen Takehisa vor allem Frauen, in die er sich verliebte und die seine Lebensgefährtinnen wurden.
1916 avancierte Yumeji Takehisa zum Chefillustrator der Zeitschrift "Shin-Shojo" (Modisches Mädchen) und des in Japan ältesten Frauen-Magazins "Fujin no tomo" (Freund der Frau). Später kehrte er auch zu Kinderillustrationen für die Zeitschrift "Kodomo no kuni" (Kinderland) zurück, für die er schon als Jugendlicher gearbeitet hatte.
1923 vereitelte das große Kanto Erdbeben vorerst seinen weiteren Aufstieg. Takehisa musste von vorne beginnen. Er arbeitete hart und war 1931 für eine Ausstellungsreise in die USA bereit. Es wurde kein Erfolg und Takehisa versuchte sein Glück in Deutschland und Italien.
1933 erkrankte er und kehrte nach Japan zurück. Er sollte nur noch eine weitere Reise nach Taiwan unternehmen, bevor er 1934 im Fujimi Hiland Sanatorium starb und in Tokio seine letzte Ruhestätte fand.
In der Hanga-Bewegung aktiv, geriet Yumeiji Takehisa in den Einfluss des Modernismus, aus dem sich ein neuer Stil des "Taisho-Romantizismus" entwickelte.
Takehisa wurde vor allem im Farbholzschnitt dessen Hauptvertreter. Das dekorative Element dieser Kunstrichtung erfüllte er mit einer melancholischen, poetischen Atmosphäre, die sich mit der Anmut der schönen Frauen harmonisch verband.
Seine minimalistische, bisweilen naive Darstellungsweise machte Takehisa zum populärsten Künstler Japans seiner Zeit.
Nach seinen Reisen in die USA und nach Europa traten jedoch westliche Elemente immer deutlicher zutage. Der traditionelle japanische Stil wich zunehmend einer expressionistischen Abstraktion und Vereinfachung.
rp im Januar 2007
(überarbeitet von Dieter Wanczura im Dezember 2009)
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