This article in English: William Hogarth - Biography
William Hogarth war ein englischer Maler und Grafiker der mit schneidender Satire die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts kommentierte. Die Biographie von Hogarth ist genauso ungew�hnlich wie seine Grafiken.
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William Hogarth wurde als Sohn einer Ladensbesitzerin und eines Schulmeisters und zeitweiligen Verlegers geboren. Die Jugend von William war von den chronischen finanziellen N�ten seines Vaters �berschattet, der wegen seiner Schulden sogar zeitweise im Gef�ngnis sass. Diese erniedrigende Erfahrung pr�gte ihn f�r den Rest seines Lebens.
William Hogarth begann im Jahr 1714 eine Lehre als Silberschmied ohne sie je abzuschliessen. Dann versuchte er sein Gl�ck als freischaffender Kupferstecher. Die ersten Auftr�ge waren f�r Kartenspiele, Buchillustrationen und einzelne Grafiken. Im Jahr 1720 schrieb sich Hogarth bei der John Vanderbank Kunstakademie ein. Um das Jahr 1726 oder fr�her erhielt er Malunterricht von James Thornhill, dessen Tochter er sp�ter heiratete. Erste Anerkennung erwarb er sich mit Gem�lden f�r Theaterdekorationen.
William Hogarths erster finanzieller Erfolg kam mit A Harlot's Progress (der Fortschritt einer Hure) - eine Serie von Gem�lden, von denen er im Jahr 1732 Stahlstiche anfertigte. Nur die Grafiken �berlebten. Die Gem�lde wurden im Jahr 1755 bei einem Feuer zerst�rt.
A Harlot's Progress ist ein Satz von 6 Grafiken, die das gl�cklose Leben einer Prostituierten beschreiben. Dies war als Thema f�r Grafiken v�llig neu und man benutzte den Ausdruck moralische Geschichten, um dieses neue Genre zu titulieren.
Nach dem grossen Erfolg von A Harlot's Progress, ver�ffentlichte Hogarth A Rake's Progress - sozusagen das m�nnliche Pendant. In 8 Bl�ttern wird der Verfall eines vielversprechenden jungen Mannes zu einem Leben der Trunksucht und Unmoral geschildert.
Seine erfolgreichen Grafiken zogen viele Piratenkopierer an. William Hogarth k�mpfte leidenschaftlich f�r ein Copyright Gesetz. Im Jahre 1735 wurde endlich der Copyright Act vom Parlament verabschiedet - allgemein als Hogarth's Act bekannt.
Im Jahr 1743 brachte Hogarth die Gem�lde Serie Marriage � la Mode zu Ende. Sie wird als sein Meisterwerk angesehen. In Marriage � la Mode goss Hogarth seine Satire �ber die Torheiten der Oberklasse. Das Thema war diesmal die Geldheirat. Obgleich sich die Grafken von Marriage � la Mode gut verkauften, waren die Gem�lde kein Erfolg. Aus diesem Grund hatte William Hogarth von da ab nur noch die Grafiken aufgelegt und auf die Pendants als Gem�lde verzichtet.
Im Jahr 1747 folgte die Serie Industry and Idleness - Fleiss und Tr�gheit - eine moralische Geschichte von einem faulen und einem fleissigen Lehrling, dargestellt in 12 Stichen.
Im Jahr 1753 schrieb Hogarth sein Buch The Analysis of Beauty - eine Zusammenfassung seiner k�nstlerischen und �sthetischen Prinzipien.
William Hogarth war ein sehr kontroverser und eigenwilliger Charakter. Getrieben von einem Sinn f�r Gerechtigkeit lies er keine Gelegenheit aus, mit seinen Zeitgenossen einen Streit anzuzetteln. Sein meist gehasster Feind war der britische Politiker John Wilkes, �ber den er sich in einer seiner Grafiken lustig gemacht hatte. William Hogarth starb am 26. Oktober 1764.
William Hogarth war ein sehr produktiver K�nstler. Er hatte zu Lebzeiten �ber 200 Platten geschaffen. Seine Grafiken verkauften sich gut und deshalb kam oft schon die erste Auflage in einer H�he von mehreren tausend St�ck auf den Markt. Seine Drucke sind deshalb heute auf dem Sammlermarkt nicht allzu schwer zu finden.
William Hogarth Grafiken zu sammeln ist eine lohnenswerte Erfahrung. Seine Drucke erz�hlen tausend Geschichten und es gibt unendlich viel �ber die Sitten und Gebr�uche seiner Zeit zu entdecken.
Allerdings sind William Hogarth Grafiken f�r einen Neuling ein schwieriges Sammelfeld. Und die vielen Piratenkopien sind nicht der einzige Quell f�r Probleme. Nach dem Tod von Hogarth wurden neue Auflagen von seiner Witwe ver�ffentlicht. Und nach deren Tod gingen die Platten in den Besitz des Verlegers John Boydell und im Jahr 1818 wurden sie nochmals an ein anderes Verlagshaus verkauft. Hogarth Grafiken wurden bis ungef�hr 1870 immer wieder von den alten Platten gedruckt.
Und um alles noch ein wenig komplizierter zu machen, gibt es auch noch Grafiken, die nach Entw�rfen von William Hogarth gemacht wurden, wie zum Beispiel die von Thomas Cook.
Wie kann man feststellen, ob ein Hogarth Druck aus einer fr�hen oder sp�ten Auflage stammt ? Schwierig - sogar f�r einen Experten. Das Papier gibt einige Hinweise. Grafiken auf dickem Velin Papier sind mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem 19. Jahrhundert. Grunds�tzlich ist gegen eine sp�tere Ausgabe nichts einzuwenden - solange man nicht den Preis f�r eine fr�he Auflage zahlt.
Dieter Wanczura
(Mai 2001, �berarbeitet November 2009)
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