Zur Herstellung japanischer Holzschnitte unverzichtbar ist das in Handarbeit hergestellte japanische Papier, washi genannt. Seine Besonderheit liegt in der Verwendung langfaserigen Pflanzenbasts und einer speziellen, auf Japan beschr�nkten Sch�pftechnik, dem nagashi-zuki.
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Im Gegensatz zum westlichen Holzschnitt, bei dem eine Schicht �lfarbe auf die Oberfl�che des Papiers aufgedruckt wird, dringt beim Handdruck eines japanischen Holzschnitts die Wasserfarbe tief ins Papier ein. Das sehr strapazierf�hige und saugf�hige japanische Papier ist in der Lage, die Farbe gleichm��ig aufzunehmen und den teilweise wiederholten Druckg�ngen standzuhalten, ohne sich zu verformen.
Im Jahr 610 kam das Papier von China, wo es urspr�nglich entwickelt wurde, �ber Korea nach Japan. Es wurde in kurzer Zeit sehr beliebt. Schon im 8. Jahrhundert war die Papierherstellung weit entwickelt: die Papiere zum Druck des ersten Schriftwerks, der buddhistischen dharanis um 770, zeigen hohe Qualit�t und waren teilweise gef�rbt oder auf eine spezielle Weise gestaltet. Hergestellt wurden die Papiere aus Hanf und der Maulbeerbaumart k�zo, sp�ter kamen auch die Fasern der Pflanzen gampi und mitsumata dazu.
Zu dieser Zeit hatten nur Aristokraten Zugang zu Papier, die damit gerne buddhistische Sutren kopierten. Anfang des 9. Jahrhunderts entstand eine gro�e kaiserliche Papierm�hle in Kyoto, um den Bedarf zu stillen. Mit dem Verfall der kaiserlichen Macht ging es auch mit dieser Papierm�hle bergab, und das Wissen �ber die Papierherstellung verbreitete sich unter dem Volk. Es entstanden viele private Papierwerkst�tten, vor allem in Bergd�rfern, deren Bauern wenig gutes Land, aber viel klares Wasser zur Verf�gung stand, und die sich dadurch in der kalten Jahreszeit ein Nebeneinkommen sicherten.
In der Edo Periode (1603-1868) unterhielten die F�rsten eigene Papierm�hlen. Papier wurde auch als Tribut an den Shogun abgegeben. Die Papiermacher b�rgten mit ihrem Leben f�r die Qualit�t ihres Papiers.
Nach der �ffnung Japans orientierte sich das neue Regime des Meiji-Kaisers sehr an den westlichen L�ndern und f�hrte die maschinelle Papierproduktion ein. Die traditionelle Papierherstellung verlor an Bedeutung, und die Zahl der Papierwerkst�tten verringerte sich. Dennoch blieb dieses Handwerk bis heute erhalten, wenn auch die Herstellung etwas wirtschaftlicher gehandhabt wird und f�r manche Arbeitsschritte Maschinen oder Chemikalien eingesetzt werden. Handgemachtes Papier hat auch heute seinen festen Platz in der japanischen Kultur.
Zur Herstellung von Papier f�r den Holzschnitt eignet sich am besten die Faser des k�zo, da diese ein gleicherma�en weiches, saugf�higes und starkes Papier ergibt. Im Folgenden gehe ich ein auf den Gebrauch des wildwachsenden k�zo (Broussonentia Kajinoki).
Die Saison beginnt traditionell im November mit dem Ende der Reisernte und endete im April oder Mai, wenn der Reis gepflanzt wurde. Die �ste des k�zo werden im November geerntet. Sie werden dazu kurz �ber der Erde abgeschnitten, in gleiche L�ngen geschnitten und geb�ndelt.
Zur Papierherstellung wird nur die innere wei�e Rinde des Asts verwendet. Die Rinde muss daher vom h�lzernen Teil abgezogen werden. Um dies zu erleichtern, werden die Zweigb�ndel ein bis zwei Stunden in einem luftdichten Kasten �ber kochendem Wasser ged�nstet. Nach dem D�nsten sind die Rinden weich und lassen sich gut vom Astinneren abziehen. Daraufhin wird die �u�ere schwarze und die darunter liegende gr�ne Rinde mit einem Messer abgekratzt, so dass nur noch der innere wei�e Bast bleibt.
Dieser wird in einer stark alkalischen L�sung gekocht, um alle Bestandteile au�er der Faser wie St�rke, Fett, Pektin, Wachs und Gummi zu l�sen. Traditionell wurde dazu Pottasche, heute allerdings Sodaasche verwendet. Nach dem Kochen wird der Bast sorgf�ltig gesp�lt. Die Fasern lassen sich jetzt gut auseinanderziehen. Eventuell wird der Bast vor der weiteren Bearbeitung gebleicht, um einen wei�eren Papierton zu erzeugen. Nach dem Waschen werden s�mtliche sich an den Fasern noch befindliche Fehler oder Unreinheiten mit den Fingern in flie�endem Wasser entfernt - eine sehr anstrengende Arbeit, die vor allem von Frauen mittleren Alters �bernommen wurde. Danach werden die Faserst�cke auf einer harten Unterlage mit einer Stange oder einem Hammer aus Hartholz geschlagen. Auf diese Art werden die Fasern auseinandergezogen und behalten gleichzeitig ihre L�nge.
Zum Sch�pfen wird die Fasermasse in eine Wanne mit Wasser gegeben und so gemischt, dass sich die Fasern vollkommen gleichm��ig im Wasser verteilen. Essentiell ist dabei die Zugabe einer schleimigen Substanz, neri genannt, die aus den Wurzeln der japanischen Pflanze tororo-aoi (Hibiscus Manihot L.) gewonnen wird. Neri sorgt daf�r, dass die Fasern gleichm��ig im Wasser schweben und nicht absinken.
Es gibt in Japan zwei Arten des Papiersch�pfens. Die eine Methode, das tame-zuki, �hnelt der westlichen Methode. Der Sch�pfrahmen mit Sieb wird dabei in die Fasermasse in der Wanne getaucht und einige Male vertikal und horizontal bewegt, bis das Wasser abgelaufen und eine Schicht miteinander verschr�nkter Fasern im Sieb geblieben ist. Diese Papierschicht wird dann auf einen Stapel gepresst, wobei die einzelnen Papiere durch Stoff voneinander getrennt werden.
Die zweite Methode, die typisch f�r Japan ist und in der Welt keine Entsprechung hat, wird nagashi-zuki genannt. Gesch�pft wird in einem Sch�pfrahmen aus zwei Teilen, dem keta, in den der su, ein bewegliches Sieb aus Bambus, gelegt wird. Auch hier wird die Sch�pffl�ssigkeit l�ngere Zeit durch Bewegen des Rahmens vor und zur�ck und auch seitlich �ber den Sch�pfrahmen geschickt. Bevor allerdings das ganze Wasser durch das Sieb herabgelaufen ist, wird der Rest aus dem Rahmen geworfen, wobei gr��ere Faserteile oder Knoten mit herausgesch�ttet werden. Eventuell wird der Vorgang wiederholt, bis das Papier entsprechend dick ist. Nach dem Sch�pfen wird der Rahmen ge�ffnet und das innere Sieb herausgenommen. Es wird dann auf den vor der Wanne stehenden Stapel mit den schon gesch�pften Papieren herabgelassen und abgezogen, wobei das frisch gesch�pfte Papier auf dem Stapel bleibt.
Nach dem Sch�pfen wird der nasse Papierstapel vorsichtig gepresst, so dass die Papiere nur noch leicht feucht sind. Sie werden dann einzeln mit einem Pinsel auf Holzbretter aufgeb�rstet und in der Sonne getrocknet.
Eva Pietzcker
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