This article in English: Ukiyo-e
Ukiyo-e heißt wörtlich Bilder der fließenden Welt - uki (fließend) - yo (Welt) - e (Bild). Ukiyo-e ist der Begriff für eine Form von japanischen Farbholzschnitten, die zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert geschaffen wurden.
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Die ersten Ukiyo-e wurden in schwarz/weiß im 17. Jahrhundert hergestellt. Aber die Leuten wollten lieber farbige Bilder haben und man kam auf die Idee, die fertigen Holzschnitte mit einem Pinsel nachzukolorieren. Aber das war zu aufwendig und zu teuer. Okomura Masanobu und Suzuki Harunobu waren unter den ersten Künstlern, die mehrfarbige Ukiyo-e durch Verwendung von mehr als einem Block schufen - ein Block für jede Farbe.
Ukiyo-e war zu jener Zeit nicht als "Feine Kunst", sondern als Gebrauchgrafik verstanden. Die Hauptauftraggeber waren die Kabuki Theater.
Ukiyo-e kann in verschiedene Stilepochen unterschieden werden.

Edo ist die klassische Periode des Ukiyo-e und dauerte von 1603 bis zum offiziellen Ende im Jahr 1868. Japan wurde vom Clan der Tokugawa regiert und erlebte eine Periode des Friedens, aber auch der politischen Unterdrückung und der totalen Isolation nach außen. Neben dem Adel war eine neue Klasse von reichen Kaufleuten entstanden. Man wollte das Leben geniessen. Die Vergnügungsviertel und die Theater boomten. Dies war der ideale Nährboden für Ukiyo-e.
Die Meiji Periode begann mit dem Ende des Tokugawa Shogunats und der Wiedereinsetzung des Kaisers als tatsächlicher Herrscher. Japan war von heute auf morgen gezwungen worden, seine Grenzen zu öffnen. Das war wie ein Kulturschock. Die Ukiyo-e, die in dieser Zeit hergestellt wurden, spiegeln diese dramatischen Veränderungen wider.
Die natürlichen Pflanzenfarben, die man vorher benutzte, wurden durch chemische Anilinfarben ersetzt. Nach 1900 war die Kunst des Ukiyo-e vom Aussterben bedroht. Ukiyo-e war in seinem kommerziellen Einsatz von der Fotografie verdrängt worden.
Die Shin Hanga Bewegung hauchte Ukiyo-e neues Leben ein, indem sie es zu einem Kunstobjekt machte. Der Motor des Erfolges war Watanabe, ein Verleger, der eine Schar hungernder Künstler um sich sammelte. Er gab ihnen Aufträge für Ukiyo-e und exportierte diese Grafiken vorwiegend in die Vereinigten Staaten - mit Erfolg.
Shin Hanga vermischt traditionelle Ukiyo Themen mit westlichen Stilelementen, vor allem dem Gebrauch der Perspektive und dem Einsatz des Lichts. Shin Hanga war eine Renaissance von Ukiyo-e als Kunstform, aber nicht als Gebrauchskunst für die breite Bevölkerung wie zuvor.
Die Sosaku Hanga Bewegung folgte einem neuen Konzept dessen was ein Künstler sein sollte. Für das traditionelle Ukiyo-e war der Herstellvorgang strikt nach Entwurf, dem Schnitzen der Blöcke und dem Drucken getrennt. Jeder dieser Vorgänge wurde von einem Spezialisten ausgeführt, der dafür ein jahrelanges Training benötigte.
Die Sosaku Hanga Künstler waren der Ansicht, dass der
Künstler bei jedem dieser Schritte selbst tätig sein sollte.
Diese Vorstellung über das was ein
Künstler sein sollte, entsprach den westlichen Ideen.
Auch der Mal- und Zeichenstil der Sosaku Hanga
Künstler war westlich modern.
Die Sosaku Hanga Bewegung konnte in der Öffentlichkeit
niemals große Popularität erringen. Und während Shin Hanga
Grafiken bei Sammlern sehr populär sind, sind
Sosaku Hanga Ukiyo-e eine kleine Marktnische geblieben.
Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet August 2009)
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Saturday, February 11, 2012:
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