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Toyotomi Hideyoshi - 1537-1598

Toyotomi Hideyoshi I
von Yoshitora Utagawa 1840-1880
Japanische Kunst-Geschichte
Japanische Kunst-Geschichte
Toyotomi Hideyoshi
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This article in English: Toyotomi Hideyoshi

Toyotomi Hideyoshi war der zweite Einiger Japans nach einer Epoche von mehr als hundert Jahren des Bürgerkrieges. Sein Aufstieg vom Sohn eines armen Bauern zum mächtigsten Mann Japans ist mehr als ungewöhnlich.

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Toyotomi Hideyoshi - der Affendiener

Nach seinem Tode bauten seine japanischen Landsleute für ihn einen Schrein, beförderten ihn posthum in den Rang einer Shinto Gottheit und gaben ihm den Titel Hokoku - Reichtum der Nation. Für die Japaner ist Hideyoshi bis heute Gegenstand grosser Verehrung. Aber Saru Kuanja - der "Affendiener" - wie ihn einige seiner Landsleute wegen seines hässlichen Aussehens nannten, hatte mehrere Gesichter. Er war der Gute, der Böse und der Hässliche in einer Person.

Geboren in einer Stroh-Hütte

Toyotomi Hideyoshi wurde als Sohn armer Bauern in einem Dorf der Provinz Owari geboren. Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater. Sein Stiefvater sandte ihn erst zum Dorf-Tempel und später zum Dorf-Schmied damit er etwas rechtes lernen sollte. Aber der Junge mit dem Spitznamen Saru Matsu - "Affen-Kiefer" war ein ausgesprochener Störenfried, der nach Abenteuern suchte. Er blieb nie länger als einem Monat bei der gleichen Stelle. Dann rannte er einfach weg.

Hideyoshi fand schliesslich eine Anstellung bei Oda Nobunaga, damals ein unbedeutender Kriegsherr in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Japan. Der kluge und mutige junge Bursche fiel Nobunaga bald angenehm auf und machte binnen kurzer Zeit eine militärische Blitzkarriere bis zur Position eines Generals.

Alles für den Sieger

Toyotomi Hideyoshi II
von Kokunimasa Utagawa (Takeuchi) 1874-1944
Oda Nobunaga
Oda Nobunaga
Toyotomi Hideyoshi beim Begräbnis für Oda Nobunaga
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Hideyoshi gewann Schlacht nach Schlacht und eroberte eine Burg nach der anderen. Während dieser Zeit häufte er ein riesiges Vermögen an. Für die Eroberung einer feindlichen Burg gab es ein simples Prämiensystem - der Sieger erhielt alles.

Um das Jahr 1580 war Hideyoshi zu einem führenden General von Nobunaga aufgestiegen. Aber nicht jeder konnte die oft beleidigenden Spässe des Tyrannen Nobunaga vertragen. Im Jahr 1582 wandte sich Akechi Mitsuhide, ein weiterer Spitzen-General unter Nobunaga gegen seinen Herrn, besiegte ihn und zwang ihn Selbstmord zu begehen - das berüchtigte Seppuku Ritual.

Als Hideyoshi die Nachricht von der Ermordung seines Herrn erhielt, eilte er in 4 Tagen mit seiner Armee zur Burg Shoryuji zurück und besiegte Akechi Mitsuhide in der Schlacht am Berg Tennozan.

Hideyoshi war jetzt der unbestrittene Herrscher Japans, obwohl er niemals die offizielle Stellung eines Shogun inne hatte. Er nahm den Titel Taiko an, was soviel wie Premierminister bedeutet.

Toyotomi Hideyoshi - eine ungewöhnliche Erscheinung

Nicht nur die Karriere, sondern die ganze Erscheinung von Hideyoshi waren ausserhalb jeglichen Standards. Er war zu kurz geraten, hatte dünne Beine, einen Kahlkopf und die eingesunkenen und zerfurchten Gesichtszüge des Filmstars Lee van Cleef - bekannt aus Spagetti Western wie "Für eine Handvoll Dollars mehr". Nobunaga, der im Umgang mit seinen Untergebenen alles andere als feinfühlig war, nannte ihn Saru - Affe.

Hideyoshi soll in seinen jungen Jahren dem Alkohol und den Frauen zugesprochen haben. Als er auf dem Höhehpunkt seiner Macht war, gab er einen Teil seines grossen Reichtums für Kunstschätze aus und versuchte sich den mehr kultivierten Aspekten des Lebens zu widmen. Er begann sogar zu dichten.

Während der Herrschaft von Toyotomi Hideyoshi wurde die Teezeremonie in Japan populär. Aber das hielt Hideyoshi nicht davon ab, Sen no Rikyu, dem grossen Meister der japanischen Teezeremonie, im Jahr 1591 den Befehl zu erteilen, Seppuku - ritueller japanischer Selbstmord - zu begehen.

Hideyoshi - der Reformer

Toyotomi Hideyoshi III
von Yoshitsuya Koko 1822-1866
Seppuku - Ritueller Selbstmord
Seppuku - Ritueller Selbstmord
Hideyoshis Armee greift eine Burg an.
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Hideyoshi war klug und seine Taktiken mit denen er seine Ziele zu erreichen versuchte, unterschieden sich von denen Nobunagas. Während Nobunaga brutale Gewalt benutzte und nicht viel Zeit mit netten Worten verlor, versuchte Hideyoshi auch andere Methoden - Diplomatie und Bestechung. Etliche feindliche Burgen eroberte er indem er die Wachen bestach die Tore zu öffnen. Oft reichte es, dass er seine Macht durch den Aufmarsch einer riesigen Armee zeigte. Aber wenn es notwendig war, zögerte Hideyoshi auch nicht militärische Gewalt anzuwenden.

Sobald Toyotomi Hideyoshi eine Provinz unterworfen hatte, führte er Landvermessungen durch. Sie dienten dazu eine bessere Grundlage für die Erhebung von Steuern zu haben. Die Steuern wurden von den Bauern Japans bis ins 19. Jahrhundert in Form von Naturalien - vor allem Reis - bezahlt.

Die Errichtung der Samurai Klasse

Eine weitere fundamentale Reform krempelte das Militärsystem um. Bis dahin hatten die Samurai Krieger ihr eigenes Land, das sie selbst kultivierten. Und nur in Kriegszeiten, verliessen die Samurai ihr Land und Ihre Dörfer.

Hideyoshi führte eine strikte Trennung von Bauern und Kriegern ein. Die Samurai mussten von jetzt an ständig auf den Burgen leben. Um ihren Lebensunterhalt sicher zu stellen, erhielten sie je nach Rang eine bestimmte Menge an Reis Zuwendungen. Den Bauern war der Besitz von Waffen verboten. Hideyoshi sandte seine Truppen aus um alle Waffen im Besitz der Landbevölkerung zu beschlagnahmen. Das war vor allem eine präventive Massname gegen mögliche Aufstände.

Das erbliche Klassen System

Ein Edikt aus dem Jahr 1591 etablierte ein starres Klassensystem zwischen Bauern, den Samurai und den Kaufleuten (und der übrigen Stadtbevölkerung). Unter dem neuen System wurde die Zugehörigkeit zu einer Klasse erblich und es war unmöglich, dass jemand von einer Klasse in die nächste aufstieg (oder abstieg).

Was für eine Ironie, dass ausgerechnet der Mann, der aus einer armen Bauernfamilie aufgestiegen war, ein derart rigides Klassensystem einführte! Dieses System wurde von den nachfolgenden Herrschern noch weiter verfeinert und überdauerte die Zeit bis 1868, als der letzte Shogun aus der Tokugawa Familie abdanken musste und die Meiji Epoche begann.

Toyotomi Hideyoshi IV
von Yoshitoshi Taiso 1839-1892
Die Samurai Klasse
Die Samurai Klasse
Zwei Samurai greifen ein koreanisches Boot an.
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Nachdem Hideyoshi seine Herrschaft in ganz Japan bis circa 1590 gefestigt hatte, suchte er ausserhalb der japanischen Inseln nach neuen Abenteuern.

Im Jahr 1592 landeten 200,000 Samurai auf der koreanischen Halbinsel. Nach ersten raschen Erfolgen kam der Vormarsch in der Nähe von Pyongyang zum Erliegen. Die tapferen Koreaner organisierten einen erbitterten Widerstand und erhielten von der chinesischen Armee Verstärkung. Der Krieg auf der koreanischen Halbinsel und dem chinesischen Festland dauerte noch weitere 6 Jahre ohne dass eine der beiden Seiten einen entscheidenden Sieg erringen konnte.

Im Jahr 1598 starb Hideyoshi und seine Generäle gaben das militärische Abenteuer in Korea auf. Die Japaner hatten unter den Koreaner schrecklich gewütet. Hideyoshi selbst hatte Japan niemals verlassen und den Feldzug seinen Generälen und den Daimyo, den Provinzfürsten, überlassen. Die Spekulationen, warum Hideyoshi dieses militärische Abenteuer begann, dauern unter den Historikern bis heute. Einige vertreten die Ansicht, dass er seine riesige Armee, die nichts als den Krieg gelernt hatte, mit etwas beschäftigen musste. Der plausiblere Grund sind schieres Machtstreben und Grössenwahnsinn.

Der Tod von Hideyoshi

Toyotomi Hideyoshi V
von Yoshitoshi Taiso 1839-1892
Japanische Geschichte
Japanische Geschichte
Toyotomi Hideyoshi bläst zum Angriff
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Saru Matsu, der "Affendiener", starb am 18. September des Jahres 1598. Mit ihm starb auch die Macht seiner Familie. Er hatte versucht, seine Position an seinen einzigen Sohn, Hideyori, zu vererben. Aber sein alter Rivale, Tokugawa Ieyasu, erwies sich als stärker und wurde der dritte und letzte Einiger Japans und der erste Shogun aus der Tokugawa Familie. Deren Herrschaft dauerte bis 1868 und wird die Edo Epoche genannt - nach der neuen Hauptstadt Edo im Osten Japans (jetzt bekannt als Tokio).

Dieter Wanczura
(Februar 2003, überarbeitet Oktober 2009)

Literaturquellen

  • Manfred Pohl, "Geschichte Japans", C.H.Beck Verlag, 2002, ISBN 3 406 47990 I.
  • Henri L. Joly, "Legend in Japanese Art", published by Kegan Paul, Trench, Trubner and Co., 43 Great Russel Street, , London, W.C.1.
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