This article in English: Biography of Toshikata Mizuno
Mizuno Toshikata ist einer von diesen glücklosen Künstlern wie Yoshu Chikanobu, Ogata Gekko, Kobayashi Kiyochika oder Tomioka Eisen, die zur falschen Zeit geboren wurden. Traditionelles Ukiyo-e war den Bach runter gegangen. Und als die neue Renaissance der japanischen Grafikkunst mit Shin Hanga und Sosaku Hanga einsetzte, waren sie schon zu alt um bei diesen neuen Kunststilen noch mitmischen zu können.
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Toshikata wurde als Mizuno Kumejiro in Tokio geboren. Als er 13 Jahre alt war, schickte ihn sein Vater auf die Druckkunstschule von Tsukioka Yoshitoshi. Er absolvierte auch eine Lehre bei einem Keramikmaler. Und später wurde er in traditioneller japanischer Malerei von Shibata Hoshu und Watanabe Seitei ausgebildet.
So gut und gründlich in allen Disziplinen japanischer Kunst ausgebildet, würde der junge Künstler jetzt wohl die Weltbühne betreten und feine Kunstwerke schaffen, würde berühmt und anerkannt werden und vielleicht sogar ein bisschen wohlhabend. Und wenn er dann in ein Alter kommen würde, in dem der Rheumatismus einsetzt und die Hände zum Zittern anfangen, würde man ihn mit ein oder zwei Medaillen für kulturelle Verdienste ehren - oder etwa nicht ?
Denkste! Das war zu jener Zeit nichts als ein schöner Traum.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Zeiten für japanische Künstler der Grafikkunst miserabel. Die Japaner hatten jegliche Wertschätzung ihrer traditionellen Künste und des Kunsthandwerks verloren. Alles Westliche war iki - cool.
Das Streben nach Modernisierung nach westlichem Muster war nicht auf industrielle Technologie begrenzt. Die japanische Regierung schickte auch junge Künstler nach Frankreich um westliche Malerei und Grafikkunst zu studieren und rief westliche Professoren an die Kunstakademien von Tokyo, Osaka und Kyoto.
Der chinesisch-japanische Krieg von 1894/95 stimulierte eine intensive aber kurze Wiederbelebung der Ukiyo Grafikkunst. Hunderte von Entwürfen wurden von dutzenden von Künstlern geschaffen und verkauften sich wie die warmen Semmeln. Aber das war nur das letzte Brüllen des Löwen bevor er sich für immer zum Schlafen hinlegte. Mizuno Toshikata gehört natürlich zu den Künstlern, die Kriegsdrucke entwarfen. Seine Farbholzschnitte gehören zu den besten und sind mehr als nur Illustrationen der Kriegsereignisse.
Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Grafikkünstler waren auf Zeitungsillustrationen und auf sogenannte Kuchi-e begrenzt. Das waren Titelbilder für eine Art von Groschenromanen um Herz, Liebe und Schmerz, die vor allem von Frauen gelesen wurden. Andere Jobs waren als Designer oder Maler für Porzelan oder Lackwaren im boomenden Handwerksgeschäft für den Export, oder Beschäftigungen bei der Herstellung von Reproduktionen alter Farbholzschnitte - vor allem für den französischen Markt.
Mizuno Toshikata machte von allem ein wenig - Kriegsdrucke und Illustrationen und schaffte es trotzdem eine Karriere als seriöser Grafikkünstler und Maler weiter zu verfolgen. Im Jahr 1887 hatte er Glück und konnte den Job als Illustrator bei der Tokio Zeitung Yamato shinbun bekommen, den vorher Yoshitoshi hatte. Das gab ihm ein sicheres Einkommen.
Mizuno schuf mehrere Serien von bijin - schönen Frauen - und Genre Szenen mit Frauen und Kindern. Unter seinen Verlegern waren Sato Shotaro und Akiyama Buemon.
Nach 1900 war Mizuno Toshikata ein anerkannter Illustrator, Maler und Grafikkünstler. Er wurde Lehrer für Kaburagi Kiyokata, Ikeda Shoen und Ikeda Terukata.
Dieter Wanczura
(August 202, updated July 2009)
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