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Yoshida Toshi - 1911-1995

Aspen
Farbholzschnitt
Japanische Grafiken
Japanische Grafiken
Toshi Yoshida
copyright Toshi Yoshida Studios

This article in English: Toshi Yoshida - Biography

Yoshida Toshi erbte das künstlerische Talent seines Vaters. Auf den ersten Blick sehen seine Landschaftsgrafiken denen seines Vaters Hiroshi Yoshida gleich. Aber beim zweiten Blick auf die Arbeiten des Künstlers erkennt man bald, dass Toshi mehr war als nur eine Weiterführung des Stils seines Vaters. Und dass der Künstler während mehrerer Jahre sogar Grafiken im abstrakten Stil produzierte, ist nur wenigen bekannt.

Die Bilder auf dieser Seite sind link-sensitiv und führen zu weiteren Artikeln zu diesem Thema oder zu anderen Web Sites, die Sie interessieren könnten.

Frühe Jahre von Toshi Yoshida

Toshi wurde als der älteste Sohn des Malers und Grafikers Hiroshi Yoshida 1911 in Tokyo geboren. Von frühester Kindheit an lernte er die Grafikkunst und die Malerei von seinem Vater und seiner Mutter Fujio - selbst eine Künstlerin. Sogar sein Großvater hatte als Künstler gearbeitet. So wuchs der junge Toshi in jener perfekten Umgebung auf, die der ideale Nährboden für Genies sind. Toshi soll bereits mit drei Jahren mit Malen begonnen haben. Und die Qualität der Kinderzeichnungen sollen sogar den Papa erstaunt haben.

Sein Vater, Hiroshi Yoshida, war ein wahrer Kosmopolit und erzog seine Kinder in diesem Sinn. Als Toshi 19 Jahre alt war, nahm ihn sein Vater im Jahr 1930 auf eine Reise nach Indien und später nach Südostasien mit. Toshi hatte nicht nur das künstlerische Talent seines Vaters geerbt, sondern auch die Leidenschaft fürs Reisen.

Toshi schrieb später über seine Erfahrungen mit diesem Indien Trip. Es war das totale Gegenteil eines Erholungsurlaubs. Während des Tages versuchte sein Vater so viele Skizzen und Ölgemälde wie möglich zu machen. Und um keine Zeit zu verlieren, nahmen Sie den Nachtzug um von einem Ort zum nächsten zu kommen.

Künstlerkarriere

Farbholzschnitt
Shin Hanga
Shin Hanga
Dorf in Harima
copyright Toshi Yoshida Studios

In Jahr 1936 blieb Yoshida in China und Korea. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs besuchte er nahezu alle Teile der Welt. Sogar die Antarktis wurde nicht ausgelassen. Während dieser ausgedehnten Reisen machte der Künstler Skizzen für neue Grafiken, eröffnete Ausstellungen und hielt Vorlesungen über Grafikkunde an verschiedenen Orten in den USA und in Europa.

Die bevorzugten Themen von Yoshida Toshi waren Landschaften und Tiere. Und so wie sein Vater übertrug er viele seiner Reiseeindrücke außerhalb Japans in neue Entwürfe für Grafiken. Und wie sein Vater war er ein begeisterter Bergsteiger. Es gibt etliche Grafiken mit Gebirgslandschaften von ihm, bei denen der Betrachter von einem Berggipfel auf die Landschaft herabschaut.

Yoshida Toshi entwickelte seinen Stil über die Jahre. Als Daumenregel kann man sagen, dass sein Gebrauch der Farbe und von großen, freien Flächen gewagter ist als in den Grafiken seines Vaters.

Experimente in abstrakter Kunst

Nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1950, experimentierte der Sohn für eine Weile mit abstrakter Kunst. Der Respekt vor seinem Vater hatte ihn davor abgehalten es früher zu versuchen. Aber nach einigen Jahren kehrte er zu seinem ursprünglichen realistischen Stil zurück.

Im Jahr 1980 eröffnete der Künstler eine Grafik-Schule in der Präfektur Nagano. Sie wurde von Studenten aus aller Welt besucht. Einige seiner Schüler wie zum Beispiel Karyn Young sollten später selbst als Künstler und Grafiker berühmt werden.

Yoshida Toshi Grafiken sammeln

Farbholzschnitt
Hiroshi Yoshida - Biografie
Hiroshi Yoshida - Biografie
Okaramon
copyright Toshi Yoshida Studios

Yoshida Toshi erreichte denselben Ruhm wie sein Vater. Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen aller großen Museen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Boston Museum of Fine Arts oder dem British Museum.

Toshi Blätter sind bei Sammlern und Kunstliebhabern begehrt. Glücklicherweise sind sie nicht ganz so teuer wie die Grafiken seines Vaters. Für 250 bis 500 EURO kann man ein exzellentes Blatt bekommen.

Toshi Yoshida Grafiken wurden von den Yoshida Studios gedruckt und herausgegeben, die Toshis Vater, Hiroshi Yoshida, gegründet hatte. Die am Markt befindlichen Blätter können nach der Zeit kategorisiert werden, zu der sie gedruckt wurden - entweder zu Lebzeiten des Künstlers oder posthum. Desweiteren kann zwischen limitierten und offenen Editionen unterschieden werden und zwischen handsignierten und gestempelten Unterschriften.

Ein unerfahrener Sammler oder Kunstliebhaber könnte jetzt den Eindruck haben, dass bei Toshi Yoshida Grafiken das große Durcheinander und die Verwirrung herrschen. Gott sei Dank ist das Gegenteil der Fall. Die Unterscheidbarkeit und Zuordnung ist glasklar und nach unserem Wissensstand gibt es weder Grauzonen, noch kontroverse Meinungen oder Diskussionen zu dem Thema.

Schauen wir uns das Thema der Toshi Signaturen, Editionen und Stempel etwas näher an.

Editionen und Signaturen

Künstlersignaturen
Künstlersignaturen
Gestempelte Signatur mit Siegel (embossed)
copyright protected

Zu Lebzeiten des Künstlers wurden die folgenden Arten von Grafiken von Toshi Yoshida, respektive den Yoshida Studios aufgelegt und vertrieben:

  • Offene Editionen (unlimitiert und nicht numeriert) und von Toshi Yoshida mit Beistift signiert.
  • Limitierte Editionen, von Toshi Yoshida mit Bleistift signiert und numeriert. Dazu zählen auch Blätter, die mit A.P. (artist proofs) gekennzeichnet sind. Wir haben davon bisher jedoch nur wenige angetroffen. Typische Toshi Editionsgrössen liegen um die 1000.
  • Gegen Ende seines Lebens, wurde Toshi Yoshida vom gleichen Schicksal getroffen wie Salvador Dali. Seine Hände waren aufgrund einer schweren Krankheit zu schwach um noch zu signieren. Aber Toshi war immer noch in den Studios aktiv und überwachte die Druckvorgänge. Blätter aus dieser späten Phase seines Lebens wurden mit einer gestempelten Signatur plus einem Hochdruck Siegel ("embossed seal") versehen.

Und schliesslich gibt es im Markt die posthumen Drucke. Sie wurden von der Familie nach Toshis Tod herausgegeben. Diese posthumen Blätter haben nur die gestempelte Signatur ohne dem Hochdruck Siegel. Posthume Exemplare gibt es sowohl als limitierte wie als offene Editionen.

Auch die posthumen Blätter wurden von den originalen Blöcken gedruckt. Wir haben niemals etwas von neu geschnitzten Blöcken ("recuts") gehört.

Wie erkennt man posthume Toshi Grafiken ?

Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
Markierung auf der Rückseite posthumer Toshi Grafiken
copyright protected

Die gestempelte Signatur ist sehr gut ausgeführt und von einem totalen Anfänger im Kunstmarkt als solche nicht so ohne weiteres zu erkennen. Erfahrene Sammler und kundige Händler haben damit keine Probleme sofern sie den Druck in echt sehen und sofern sie einige handsignierte Drucke im Vergleich sehen konnten. Die gestempelte Signatur (es handelt sich um einen Handstempel) hat stärkere Konturen vom Eindruck. Und wenn die echte Handsignatur in der Form von der gestempelten abweicht, gibt es ohenhin kein Problem. Aber oft sind die echten Signaturen der gestempelten sehr, sehr ähnlich.

Glücklicherweise gibt es noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal um einen posthumen Druck als solchen zu identifizieren. Posthume Blätter haben eine kleine Markierung in japanischen Schriftzeichen auf der Rückseite. Die japanischen Zeichen besagen "Später Druck gemacht von dem Drucker Komatsu Heihachi". (siehe Bild)

Welche Ausgaben sollte man erwerben ?

Farbholzschnitt
Osamu Sugiyama - Biografie
Osamu Sugiyama - Biografie
Mt. Fuji from Ohito, Morning
copyright Toshi Yoshida Studios

Zu allererst sollte Ihnen ein Blatt gefallen. Und dann sollten Sie sich fragen "Ist mir dieses Blatt den Preis wert ?" Und wenn sie die Frage mit "Ja" beantworten können, dann sollten Sie kaufen.

artelino empfiehlt Kunst nicht als Geldanlage. Dafür eignen sich Anleihen, Aktien oder Immobilien besser.

Trotzdem ist es legitim und macht auch Sinn, mit einem Auge auf die Erhaltung Ihrer Geldausgabe zu achten. Wenn der Aspekt der Werterhaltung für Sie ein Faktor ist, sollten Sie einige einfache Regeln befolgen:

  • Limitiert und numeriert ist besser als unlimitiert.
  • Numeriert ist besser als A.P. (artist proof).
  • Signiert ist besser als unsigniert.
  • Zu Lebzeiten des Künstlers gedruckt ist besser als posthum gedruckt.

Sie werden diese Bemerkung nicht gerne hören, aber wir empfehlen, dass Sie Ihre wertvollen Grafiken nicht rahmen und nicht an die Wand hängen. Bewahren Sie diese besser in Sammleralben und in Schubladen auf, so wie das die Japaner früher getan haben. Das ist immer noch die beste und sicherste Methode um sie in Bestzustand zu erhalten. Und Zustand ist extrem wichtig, wenn Sie bei einem Wiederverkauf einen guten Preis erhalten möchten.

Wenn dagegen Ihr Budget für Kunst begrenzt ist und Sie vor allem Ihr Heim mit einer ansprechenden Grafik verschönern möchten, dann sollten posthume Drucke für Sie die erste Wahl sein. Sie schauen genauso gut oder oft noch besser aus als frühe und signierte Ausgaben. Und sie kosten deutlich weniger. Sie sollten aber nicht erwarten, dass Sie ein Repräsentant von Sothebys oder Christies zum Mittagessen einlädt, um mit Ihnen über eine Einlieferung Ihrer Grafik zu diskutieren. Das wird nicht in 10 Jahren und auch nicht in 20 Jahren nach dem Erwerb passieren.

Video Toshi Yoshida

Zum Video auf Bild klicken.
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Kurzbiografie Toshi Yoshida
copyright protected

Wir haben ein Video mit einer Kurzbiografie von Toshi Yoshida auf deutsch unter Toshi Yoshida publiziert.

Dieter Wanczura
(November 2001, überarbeitet März 2009)

Literaturquellen für diese Yoshida Toshi Biografie

  • Helen Merritt und Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", herausgegeben von der University of Hawai'i Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X
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