In Tomoe Yokoi findet die japanische Druckgraphik eine der eigenwilligsten Künstlerinnen, der eine einzigartige Synthese aus japanischer Kompositionsphilosophie, traditionellen Bildmotiven in klassischer Darstellungsweise und moderner westlicher Bildregie gelungen ist. Ihre Werke wirken wie kostbare Gemälde vergangener Epochen, doch sie faszinieren auch mit einer aussergewöhnlichen Atmosphäre von zeitgemässer Kargheit und zeitloser Magie.
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Tomoe Yokoi ist 1942 in Nagoya geboren. Es ist heute eine moderne Metropole, zudem eine Pazifik-Hafenstadt und Hauptstadt der Präfektur Aichi im Süden der Insel Honshu. Sie wurde 1945 stark zerstört und verlor dabei einen beträchtlichen Teil des kulturellen Erbes. Yokoi ging denn auch nach Tokio, um an der Kunstakademie zu studieren. Es war eine überaus klassische Ausbildung, in der nicht nur traditionelle Techniken gelehrt wurden.
Auch in Bezug auf die realistische Darstellungsweise und auf die Bildmotive - Stilleben mit Früchten, Musikinstrumenten, Blumen - war keine Modernisierung im Kunst-Lehrbetrieb zu spüren. Doch auf diese Zeit geht wohl die handwerkliche Meisterschaft, die Fähigkeit der naturgetreuen Wiedergabe der Künstlerin zurück. 1964 schloss sie das Studium ab.
Für Tomoe Yokoi war der Studienabschluss in Japan erst der Anfang ihrer künstlerischen Ausbildung. Es dauerte allerdings noch ein paar Jahre, bis sie nach Paris ging, wo sie das berühmte Atelier 17 aufsuchte - eine Künstlergruppe, die der Engländer Stanley William Hayter (1901-1988), der Erfinder der Hayter-Technik (Weiterentwicklung der Farbradierung), 1927 gegründet hatte. Das Atelier 17 widmete sich ausschließlich der Druckgraphik und hatte in Verbindung mit dem Surrealismus internationale Bekanntheit erlangt.
Mittlerweile war aber Hayter von seinem elfjährigen USA-Aufenthalt zurückgekehrt und mit den neusten künstlerischen Entwicklungen vertraut. Er hatte dort mit Künstlergrössen wie Jackson Pollock, Willem de Kooning oder Mark Rothko zusammengearbeitet, doch blieb Hayter der Druckgraphik treu, die er meisterhaft beherrschte. Vor allem von diesem technischen Können profitierte Yokoi im besonderen Masse, vorzugsweise in der historischen, wohl schwierigsten Drucktechnik des Mezzotinto (Schabblatt) sowie in der Handhabung der Farben.
1971 ging Tomoe Yokoi nach New York, direkt ins internationale Zentrum der neusten Entwicklungen in der Kunst. Hier perfektionierte sie ihre Fertigkeit vor allem des Mezzotinto und erhöhte die Anzahl der Druckplatten zur Erweiterung der Farbnuancen, um nahezu malerische Farbabstufungen zu ermöglichen. Darauf basiert denn auch die Gemälde-Wirkung ihrer Druckgraphiken, die dadurch edel und und kostbar erscheinen.
Die Ausstellungstätigkeit von Yokoi ist nicht in aller Ausführlichkeit dokumentiert. Die Werke der Künstlerin waren jedoch kontinuierlich in Europa und den USA zu sehen.
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Saturday, February 11, 2012:
Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century.
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