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Helden des Suikoden

Helden des Suikoden
Schmied Toryo
Japanische Geschichte - mehr Artikel
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Kuniyoshi Utagawa 1797-1861
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This article in English: Heroes of the Suikoden

Die Geschichte der 108 Helden des Suikoden geht auf einen alten chinesischen Roman über 108 ehrenwerte Banditen zurück - eine Art von Robin Hood Story auf chinesisch. Zu Beginn des 19. jahrhunderts wurde sie in Japan sehr populär. Und sie avancierte zu einem beliebten Thema japanischer Farbholzschnitte.

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Shuihu Zhuan und die 108 Geächteten

Der ursprüngliche Roman wurde in China im 14. Jahrhundert geschrieben und trug den Titel Shuihu Zhuan (japanisch: Suikoden). Erzählt wird die Geschichte von 108 Rebellen-Banditen unter der Führung des tapferen Song Jiang. Die ehrenhaften Banditen kämpfen gegen Unrecht und Willkür korrupter Herrscher und für die Rechte des Volkes.

Die Banditen lebten in den Sümpfen nahe des Berges Liangshan. Die englische Version wurde deshalb unter dem Titel The Water Margin verlegt und bekannt.

Die Rebellen folgen ihrem eigenen Gruppen-Kodex. Kameradschaft und Loyalität stehen in der Werteskala ganz weit oben. Der Roman ist in einzelne Kapitel unterteilt und erzählt die Geschichte in der Art populärer TV Serien. Wenn es am spannendsten wird, dann endet das Kapitel und man wird auf das nächste verwiesen.

Gut aussehende Helden des Suikoden
Tengu Kozo
artelino - Kunstauktionen
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Yoshitoshi Taiso 1839-1892
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Die Suikoden Räuber kämpfen für Gerechtigkeit. Aber die Art wie sie ihre Ziele verfolgen, lässt einen modernen Filmhelden wie Rambo eher wie einen guterzogenen Jurastudenten wirken. Ein Suikoden Held enthauptet erst sein Gegenüber mit dem Schwert und stellt dann die Fragen - nicht umgekehrt.

Die Geschichte von Shuihu Zhuan hat zwei verschiedene Versionen mit sehr unterschiedlichem Ausgang. Bei bekannten chinesischen oder japanischen Geschichten, die auf Volkserzählungen beruhen, trifft man das häufig. Die Geistergeschichte von Okiku ist ein gutes Beispiel.

In einer Version werden die Banditen und ihr Boss Teil der kaiserlichen Streitkräfte und jagen jetzt im Namen von Recht und Ordnung ihrerseits Räuber und Banditen. Eine andere Version endet mit dem Tod der Bandenmitglieder und ihres Führers. Die verschiedenen Versionen sind vermutlich das Ergebnis der Zensur durch die Obrigkeit.

Man kann davon ausgehen, dass die Geschichte auf reale historische Begebenheiten um das Jahr 1120 zurück geht.

Suikoden und japanische Tattoos

Porträts of the Suikoden Heroes
Japanische Grafiken - Überblick
Japanische Grafiken - Überblick
von Hokusai Katsushika 1760-1849
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Im Jahr 1805 ging der japanische Schriftsteller Takizawa Bakin daran, die Geschichte der chinesischen Banditen als Neue illustrierte Ausgabe der Suikoden - Shinpen Suikogaden zu übersetzen und auf japanische Verhältnisse anzupassen. Das Buch wurde von keinem Geringerem als dem großen Ukiyo-e Meister Hokusai Katsushika illustriert.

Die japanische Adaption wurde bei der städtischen Bevölkerung der Edo Zeit ein riesiger Erfolg. Ein richtiges Suikoden Fieber brach aus wie der Beatles Kult in den sechziger Jahren. Alles was mit den Suikoden zu tun hatte, war plötzlich iki - cool und chic.

Im frühen 19. Jahrhundert lebte der japanische Durchschnittsbürger in einer gewissen wirtschaftlichen Blüte, aber dafür unter einem repressivem Regime der mächtigen Shogunat-Dynastie des Tokugawa Clans. Die soziale Ordnung war in einem System erblicher Klassen festgeschrieben - die Samurai, die Kaufleute, die Handwerker und die Bauern. Ein gewöhnlicher Sterblicher hatte soviel wie keine Chance auf der sozialen Leiter nach oben zu steigen. Kein Wunder, dass die durchschnittlichen Bürger die Suikoden verehrten, die es wagten, den Herrschenden zu trotzen.

Die Geschichte der Suikoden und die nachfolgende Serie von Farbholzschnitten war auch die Initialzündung für die Mode der japanischen Tattoos. Tätowierungen wurden unter den Leuten der unteren Klassen wie Bauarbeitern, Prostituierten und den berüchtigten Feuerwehrleuten populär. Die letzteren wurden zwar einerseits wegen ihres Mutes bewundert, hatten aber andererseits den Ruf wilder Gesellen und Trunkenbolde. Manche hielten das Feuer für das kleinere Übel.

Suikoden Holzschnitte von Kuniyoshi und Yoshitoshi

Suikoden
Chikanobu Toyohara
Chikanobu Toyohara
von Chikanobu Toyohara 1838-1912
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Im Jahr 1827 erhielt Kuniyoshi einen Auftrag des Verlegers Kagaya Kichibei über 5 Entwürfe für eine geplante Serie der 108 Suikoden. Nach Ansicht heutiger Kunstkritiker war Kuniyoshi zu seiner Zeit der beste Ukiyo-e Künstler. Aber er war zu der Zeit leider arm wie eine Kirchenmaus. Da er von seinen Holzschnitten nicht leben konnte, soll er angeblich gezwungen gewesen sein, Strohmatten zu reparieren und zu verkaufen um sich über Wasser zu halten.

Die Veröffentlichung der 108 Helden des Suikoden - Tsuzoku Suikoden goketsu hyakuhachinin no hitori - änderten die Verhältnisse für Kuniyoshi drastisch. Er wurde über Nacht berühmt und erhielt natürlich auch den Auftrag, die restlichen 69 (bekannten) Entwürfe zu machen. Der kommerzielle Erfolg war durchschlagend. Kuniyoshi hatte das Glück mit dem richtigen Thema zur richtigen Zeit da zu sein. Tschüss ihr Strohmatten! Kuniyoshi konzentrierte sich von nun an für etliche Jahre auf Holzschnitte mit Darstellungen finster drein blickender Krieger. Seine Zeitgenossen witzelten über ihn und gaben ihm den Beinamen der "Krieger Kuniyoshi".

Noch für Jahrzehnte erteilten Verleger Aufträge für Holzschnitte mit dem populären Thema der Suikoden an eine Vielzahl von Ukiyo-e Künstlern. Viele zeigen japanische Helden statt der ursprünglichen chinesischen Charaktere.

Eine weitere recht berühmte Serie der Suikoden wurde von dem großen Meiji Künstler Yoshitoshi entworfen. Sie wurde in den Jahren 1866/1867 veröffentlicht und besteht aus 50 Entwürfen in Chuban Grösse. Die Yoshitoshi Entwürfe sind ziemlich anders als die Kuniyoshi Holzschnitte - alle recht düster mit dunklen Hintergründen und einer Menge an bizarren Geistern und Monstern. Recht typisch für Yoshitoshi, der fest an Geister und Übersinnliches glaubte und während bestimmter Phasen seines Lebens an Formen von Geisteskrankheit und an Depressionen litt.

Suikoden im modernen Japan

Das Thema der Suikoden blieb in Japan populär und hat sogar den Sprung ins Zeitalter der Computer und Videospiele geschafft. Wenn man im Internet nach dem Begriff "Suikoden" sucht, kriegt man als Ergebnis eine große Anzahl an Treffern mit Web Seiten, die mit Spielstationen und Videospielen zu tun haben.

Dieter Wanczura
(Oktober 2002, überarbeitet April 2009)

Literaturquelle für diesen Artikel über Suikoden

Inge Klompmakers, "Of brigands and bravery - Kuniyoshi's heroes of the Suikoden", Hotei Publishing, Leiden, Breestraat 113, 2311 CL Leiden, The Netherlands, 1998, ISBN 90-74822-08-8.

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