This article in English: The Soga Brothers
Die Geschichte der Soga Brüder - Juro and Goro - ist ein weiteres beliebtes Thema der japanischen Kunst und Kultur und beruht auf einer echten Begebenheit im feudalen Japan des Jahres 1193. Alles dreht sich um Vendetta - um Rache.
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Abgesehen von einer verwirrenden Vielzahl an Namen und etlichen Seitenlinien, ist die Geschichte im Prinzip simpel. Und sie endet so wie italienische Opern des 19. Jahrhunderts. Die Hauptbeteiligten sind alle tot - aber die "Ehre" ist gerettet. Eine sehr japanische Geschichte.
Japan wurde seit dem 7. Jahrhundert von einem Kaiser regiert, einem Mitglied der Fujiwara Familie. Während des 12. Jahrhunderts kamen zwei weitere mächtige Familien Clans ins Spiel - die Minamato und die Taira. Die Minamato werden auch Genji genannt und der Taira Clan ist auch unter dem Namen Heike oder Heishi bekannt.
Es begann damit, dass die Minamato und die Taira den Fujiwara Kaiser entmachteten. Nachdem der zu einer rein repräsentativen Figur neutralisiert war, gingen beide Clans dazu über sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Zuerst hatten die Minamato die Oberhand. Aber im Jahr 1159 wurden sie von den Heike unter ihrem Führer Kiyomori geschlagen und aus der Hauptstadt Kyoto vertrieben.
Nach dem Tode von Kiyomori im Jahr 1181 wendete sich das Blatt erneut. Die Minamato gewannen in der alles entscheidenden Seeschlacht von Dan-no-ura des Jahre 1185 endgültig den Sieg. Ihr Führer Yoritomo etablierte sich als unumstrittener militärischer Herrscher Japans - als der Shogun.
In den darauf folgenden Jahren vereinigte und befriedete der rücksichtslose Yoritomo das Land - im wesentlichen dadurch, dass er jeden exekutieren lies, der aussah als hätte er auch nur ein Gramm Taira Blut in den Adern oder der anderweitig gefährlich werden könnte, wie seine eigenen Brüder Yoshitsune und Noriyori, die er umbringen lies.
Der Ito Clan mit Jiro Sukechika als Oberhaupt der Familie war mit den Heike alliiert - und damit auf der Seite der Verlierer. Ito hatte einen Sohn namens Kawazu Saburo Sukeyasu, ein aktiver Sumo Ringer. Eines Tages wurde Kawazu Sukeyasu von seinem Vetter Kudo Suketsune in den Bergen von Hakone ermordet.
Der gemeuchelte Kawazu Sukeyasu liess zwei junge Söhne zurück, damals drei und fünf Jahre alt. Von da ab hat die Geschichte verschiedene Versionen über eine Intrige mit dem Ziel, die beiden Kinder an einem Strand enthaupten zu lassen. Der Mörder hatte Angst vor später Rache durch die beiden Söhne - wohl nicht ganz zu Unrecht. Auf jeden Fall kam es nicht soweit und das Leben der beiden Kinder wurde verschont.
Die Witwe des ermordeten Kawazu Sukeyasu heiratete später wieder - einen Mann namens Soga. Soga adoptierte den älteren Sohn Juro Sukenari. Der jüngere Bruder Goro Tokimune wurde in ein buddhistisches Kloster geschickt um Mönch zu werden. Die mittelalterliche Praxis Personen, die man einerseits nicht zum Tode befördern aber doch irgendwie loswerden wollte, einfach ins Kloster zu schicken, gab es auch im feudalen Japan.
Aber die zwei Brüder hatten andere Pläne als den ganzen Tag heilige Mantras zu singen. Sie wollten Ihren Vater rächen und hatten sich für dieses Ziel heimlich im Umgang mit Waffen geübt.
Eines Tages war die Gelegenheit für die Rache des Todes Ihrer Vaters gekommen. Kudo Suketsune befand sich ausserhalb seines Guts auf einer Jagdgesellschaft, die der Shogun Yoritomo am Fuss des Berges Fuji, veranstaltete.
Als das Juro Sukenari erfuhr, packte er das nächste Pferd von der Weide und ritt wie ein Wahnsinniger nach Oiso, dem Ort an dem sein jüngerer Bruder Goro als Mönch lebte.
Die Geschichte kriegt jetzt noch eine paar Verwicklungen mit einer Heirat, die für die beiden Jungs von ihrer Mutter arrangiert wurde. Wie auch immer - während die Vorbereitungen für die Hochzeit noch im Gang waren, schlichen sich Juro und Goro nachts heimlich aus dem Haus, derweil ein wüster Sturm über das Land fegte.
Juro and Goro kamen am Jagdlager am Fuss des Berges Fuji an, fanden Kudo Suketsune in einem Zelt und töteten ihn. Über die Umstände gibt es auch wieder verschiedene Versionen. Die einen berichten, Kudo Suketsune war in dem Moment besoffen. Nach einer anderen Version war er gerade in Gesellschaft einer Prostituierten. Vielleicht stimmen auch beide Versionen.
Das ganze Lager war in Aufruhr und ein Kampf brach zwischen den Getreuen des getöteten Suketsune und den beiden Brüdern aus. Der ältere Juro wurde getötet und der jüngere Goro von einem Sumo Ringer namens Goromaru gefangen genommen. Shogun Yoritomo musste jetzt eine Entscheidung treffen und die war für Goro nicht zum besten. Es war einfach nicht sein Tag und er wurde hingerichtet.
Goro war gerade 20 und Juro 22 Jahre alt als sie starben. Wenigstens hatten beide keine Kinder. Sonst gäbe es eine neue Fortsetzung der Vendetta Geschichte und der ganze Schwachsinn würde weiter gehen.
Dieter Wanczura
(April 2002, überarbeitet November 2009)
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