Die Kunst von Shigeki Kuroda ist Ausdruck der heutigen Zeit. Seine Themen stehen mit den elementaren Charakteristiken der modernen Gesellschaft in Verbindung. Doch ihre Darstellung sind der japanischen Tradition erwachsen, sowohl was die Motive angeht, wie auch die Komposition und Technik betreffend.
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Als Shigeki Kuroda 1953 geboren wurde, war Yokohama in der japanischen Präfektur Kanagawa bereits eine Millionenmetropole mit einem hochmodernen Gesicht. Nach dem Grossen Kanto-Erdbeben von 1942 blieb nur wenig Historisches übrig. Der Künstler wuchs also mitten in der Auseinandersetzung der Tradition mit der westlich orientierten Industrie-Moderne auf. Vor diesem Hintergrund befasst sich Kuroda in seinen Werken mit dem Wandel der kulturellen Identität Japans.
Shigeki Kuroda genoss eine bereits moderne künstlerische Ausbildung, die allerdings in Japan an die traditionelle Kunst anknüpft. 1977 trat er in die Malereiklasse der Tama Art University in Tokio ein, die er 1979 mit dem Master-Grad abschliessen konnte. Sofort nahm er eine rege Ausstellungstätigkeit auf und erntete hohes Interesse. Bereits 1984 konnte er mit einem hochrangigen Studienstipendium in die USA reisen. Das Austauschprogramm einer Kunststiftung verlängerte 1985 den Aufenthalt.
Shigeki Kuroda arbeitete viele Jahre sehr intensiv daran, einen eigenen Stil zu entwickeln und ihn für seine Bedürfnisse zu perfektionieren. Technisch gesehen ist es eine Mischung aus Aquatinta, Kaltnadel- und Ätzradierung, die er mit Aquarellfarben, Bleistift und Sumi-Tusche weiter bearbeitet. Die damit erreichte Vielfalt an Ausdrucksmitteln erlaubt dem Künstler, zeitgemässe künstlerische Aufgaben zu bewältigen, wie etwa Bewegung, spezifisches Licht, räumliche Abstraktion etc.
Die Grafiken von Shigeki Kuroda beschränken sich auf wenige, sparsam aufgetragene Farben. Nur selten setzt er einen farblich leuchtenden Akzent, der dann aber in der Regel eine thematisch wichtige Rolle spielt. Ansonsten herrscht das graphische Element vor und besticht mit feinster Zeichnung. Auch reine Schwarz-Weiss-Blätter finden sich darunter.
Das künstlerische Vokabular von Shigeki Kuroda konzentriert sich kurioser weise auf ein einziges Motiv: Eine geschlossene Gruppe von Radfahrern in unaufhörlicher Fahrt mit Schirmen, die sich mehrfach im Bild wiederholen kann. Es liegt eine gewisse Komik in diesem Anblick, der zwar nicht ungewöhnlich ist, da er das Leben im traditionellen Japan beherrscht. Doch der Kontext, in den Kuroda diese Radfahrer bringt, sorgt für Verwirrung und eine gewisse surrealistische Wirkung.
Kuroda reisst ein die japanische Kultur prägendes Motiv aus der gewohnten Umgebung heraus und setzt es in eine neue, fremdartige - in eine Landschaft oder auch in einen von flächigen Kulissen gestalteten Raum. Als wollte er prüfen, in welcher Welt die japanische Tradition noch Bestand hat, erschafft Kuroda fiktive Realitäten, reeller, aber auch abstrakter Art. Die Reduktion auf ein Thema gibt seinem Gesamtwerk den Charakter eines fortwährenden Experiments, das mit Humor und künstlerischer Hingabe durchgeführt wird.
rp (Juni 2007)
(überarbeitet Mai 2009 von Dieter Wanczura)
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Thursday, February 09, 2012:
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