This article in English: Sharaku
Toshusai Sharaku schoss im Mai 1794 in die japanische Szene des Farbholzschnitts wie ein Wesen von einem fremden Stern, schuf ungefähr 140 Holzschnitte innerhalb von nur 10 Monaten und dann verschwand er plötzlich und auf geheimnisvolle Weise. Unzählige Theorien wurden entwickelt und viele Bücher geschrieben um eine Antwort auf eines der größten Rätsel in der Kunstgeschichte zu geben.
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Toshusai Sharaku wird heute höher eingestuft als solche bedeutenden Künstler wie Utamaro oder Hokusai. Sharaku wird als eine Art übernatürliches Phänomen angesehen. Und natürlich trägt das Geheimnis seiner Existenz sehr zu dem grossen Ruhm bei.
Kunsthistoriker gehen davon aus, dass Toshusai Sharaku in weniger als einem Jahr von Mai 1794 bis Februar 1795 ca. 140 Farbholzschnitte schuf. Sogar die genaue Zahl der Grafiken und die Zeitangaben sind unter den Gelehrten umstritten. Fast alle Grafiken zeigen Kabuki Schauspieler - entweder als Einzelporträts oder als eine Gruppe von zwei Personen. Einige wenige Sharaku Grafiken zeigen Sumo Ringer. Die bekanntesten Farbholzschnitte zeigen Nahaufnahmen der Gesichter von Schauspielern.
Die Ausdrucksweise der Schauspieler ist extrem lebhaft und übertrieben - nahe an Karikaturen. Sharakus Grafiken erscheinen wie Schnappschüsse, die den individuellen Charakter, die Stimmung und die momentanen Gefühle des Schauspielers einfangen.
Genauso wie Utamaro war Sharaku in Japan nach seinem Tode vergessen. Beide wurden erst in Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts (Utamaro) und zu Beginn es 20. Jahrhunderts (Sharaku) wieder entdeckt.
Nichts ist über die Geburt oder den Tod von Toshusai Sharaku bekannt. Aber natürlich gibt es einige Theorien, die versuchen das Rätsel zu entschleiern.
Eine Theorie besagt, dass er ein Noh Schauspieler namens Saito Jurobei und im Dienste des Daimyo von Awa stand.
Eine andere Theorie besagt, dass Sharaku nur ein Alias war, der von einem anderen Künstler benutzt wurde - und zwar von Utamaro ! Eine Tatsache spricht für diese Theorie. Utamaro und Sharaku hatten den gleichen Verleger, Tsutaya Juzaburo. Eine weitere Theorie spekuliert, dass Tsutaya Juzaburo diese Grafiken höchst persönlich entworfen und geschaffen hatte.
Eine mögliche Erklärung für sein plötzliche Verschwinden ist der radikale und Karikatur ähnliche Stil in dem Sharaku die Schauspieler darstellte. Es mag gegenüber den Schauspielern und deren Bewunderern als Beleidigung gesehen worden sein. Sharakus Farbholzschnitte waren so sehr außerhalb der Konformität dass sie sich nicht gut verkauften. Die Öffentlichkeit wollte idealisierte Darstellungen ihrer Lieblingsschauspieler und keine übertriebenen Porträts.
Die Kombination einer feindlichen Kunstszene, einem schlechten wirtschaftlichen Erfolg und einem Künstler Sharaku, der keine Kompromisse machen wollte, klingt wie eine plausible Erklärung für sein seltsames Verschwinden. Toshusai Sharaku vom Establishment aus dem Grafikgeschäft gemobbt?
Heute wird Sharaku in und außerhalb Japans als herausragender Porträt-Künstler in der Kunstgeschichte gesehen. Einige Kunstwissenschaftler stellen ihn in der Qualität seiner Porträts sogar neben Rembrandt oder Velasquez. Sharakus Grafiken sind extrem selten und jenseits der Reichweite eines Durchschnittssammlers. Wann immer ein Sharaku Farbholzschnitt in einer Auktion versteigert wird, wird er für einen sechsstelligen Dollar Betrag zugeschlagen. Im Jahr 1997 erzielte eine Sharaku Grafik in bescheidenem Zustand bei Sothebys einen Preis von 296.000 US Dollar.
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Thursday, March 18, 2010:
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