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Dali 1904-1989 - Teil II

Salvador Dalis Persönlichkeit und das grafische Werk

This article in English: Art Prints by Salvador Dali

Salvador Dali arbeitete hart an seinem Image eines exzentrischen und paranoiden Genies. Vermutlich war das nicht mehr als sein Weg sich zu vermarkten nach dem Motto: "Es zählt nicht was man macht, Hauptsache man steht in den Schlagzeilen."

Im Jahr 1949 veröffentlichte seine Schwester Ana Maria ein Buch über ihren Bruder, "Dali as Seen by His Sister", in dem sie seine Jugend als sehr normal und glücklich beschrieb. Dali war ausser sich vor Wut - und typisch für den Künstler - schuf eine Gemälde, das man nur als bösartige Rache an seiner Schwester bezeichnen kann - voll bespickt mit sexuellen Obszönitäten und Gemeinheiten.

In einem Interview mit einem Nachrichtenmagazin aus dem Jahr 2000, beschreibt Robert Descharnes, Dalis langjähriger Sekretär, den Künstler als ziemlich normalen Menschen.

Grafiken von Salvador Dali

Salvador Dali Grafiken wurden in verschiedenen Techniken geschaffen: Radierungen, Stahlstiche, Holzschnitte, Lithographien und gemischte Techniken. Die Mehrzahl sind Radierungen. Seine grafischen Arbeiten wurden entweder als Einzelblätter, als Serien, als Mappen oder in Form von limitierten Buchauflagen veröffentlicht.

Alfred Field, Direktor der Dali Archives Ltd, New York, dokumentiert seit über 40 Jahren die grafischen Werke Dalis mit Billigung und in Kooperation mit dem Meister. Im Jahr 1994 veröffentlichte Alfred Field "The Official Catalog of the Graphic Works of Salvador Dali". Alfred Field wird in Sachen Dali als Autorität weltweit anerkannt.

Der Katalog zählt 1700 echte und authentische graphische Werke, die entweder von Salvador Dali gemacht wurden oder wenigstens von ihm überwacht und gebilligt wurden. Albert Field teilt sie in originale und kooperative Arbeiten auf. Bei letzteren kann man davon ausgehen, dass der Grad der Mitwirkung Dalis nicht sehr intensiv war.

Der grosse Kunstbetrug

Bis 1980 verkaufte sich Dalis Grafik wie warme Semmeln. Als der Nachschub ausblieb, da sich der Künstler wegen einer chronischen Erkrankung aufs Altenteil zurückziehen musste, tauchten schnell die ersten falschen "Dalis" im Markt auf. Im Jahr 1992 veröffentlichte Lee Catterall sein Buch The Great Dali Fraud & Other Deceptions. In der Folge wurden mehrere Kunstverleger, Händler und ein ehemaliger Sekretär Dalis verhaftet und verurteilt.

Falsche "Dalis" wurden in verschiedenen Variationen produziert:

  • Neue Grafiken, die Dali nie gemacht hatte
  • Grafiken nach Gemälden oder Zeichnungen von Dali
  • Umfangreiche Editionen mit gefälschten Dali Signaturen
  • Neuauflagen oder Faksimiles mit gefälschten Signaturen
  • Gefälschte Kopien von echten Grafiken

Für einige Editionen hatten die Verleger mit Salvador Dali einen Vertrag geschlossen, der ihnen erlaubte eine zusätzliche unlimitierte Edition zu produzieren. Diese Extended Editions waren von der ersten limitierten Auflage klar durch eine Signatur in der Platte zu unterscheiden (manchmal spiegelverkehrt und mitten im Bild). Laut Albert Field hat Dali niemals unlimitierte Auflagen signiert.

Der Künstler war an dem ganzen Durcheinander selber nicht ganz unschuldig. Er hatte bei verschiedenen Gelegenheiten Leerblätter signiert, da er wegen seines ständigen Hin- und Herreisen zwischen New York, Paris und Spanien manchmal schwer zu erreichen war. Berichte wonach Dali zwischen 40.000 and 350.000 Leerblätter signiert habe, werden von Albert Field als falsche Gerüchte zurückgewiesen, die angeblich von betrügerischen Verlegern in die Welt gesetzt wurden, um ihre eigenen Signaturfälschungen zu decken.

Glücklicherweise änderten die zwei größten Papierhersteller, die beinahe alle Dali Grafiken beliefert hatten, im Jahr 1980 ihr Wasserzeichen. Sie fügten das Symbol für unendlich, das aussieht wie eine liegende Acht, zu dem alten Schriftzug hinzu. Somit können Fälschungen leichter identifiziert werden. Grafiken, die das Rives oder Arches Wasserzeichen in Verbindung mit der "liegenden Acht" haben und Dalis Signatur aufweisen, sind eine klare Fälschung. Dali hat nach 1980 keine Blätter mehr signiert.

Falsche Dali Grafiken zirkulieren noch immer auf dem Kunstmarkt. Viele werden jetzt auf dem Internet angeboten. Wie kann man sich dagegen schützen ?

Salvador Dali Grafiken sammeln

Etablierten Kunstgalerien oder Auktionshäusern zu trauen ist nett aber kein ausreichender Schutz. Die Betrüger können überall sitzen - in miesen Kellerläden wie in schicken Galerien und Auktionshäusern.

Kunstfachleute benutzen sogannte Werksverzeichnisse um die Identität eines Kunstwerks festzustellen. Für die Grafiken von Dali sind zwei solcher Werksverzeichnisse erhältlich:

  • The Official Catalog of the Graphic Works of Salvador Dali, by Albert Field, 1996, veröffentlicht von Salvador Dali Archives Ltd., ISBN 0-9653611-0-1
  • Ralf Michler und andere, "The Catalog Raisonne of Etchings and Mixed-Media Prints, 1924-1980", and "Catalog Raisonne of Prints II, Lithographs and Wood Engravings"

Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet April 2009)

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Siehe auch Die Göttliche Komödie.

Literaturquellen für diese Dali Biografie

  • Frank Weyers, Salvador Dali - Life and Work, 1999, Könemann Verlagsgesellschaft, ISBN 3-8290-2934-9
  • The Official Catalog of the Graphic Works of Salvador Dali, by Albert Field, 1996, published by the Salvador Dali Archives Ltd., ISBN 0-9653611-0-1
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