Homepage - artelino Art Auctions since 2001. Japanese prints, Chinese prints, Thangkas, traditional Tibetan rugs, statues from Nepal artelino Art Auctions since 2001. Japanese prints and Chinese prints. Japanese Prints Sign In  |  Register  |  Contact us  |  New User?

EDUTAINMENT

KATEGORIEN

LINKS



Muller Kollektion

Eisvogel
Hasui Kawase - Biografie
Hasui Kawase - Biografie
Biho Takahashi 1873-?
copyright protected

This article in English: Muller Collection

Am 10. April 2003 verstarb Robert O. Muller im Alter von 91 Jahren. Der engagierte Sammler und Kunsthändler hatte die feinste und vermutlich weltweit grösste Sammlung japanischer Shin Hanga Farbholzschnitte zusammen getragen.

Sein Tod zog grosses öffentliches Interesse auf die als Muller Kollektion bekannte Sammlung.

Die Bilder auf dieser Seite sind link-sensitiv und führen zu weiteren Artikeln zu diesem Thema oder zu anderen Web Sites, die Sie interessieren könnten.

Frühe Begegnungen mit japanischen Farbholzschnitten

Robert O. Muller machte seine ersten Begegnungen mit japanischen Farbholzschnitten in den frühen 30-er Jahren. Er sah zufällig Shin Hanga Grafiken, die von Shima Art Company in New York vertrieben wurden und erwarb spontan die ersten Blätter.

Zu jener Zeit war die amerikanische Öffentlichkeit noch nicht mit japanischen Shin Hanga Farbholzschnitten vertraut. Die Leute hatten andere Sorgen - die weltweite Rezession der frühen 30-er Jahre und ab circa 1935 die wachsenden politischen Spannungen mit dem Kaiserreich Japan.

In den Jahren 1930 und 1936 gab es allerdings zwei grössere Ausstellungen für Shin Hanga Grafiken in Toledo, U.S.A. Beide Ausstellungen fanden ein breites Echo und waren auch ein kommerzieller Erfolg - die Ausstellungsobjekte waren zum Kauf angeboten.

Flitterwochen in Japan

Haus am See - Mabashi
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
Hiroaki Takahashi 1871-1945
copyright protected

Robert Muller war beeindruckt. Und die Leidenschaft für japanische Grafiken und Bilder, die von ihm Besitz ergriffen hatte, sollte ihn bis an das Ende seines Lebens nicht mehr loslassen.

Im Jahr 1940 fuhr er mit seiner jungen Braut Inge in die Flitterwochen nach Japan. Dort traf er die wichtigen japanischen Grafik-Verleger, vor allem aber Watanabe Shozaburo, den Mentor und geschäftlichen Förderer der Shin Hanga Bewegung. Muller etablierte seine Kontakte auch zu anderen Verlegern wie Nishinomiya Yosaku, Adachi Toyohisa und Kato Junji in Tokyo, sowie mit dem Kyoto Verleger und Watanabe Rivalen Sato Shotaro.

Während dieser ersten Japan Reise traf Robert Muller auch viele der berühmten Künstler - unter ihnen Hasui Kawase, Ito Shinsui, Hiroshi Yoshida und den jungen Shiro Kasamatsu.

Und Bob - wie ihn seine Freunde nannten - begann in grossem Stil japanische Farbholzschnitte zu kaufen - von Verlegern und auch direkt von den Künstlern. Er hätte kaum eine bessere Zeit erwischen können. Das Shin Hanga Geschäft von Verlegern wie Watanabe war hauptsächlich ein Exportgeschäft in die Vereinigten Staaten. Im Jahr 1940 war das politische Klima zwischen Japan und den U.S.A. bereits so verschlechtert, dass die Exporte praktisch zum Erliegen gekommen waren. Watanabe und die anderen Verleger waren mehr als froh für jeden Dollar, den sie umsetzen konnten. In dem Buch "Crows, Cranes & Camellias" wird erwähnt, dass Robert Muller sich erinnerte, dass er zum Beispiel pro Grafik von Koson Ohara 28 Cents zahlte.

Shima Art Company

Vogel mit Schnee bedecktem Bambus
Natori Shunsen - Biografie
Natori Shunsen - Biografie
Seiko aktiv ca. 1890 - 1900
copyright protected

Bevor Robert Muller zu seinen Flitterwochen nach Japan aufgebrochen war, hatte er die Shima Art Company in New York gekauft und sich als Kunsthändler mit der Robert Lee Art Gallery niedergelassen.

Am 7.Dezember 1941 begann der Pazifik Krieg mit dem Angriff auf Pearl Harbor. Keine gute Zeit um einen Handel mit japanischer Kunst in New York zu eröffnen. Die Gefühle im Lande waren verständlichweise anti-japanisch. Die U.S. Behörden befürchteten einen japanischen Angriff gegen die Westküste und internierten mehr als 100.000 Amerikaner japanischer Herkunft. Unter ihnen war auch der Maler und Kunstgrafiker Chiura Obata und seine Frau Haruko. Das beste was die Mullers unter diesen Umständen tun konnten, war auf Tauchstation zu gehen.

Nach 1945 blieb die Situation für ein Geschäft mit japanischer Kunst angespannt. Die Mullers organisierten Verkaufsausstellungen japanischer Grafiken in amerikanischen Schulen.

Die rote Scheune

In den 60-er Jahren hatte sich das Geschäft von Muller etabliert. Und seine Sammlung von Grafiken wuchs weiter. Robert O. Muller zeigte erneut Weitsicht als er anfing sein Interesse auf Holzschnitte aus der Meiji Epoche und auf Kuchi-e auszuweiten. Das geschah zu einer Zeit als Ukiyo-e Experten und Schriftsteller wie Jack Hillier oder Richard Lane das Ende der Edo Epoche (1868) auch als das Ende des japanischen Holzschnitts ansahen und im übrigen Ukiyo-e, das nach Utamaro Kitagawa geschaffen worden war, als degenerierte, kommerzielle Massenware betrachteten, die es nicht wert war gesammelt zu werden.

In den 80-er und 90-er Jahren begann die Kunstwelt die Bedeutung der Muller Kollektion zu erkennen. Zwei Bücher wurden veröffentlicht und Ausstellungen abgehalten. Die Muller Kollektion wurde zu einer wichtigen Quelle für Forschung und gab Input für mehrere von Hotei Publishing verlegte Bücher.

Robert O. Muller unterstützte diese Aktivitäten grosszügig. Anders als der Kunstsammler Dr. Barnes, öffnete er seine Schätze für die Forschung und für Buchpublikationen. Die Holzschnitte und Bilder waren in mehreren Safes in einem Raum in einer umgebauten Scheune gleich in der Nähe seines Heims in Connecticut untergebracht.

Nach dem Tode von Robert O. Muller

Wildente und Lotus Blätter
Shiro Kasamatsu - Biografie
Shiro Kasamatsu - Biografie
Ryomi 29. Jahrhundert
copyright protected

Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Kunstwelt als die Presse berichtete, dass die Kollektion von 4.000 Grafiken und ein grosses Archiv an Dokumenten an ein Museum vermacht worden war - der renommierten Arthur M. Sackler Galerie des Smithsonian Instituts.

Diese Pressemitteilungen hatten einen kleinen Fehler. Nicht die Sammlung, sondern eine Sammlung von 4.000 Grafiken ging an das Smithsonian Institut. es war vermutlich der beste Teil, aber nicht die vollständige Sammlung. Andere Teile der Sammlung kamen in den Handel und werden von realen und virtuellen Galerien und von Internet Auktionshäusern seit dem Spätsommer 2003 angeboten.

Zum ersten mal in der Kunstgeschichte ermöglichte das Internet den Zugang zu Objekten aus einer grossen Sammlung für jedermann - nicht nur für wenige Insider oder Leute mit dicken Brieftaschen. Dies ist eine neue und durchaus demokratische Erfahrung. Ohne dem Internet wäre dies nicht möglich gewesen. Und es ist ein sichtbarer Ausdruck eines sich wandelnden Kunstmarkts.

Die Attraktion der Muller Grafiken

Seit dem Spätsommer haben wir das Vergnügen und Glück eine grössere Menge an Grafiken aus der Muller Kollektion persönlich zu sehen und in unseren Online Auktionen anbieten zu können. Aber was ist das Besondere an dieser Sammlung und ist der Rummel gerechtfertigt ?

Er ist es - aus mehreren Gründen.

Zum ersten sind die von Robert Muller gesammelten Holzschnitte ausgesucht schön. Mr. Muller häufte offensichtlich Grafiken nicht nur nach kommerziellen Gesichtspunkten an, sondern auch danach was ihm persönlich gefiel. Und der Mann hatte Geschmack.

Zweitens sind diese Grafiken fast ausnahmslos in sehr gutem Zustand. Kein Wunder - sie wurden über all die Jahre professionell aufbewahrt.

Und drittens bringt die Muller Kollektion plötzlich Schätze zu Tage, die man vorher im Markt nicht sehen konnte. Es gibt Holzschnitte von Künstlern wie Jo oder Ryomi, von denen niemand die vollständigen Namen noch das Geburts- oder Todesjahr zu kennen scheint. Und andere Künstler wie Keinen, die bisher für solide aber nicht übermässig aufregende Grafiken bekannt waren, tauchen plötzlich mit grossartigen Blättern auf.

Und zuletzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Grafiken, die wir bisher zu Gesicht bekamen, alle von höchstem Qualitätsstandard waren - viele mit Luxus Applikationen wie Hochdruck oder Gofun.

Shin Hanga - für den amerikanischen Markt gemacht ?

Gänse im Mondlicht
Hiroshi Yoshida - Biografie
Hiroshi Yoshida - Biografie
Ryomi 20. Jahrhundert
copyright protected

Manchmal liest man kritische Stimmen, dass Shin Hanga Grafiken primär für den amerikanischen Markt geschaffen wurden - ausgerichtet nach amerikanischem Geschmack und eine Art romantisches Disneyland Japan zeigend, das es zu dieser Zeit schon lange nicht mehr gab.

Da ist sicher was Wahres dran. Aber warum auch nicht? Ist Kunst nicht etwas, das vor allem schön sein sollte? ... und das uns ein wenig träumen lässt! Erfolgreiche Kunst war nie langweilig und hat immer den Geschmack der Zeit wider gespiegelt. Rubens malte füllige weibliche Akte und die italienischen Maler der Renaissance portraitierten ihre aristokratische Kundschaft so wie die sich gerne sehen wollten - in aller ihrer Macht und ihrem Reichtum.

Und Künstler wie Hasui, Shinsui, Shunsen, Goyo und Koson liessen uns grossartige Werke von unglaublicher Schönheit zurück - von Schnitzern und Druckern in Holzschnitt-Technik geschaffen, die in den 200 Jahren des japanischen Holzschnitts nie zuvor einen derart hohen technischen Stand erreicht hatte.

Dieter Wanczura
(November 2003, überarbeitet Juni 2009)

Quellen für diesen Artikel

  • Chris Uhlenbeck, "Robert O. Muller 1912 - 2003", article in Andon 74, published by Society for Japanese Arts, Leiden, ISSN 0168-2997
  • Amy Reigle Stephens, "The New Wave - Twentieth Century Japanese Prints from the Robert O. Muller Collection", Bamboo Publishing Ltd. London und Hotei - Japanese Prints, Leiden, ISBN 1-870076-19-2
  • Koson Ohara - Amsterdam Rijksmuseum, "Crows, Cranes & Camellias. The Natural World of Ohara Koson 1877-1945. Japanese Prints from the Jan Perree Collection", Catalogue, by Amy Reigle Newland, Jan Perree & Robert Schaap. Amsterdam 2001, ISBN 90-74822-38-x
Google
 
Web www.artelino.com

The images on this web site are the property of the artist(s) and or the artelino GmbH and/or a third company/institution.  Reproduction, public display and any commercial use of these images, in whole or in part, require the expressed written consent of the artist(s) and/or the artelino GmbH. . 

Saturday, November 21, 2009: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
Auctions of Japanese and Chinese prints.


Online Art Auctions

Shin Hanga

LINKS