This article in English: Paul Binnie - Woodblock Prints
Paul Binnie wurde im Jahr 1967 in Schottland geboren. Im Jahr 1990 machte er seinen MA in Fine Art (Hons.), einem Joint Degree in Kunstgeschichte an der Universität Edinburgh und Malerei, Zeichnung und Druckgraphik am Edinburgh College of Art. In Paris sah er zum ersten Mal japanische Holzschnitte. Paul beschloss, nach Japan zu gehen um die alte Kunst des japanischen Farbholzschnitts zu erlernen. Nach mehr als 6 Jahren in Tokio kam er Ende 1998 zurück nach London. Heute ist er einer der bekanntesten und teuersten Künstler des japanischen Holzschnitts.
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Kürzlich wurde das erste Buch über die Holzschnitte des Künstlers unter dem Titel "Dialog with the Past" veröffentlicht. Das Deckblatt des Buches zeigt eine von Pauls Grafiken mit dem Titel "Cho Musubi".
Diese Seite zeigt 10 ausgewählte Holzschnitte von Paul Binnie. Die Themen, denen Paul bisher seine Werke gewidmet hat, sind das japanischen Kabuki-Theater, männliche Akte, Tattoo Grafiken, japanische Landschaften, eine Serie mit Wolkendarstellungen, Bijin Drucke (Bilder von schönen Frauen) und als neueste Kreationen zwei Landschaften in den Spuren von Hiroshi Yoshida - ein Bild des Grand Canyon und eines der Akropolis in Athen.
Als Paul in Tokio weilte, lebte er in Sendagaya, nicht weit weg vom Theater Bezirk. Binnie war nicht nur ein häufiger Gast am Noh-Theater, sondern hatte auch großes Interesse am traditionellen Kabuki-Theater.
Diese beiden unterschiedlichen, aber auch sehr alten und traditionellen japanischen Theater Formen hatten seine Neugierde entfacht. Das künstlerische Ergebnis dieser Theater Leidenschaft waren eine Reihe von Kabuki-Holzschnitten und Siebdrucken und mehrere Ölgemälde mit Szenen aus dem Noh-Theater.
Eines seiner wichtigsten Werke aus dieser Zeit ist Ebi Zori - Backbend. Binnie beschreibt den Holzschnitt mit eigenen Worten:
"Der Schauspieler Bando Tamasaburo erscheint als der Geist des Kirschbaums im Kabuki-Stück" Seki no To" indem er eine Rückwärtsdehnung vollzieht, die auch als Ebizori bekannt ist. Der Baum wird von einem bösen Wesen namens Sekibei bedroht, das mit einer großen Axt ausholt. Sie beugt sich wie eine Garnele um vor der enormen Klinge auszuweichen."
Nach unserem Wissen ist diese Edition in einer Auflage von 50 Stück nicht mehr vom Künstler erhältlich. Dieses Design hat jetzt Seltenheitswert.
Nur in 25 Exemplaren gedruckt, ist "Ichikawa Danjuro - Genroku Mie" einer der seltenen frühen Drucke. "Ichikawa Danjuro - Genroku Mie" ist ein Hauptwerk von Paul Binnie. Es ist auf einem weichen, handgemachtem japanischen Papier gedruckt, und es ist mit einer Größe von circa 100 mal 65 cm. sehr groß. Der Künstler hat diese Arbeit am Ende seiner "Lehre" unter Meister Drucker Seki Kenji gefertigt.
Binnie hat diesen Druck wie folgt beschrieben:
"Dieses Design wurde auf einen ganzen Bogen japanischen Papiers gedruckt um die enorme Größe dieses Kostüms zu zeigen. Die Quadratförmigen Ärmel werden auf der Bühne von zwei Assistenten gestützt. Die "Genroku mie" oder "Genroku Pose" ist der Höhepunkt des Stücks "Shibaraku", bei der die Hauptfigur Gongoro seine Stärke und Macht zeigt. Er thront über den anderen Akteuren auf hohen hölzernen Geta (Holzschuhen), die von seinem langen Hosen verdeckt werden."
Dies ist einer von ca. einem Dutzend von Siebdrucken, die der Künstler bisher geschaffen hat.
Paul schuf nur eine Handvoll von Landschafts-Grafiken während seiner Tokio Jahre. Die drei wichtigsten Werke sind "Mond über Shinobazu", "Schnee in Asakusa" und "Kirschblüten in Ueno". Sie erhielten große Aufmerksamkeit als sie im amerikanischen Club in Tokyo gezeigt wurden. Es war der erste öffentliche Ausstellungs-Erfolg von Binnie.
"Asakusa im Schnee" wurde zwischen Januar und Februar 1998 geschaffen. Die verwendete Technik ist der klassische japanische Holzschnitt.
Binnie hat ca. ein Dutzend Grafiken mit männlichen Akten geschaffen. Die neueren, das sind diejenigen nach 2004, gibt es zumeist in zwei Versionen - eine "einfache" und eine zweite Version mit dem gleichen Design, aber einer Tätowierung auf dem männlichen Körper.
Bilder von erotischen männlichen Akten sind übrigens auch ein Grund warum Binnie das Vereinigte Königreich kurz nach seiner Absolvierung der Kunstakademie verließ. Einige von Pauls Werken in der Ausstellung der Arbeiten der Absolventen wurden ohne seine Genehmigung durch den Direktor der Hochschule der Künste wegen "Obszönität" entfernt. Binnie war verärgert und frustriert.
Die Auflage dieses Design ist 30. Es wurde zwischen Februar und Mai 2006 geschaffen. Die Tattoo Version trägt den Titel "Hokusai's Wasserfall".
Nach seiner Rückkehr aus Tokyo machte Binnie zwei Jahre lang keine Holzschnitte mehr. Er war mit einigen von privater Seite in Auftrag gegebenen Porträts und einem Theater-Projekt in London beschäftigt. Doch eines Tages beschloss er, eine Reihe von Wolken-Holzschnitten zu schaffen und schickte Sie an die jährliche CWAJ (College Women of Japan) Kunstausstellung - vermutlich die wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Grafiken in Japan. Die Serie war ein Erfolg für Paul und er entschloss sich mit den japanischen Holzschnitten weiter zu machen.
Übrigens wurden die Skizzen für die Wolken-Serie in der Nacht auf Binnie's Balkon gemacht. Was Sie sehen, ist der Himmel über London.
"Miyajima no Torii" (Torii von Miyajima). Der Torii von Miyajima. Dieses berühmte Torii (das Ritual-Tor, das zum Shinto-Schrein führt) ist auf Wattgrund gebaut und bei Ebbe vollständig frei. Bei Flut sieht der große rote Torii aus als würde er auf der Wasseroberfläche schweben. Es ist das Begrüßungs-Tor für die Geister und die Besucher aus dem Meer für den Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima." (Text von Paul Binnie).
"Torii bei Miyajima" wurde zwischen Februar udn März 2003 geschaffen. Die Editionsgröße ist 100.
Tattoo-Grafiken gehören zu den beliebten Themen von Paul Binnie. Binnie hatte während seiner Jahre in Tokyo mehrere Designs gemacht. Aber er hatte sie noch nie der Öffentlichkeit gezeigt. Es war im Jahr 2002, als wir an Paul wegen Tattoo heran traten. Binnie schafft nicht nur neue großartige Werke, er sammelt auch alte Ukiyo-e. Zu unserer Überraschung präsentierte er uns seine eignen Tattoo Werke.
Die ersten Drucke die er uns zum Verkauf anbot, waren "Blue Smoke" und "Tattoo 1" und "Tattoo 2" in kleinen Formaten und für wenig Geld. Sie verkauften sich wie warme Semmeln. Heute sind sie ausverkauft und selten. Seitdem veröffentlicht Binnie hin und wieder ein neues Tattoo-Design oder eine spezielle Tattoo-Version der männlichen oder weiblichen Akte.
Eine weitere populäre und frühe Grafik ist Blue:
"AO" (Blau). Eine modifizierte Version von "Ogon" in lebendigem lila-blauem Ton. Tattoos in Rot und Blau auf dem rechten Oberarm und der Schulter. Dargestellt sind Ahorn Blätter ie sie in einen darunter liegenden Strom fallen."
"Engawa" (Veranda). Dieser Holzschnitt wurde ursprünglich im Jahr 2004 im Auftrag von Saru Galerie in einer Auflage von nur 30 Stück geschaffen. Paul Binnie selbst betrachtet "Engawa" (japanisches Wort für "Veranda") als eines seiner besten Holzschnitte. Unseres Wissens ist dieses Design ausverkauft - wenn nicht, wird es sicher mit einem hohen Preis gehandelt. Wenn Sie daran interessiert sind, wenden Sie sich bitte an Eric van den Ing von der Saru Galerie.
Binnie hat auch eine billigere Tattoo Version von "Engawa" in seiner üblichen Auflage von 100 gefertigt.
"Natsu" (Sommer) aus der Serie "Shiki" (4 Jahreszeiten). Die gesamte Edition wurde von Bruce Tierney und Barry Stokes in Auftrag gegeben. Die Kommission wurde unter der Bedingung erteilt, eine Reihe von vier aufwendigen und großzügigen "Bijin" Grafiken zu schaffen. Die Schaffung von "Shiki" war eines der teuersten Projekte in der modernen japanischen Druckgrafik mit professionellen japanischen Models und häufigen Reisen des Künstlers zwischen Tokio, London und Tennessee (USA). Die ganze Serie wurde im Frühjahr 2003 begonnen und konnte im Jahr 2005 abgeschlossen werden. "Sommer" war aus der Serie das erste Design das publiziert wurde.
"Sommer" wurde in einer Auflage von 50 geschaffen.
Meiner Meinung nach ist "Sommer" das schönste Design in der Serie von vier.
Paul Binnie hat die alten Ukiyo-e und Shin Hanga Meister sehr intensiv studiert. Hiroshi Yoshida gehört zu den von ihm am meisten verehrten Meister-Künstlern. Inspiriert von Yoshida, hat Paul vor kurzem zwei Entwürfe in den Fußstapfen des großen Shin Hanga Künstlers geschaffen. Es ist "Grand Canyon" und die "Akropolis bei Nacht" in Athen.
Binnie wählt gerne Themen der großen Shin Hanga Meister. Kendall H. Brown beschreibt es in seinem Essay in der Binnie Biographie "Dialog with the Past" als "spielerische Manipulationen" und "Dialog mit den alten Meistern". Meiner Meinung nach könnte noch mehr dahiner stecken. Binnie ist ehrgeizig und technisch Spitzenklasse. Es ist sicher nicht übertrieben, ihn unter den zeitgenössischen Künstlern des japanischen Farbholzschnitts als einen einsamen Karpfen im Teich des heutigen "Hanga" zu sehen. Ich denke, Binnie will seine Stärke mit der der alten Meister messen.
Binnies Könnerschaft ermöglicht es ihm selbst zu schnitzen und zu drucken. Shin Hanga Künstler wie Hasui Kawase fertigten dagegen nur die Skizzen und gaben diese dann zur Ausführung an geschickte Schnitzer und professionelle Drucker weiter. Unter den Shin Hanga Künstlern war nur Hiroshi Yoshida in der Lage das allein zu machen.
Während "Akropolis" eine Arbeit im Auftrag eines griechischen Reeders war und deshalb vom Künstler nicht erhältlich ist, begann der Holzschnitt "Cloud Shadows, Grand Canyon" zwar als Auftragsarbeit, wird aber jetzt vom Künstler und Händlern angeboten. Die "Kommission" endete in einer eigenen und lange Geschichte. Binnie hat einen interessanten Aufsatz über die Schaffung dieses Holzschnitts geschrieben. Bitte lesen Sie Cloud Shadows, Grand Canyon.
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Friday, February 10, 2012:
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