This article in English: Okuyama Gihachiro - Biography
Gihachiro Okuyama hat mit den amerikanischen Pop Art Künstlern Andy Warhol und Roy Lichtenstein eines gemeinsam. Auch er arbeitete gleichzeitig in der angewandten (kommerziellen) Grafik und in den sogenannten schönen Künsten.
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Das fundamentale Konzept der Pop Art ist nicht neu. Die traditionelle Kunst des japanischen Farbholzschnitts kannte die Unterscheidung zwischen Feiner Kunst und Kommerz, zwischen Künstlern und Kunsthandwerkern nie.
Gihachiro Okuyama hatte unter Kosaka Gajin Kunst studiert. In den zwanziger Jahren machte er kommerzielle Entwürfe für verschiedene Firmen - Poster, Plakate und Etiketten für Whisky Flaschen. Im Jahr 1931 gründete er seine eigene Werbefirma.
Parallel zu diesen kommerziellen Aktivitäten, war Gihachiro in den Künstlerbewegungen Sosaku Hanga und Shin Hanga aktiv und nahm mit anderen Künstlern häufig an Ausstellungen teil.
In den dreissiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Situation für Künstler in Japan - auch für die Ausländer wie Elizabeth Keith und Paul Jacoulet - ziemlich schwierig. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren ein wichtiger Markt. Mit dem Beginn der grossen Depression nach dem Zusammenbruch des Aktienmarkts im Jahr 1929, brach die Nachfrage nach Grafiken aus Japan ein. Und als sich die Weltwirtschaft zu erholen begann, hatten die steigenden Spannungen zwischen den USA und Japan den Absatz japanischer Güter in Nordamerika weiter erschwert. Westliche Ukiyo-e Künstler wie Elizabeth Keith verliessen Japan.
Während des II. Weltkrieges wurde es noch schlimmer. Die Materialien zum künstlerischen Arbeiten wurden knapp. Die Sosaku Hanga and Shin Hanga Künstler organisierten sich in der Nihon Hanga Hokokai um besseren Zugang zu Materialien zu bekommen. Der französisch-japanische Künstler Paul Jacoulet war in Japan geblieben. Er zog aufs Land und überlebte mit Gemüseanbau und der Aufzucht von Hühnern, die er auf dem Schwarzmarkt verkaufte.
Nach dem Ende des II. Weltkriegs normalisierte sich die Situation für die Künstler in Japan rasch. Die Wirtschaft erholte sich und viele in Japan stationierte amerikanische Soldaten entdeckten den Charme der japanischen Holzschnitte oder kauften sie als Souvenir oder Geschenke für ihre Familien und Freunde zu Hause. Paul Jacoulet musste keine Hühner mehr verkaufen, sondern hatte in dem Oberbefehlshaber der US Streitkräfte für den Pazifik, General Douglas MacArthur, einen begeisterten Sammler für seine Grafiken gefunden.
Auch Gihachiro Okuyama hatte den Krieg überstanden. Und im Jahr 1946 gründete er eine Verlagsfirma, die Nihon Hanga Kenkyusho - das Japanische Grafik Institut. Gihachiro führte seine parallelen Aktivitäten in der angewandten und der feinen Grafik fort. Nach dem Krieg machte er viele Landschaftsgrafiken. Gegen Lebensende hatte er über 1000 Grafiken geschaffen - sowohl im Sosaku Hanga als auch im Shin Hanga Stil. Nach dem Tode von Gihachiro Okuyama führte sein Sohn Gijin das Werk des Vaters fort.
Dieter Wanczura
(Mai 2002, überarbeitet Juni 2009)
Helen Merritt and Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", published by University of Hawaii Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X.
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Saturday, February 11, 2012:
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