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Moderne Kunstepochen

Moderne Kunst Grafik
Moderne Kunst - mehr Artikel
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von Shi Yanqing Jahrgang 1979
copyright Shi Yanqing

This article in English: Modern Art Movements

Mit dem Beginn der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tauchten neue Kunststile und Kunstbewegungen in immer kürzeren Abständen auf und verschwanden wieder. Darin spiegelt sich der rasche Wandel in unserer Gesellschaft wieder. Hier ist ein kurzer Überblick über die wichtigsten Stilrichtungen - angefangen mit dem Impressionismus.

Aus copyright Gründen können wir Ihnen hier keine Bilder von Künstlern wie Pablo Picasso oder Salvador Dali zeigen. Stattdessen zeigen wir Ihnen Farbholzschnitte des modernen chinesischen Künstlers Shi Yanqing Jahrgang 1979 aus der Serie My Villagers aus dem Jahr 2006.

Impressionismus

Der Impressionismus markiert den Beginn er modernen Kunst. Es begann in Paris als Reaktion auf eine starre "offizielle" Kunst, die von traditionellen Institutionen wie der Akademie der schönen Künste beherrscht wurde. Die Ausstellung des berühmten Gemäldes von Édouard Manet, Frühstück im Freien, im Jahr 1863 im Salon des Refusés verursachte einen Skandal.

Die Impressionisten malten lieber im Freien als im Studio und studierten die Wirkung des Lichtes auf ein Motiv. Ihre bevorzugten Themen waren Landschaften und Szenen aus dem alltäglichen Leben. Die bekanntesten Namen des klassischen Impressionismus sind Edouard Manet, Claude Monet, Edgar Degas, Camille Pissarro und Pierre Auguste Renoir in Frankreich und Alfred Sisley in England.

Fauvismus

Das Wort Fauvismus kommt von dem französischen Wort fauve, was soviel wie "wilde Tiere" bedeutet. Und in der Tat - dieser neue moderne Kunststil war ein wenig wild - mit kräftigen, ausdrucksstarken Farben. Paul Gauguin und der holländische Maler Vincent van Gogh hatten den Impressionismus mit dem Gebrauch expressiver Farben an seine Grenzen gebracht. Der Fauvism ging einen Schritt weiter indem er vereinfachte Kompositionen in Verbindung mit wahren "Farborgien" schuf. Die erste Ausstellung von Fauve Künstlern fand im Jahr 1905 statt. Die bekanntesten Künstler sind Henri Matisse, Andre Derain, Maurice de Vlaminck, Kees van Dongen und Raoul Dufy.

Expressionismus

Moderne chinesische Kunstgrafik
artelino - Kunstauktionen
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von Shi Yanqing Jahrgang 1979
copyright Shi Yanqing

Auf einen einfachen Nenner gebracht, war der Expressionismus die deutsche Version des Fauvismus. Die Expressionisten hatten sich in zwei Künstlergruppen organisiert. Eine war in Dreseden und dann in Berlin beheimatet und nannte sich die Die Bruecke. Zu ihr gehörten die Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Emil Nolde, Max Pechstein, Otto Mueller und Karl Schmidt-Rottluff. Nach dem 1. Weltkrieg gab es eine Nachfolgegruppe, die Dresdner Sezession.

Die zweite Expressionisten Vereinigung war in und vor den Toren Münchens beheimatet - bekannt unter dem Namen Der Blaue Reiter. Die bekanntesten Künstler aus dieser Gruppe sind Franz Marc, August Macke, Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexei Yavlensky.

Jugendstil

Der Jugendstil war durch seinen ausgeprägt dekorativen Stil und der Hinwendung zu natürlichen Formen charakterisiert. Jugendstil war von ungefähr 1880 bis 1910 populär. Die Franzosen und Engländer nannten ihn Art Nouveau. Bei den Italienern hieß er Liberty, in Österreich Sezessionsstil und in Spanien Arte joven. Jugendstil war nicht auf Gemälde und Grafiken beschränkt. Es deckte alle Formen von Kunst und Kunsthandwerk ab - Architektur, Möbel, Schmuck, Glaswaren und Illustrationen.

Schöne Beispiele von Jugendstil sind die Eingänge der Metro in Paris, die Glassarbeiten von Emille Galle und Louis Comfort Tiffany in den USA oder die Poster von Alfons Mucha. Unter den Jugendstil Malern ist Gustav Klimt am bekanntesten. Der Jugendstil überlebte den 1. Weltkrieg nicht, vielleicht wegen der hohen Preise für Jugendstilobjekte. Der Jugendstil hatte seine Wurzeln in einem hohen Anspruch an handwerkliche Qualität und eignete sich nicht für eine Massenproduktion.

Art Deco

Art Deco war primäre ein Design Stil und populär in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Auf einen vereinfachten Nenner gebracht, war Art Deco der Nachfolger des Jugendstils - einfacher und eher an Massenproduktion orientiert. Der Stil war in der Mode, bei Möbeln, Schmuck, Textilien, in der Architektur, der kommerziellen Grafik und in der Innenausstattung dominierend. Der bekannteste Künstler ist René Lalique, ein Schmuck- und Glasmacher. Das Chrysler Gebäude in New York (1930) ist ein Beispiel für den Art Deco Stil in der Architektur.

Kubismus

Pablo Picasso - Biografie
Pablo Picasso - Biografie
von Shi Yanqing Jahrgang 1979
copyright Shi Yanqing

Kubismus beschränkte sich auf die Malerei und Bildhauerei. Trotzdem hatte es einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der modernen Kunst. Kubismus war von dem Spanier Pablo Picasso und dem Franzosen Georges Braques vor dem 1. Weltkrieg in Paris aus der Taufe geholt worden. Paul Cézanne, zumeist als Post-Impressionist eingestuft, kann als Vorläufer des Kubismus angesehen werden.

Kubismus hatte starke Wurzeln in afrikanischer Stammeskunst. Der Kubismus bevorzugte geometrische Formen und Fragmente. Alles wird auf Kuben und andere geometrische Formen reduziert. Manchmal werden mehrere Ansichten eines Motivs gleichzeitig gezeigt. Berühmte kubistische Künstler sind neben Pablo Picasso und Georges Braques noch Robert Delaunay, Marcel Duchamp, Juan Gris und Lyonel Feininger. Der Kubismus bereitete den Weg für die abstrakte Kunst.

Surrealism

Surrealismus ist eine weitere Kunststilrichtung des 20. Jahrhunderts. Dessen geistiger "Ziehvater" war André Breton, ein französischer Dichter und Schriftsteller, der die Grundsätze des Surrealismus in einem Dokument im Jahr 1924 in Paris niederschrieb, das unter dem Namen Surrealistisches Manifest bekannt ist. Der Surrealismus betont das Unbewusste, die Wichtigkeit der Träume - die psychologische Seite der Kunst. Surrealismus wurde für die schönen Künste, die Literatur und den Film zu einer wichtigen Bewegung.

Für die visuellen Künste, sind die bekanntesten Namen Salvador Dali, der Italiener Giorgio de Chirico mit seinen seltsamen und unheimlichen Stadtansichten, Marcel Duchamp, Max Ernst, Joan Mirò, Yves Tanguy, René Margritte und der Russe Marc Chagall.

Abstrakte Kunst

Der in Russland geborene Wassily Kandinsky wird als der Vater der abstrakten Malerei im 20. Jahrhundert angesehen. Sollten Sie jemals nach München kommen, dann sollten Sie unbedingt das Lenbachhaus Museum besuchen. Es zeigt eine große Vielzahl an Gemälden von Wassily Kandinsky. Man kann sehr gut erkennen, wie sich sein Stil nach und nach in Richtung eines Verzichts auf die Darstellung von Gegenständen aus der realen Welt entwickelte.

Piet Mondrian, ein Maler aus Holland, ist ebenfalls ein wichtiger Exponent der abstrakten Malerei. Mondrian hatte in Paris mit dem Kubismus experimentiert. Während des 2. Weltkriegs emigrierten viele führenden Avant-Garde Künstler in die Vereinigten Staaten, zum Beispiel Max Ernst, Marcel Duchamp und Marc Chagall. Damit wurde New York zum neuen Zentrum für abstrakte Malerei.

Pop Art

Das Wort Pop Art ist eine Abkürzung von Popular Art. Der Name sagt schon fast alles. Pop Art wollte Kunst in das tägliche Leben der Menschen zurück bringen. Es war auch eine Reaktion gegen die abstrakte Malerei, die die Künstler der Pop Art als zu anspruchsvoll und elitär empfanden. Die Lieblingsmotive der Pop Art Bewegung waren Objekte aus dem täglichen Leben wie Suppendosen bei Andy Warhol oder Comics bei Roy Lichtenstein.

Typisch für die Einstellung der Pop Art war die Verwendung von Siebdruck von Andy Warhol - eine foto-realistische und zur Massenproduktion taugliche Technik der Grafikkunst. Pop Art drang in die Medien und die Werbung ein. Die Unterschiede zwischen Schönen Künsten und Gebrauchskunst wurden bewusst aufgehoben. Exzellente Beispiele sind die Entwürfe der Plattenalben in den sechziger Jahren. Die unbestrittene Kultfigur des Pop Art war Andy Warhol (1928-1987). Andere große Namen sind Jaspar Johns, Robert Rauschenberg, David Hockney, Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein, Georg Segal, Wayne oder James Rosenquist. Die Pop-Art Bewegung war vor allem von amerikanischen und britischen Künstlern getragen.

Op Art

Nach der Pop-Art kam die Op-Art, eine Verkürzung von Optical Art. Op-Art drückte sich mit reduzierten geometrischen Formen aus - oft in schwarz und weiß oder mit sehr kräftigen Farben. Der bekannteste Künstler ist der in Ungarn geborene Vasarely. In den siebziger Jahren zog Op Art in die Textilmode ein. Aber trotzdem wurde Op-Art nie so richtig populär wie die Pop-Art.

Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet April 2009)

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