This article in English: Masami Teraoka
Masami Teraoka vermischt traditionelle Ukiyo-e Stilelemente mit zeitgenössischen Themen wie AIDS oder die zunehmende Dominanz von Personal Computern. Sein Stil ist eine Art von Ukiyo-e Pop Art. Masami Teraoka ist ein international bekannter und geschätzter Künstler. In Japan geboren, lebt er jetzt in Hawaii.
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Masami Teraoka wurde im Jahr 1936 in Onomichi in Japan geboren. Seine Kunstausbildung erhielt er an der Kwansei Gakuin Universität in Kobe, Japan und am Otis Art Institute in Los Angeles. Seit 1973 hatte er wichtige Einzelausstellungen in berühmten Museen wie dem Whitney Museum of American Art in New York oder dem San Francisco Museum of Modern Art. Kunstwerke von Masami Teraoka befinden sich in grossen Museumssammlungen.
Obgleich Masami Teraoka den Stil des traditionellen japanischen Farbholzschnitts benutzt, ist er eigentlich kein Grafiker. Seine Werke im Ukiyo-e Stil sind in Wirklichkeit zumeist Aquarelle. Wie er selbst sagt, benützt er die Aquarelltechnik, um den Holzschnitt zu imitieren.
Masami Teraoka gehört zu den wenigen Künstlern, die ihre eigenen Werke kommentieren. Die folgenden Texterklärungen stammen vom Künstler selbst.
"Im Jahr 1989 besuchte ich das Victorian College of the Arts in Melbourne, Australia. Während eines Dia-Vortrags sprach ich über AIDS. Jemand fragte mich nach eyes (Anmerkung: englisch für Augen) und ich war verwirrt. Bald erkannte ich, dass die Studenten über AIDS sprachen - mit Akzent. Zu jener Zeit schienen sich australische Ärzte und Krankenschwestern keine Sorgen über AIDS und die Ansteckgefahr zu machen."
"Die Geisha in diesem Werk repräsentiert eine japanische Frau vom alten Stil. Sie hat die Kondom Gebrauchsanleitung genau befolgt und sich trotzdem AIDS geholt. Die fallenden Kirschblüten stehen für die schönen Erinnerungen ihres Lebens."
"Ein japanischer Tourist steigt aus dem Wasser. Vor ihm steht eine westliche Touristin auf dem felsigen Riff. Überwältigt von ihrem Anblick möchte er gerne einen Schnappschuss machen. Als er an seine japanische Freundin denkt, lässt er die Gelegenheit zum Schnappschuss lieber sausen.
"Ich wünsche mir oft, mein sensei (Lehrer) Utagawa Kunisada (1786- 1865) wäre noch am Leben. Ich möchte nur zu gerne sehen wie und was er in Amerika zeichnen würde. Ich stelle eine Phantasie Szene dar mit Kunisada auf Hawaii wie er die Sonnenfinsternis beobachtet. Seine Sicht wird von einer Amerikanerin getrübt, die seine Aufmerksamkeit ablenkt, seine Pläne durcheinander bringt und die Finsternis noch mehr verfinstert."
"In Japan würden Samurai niemals Tatoos tragen. Tatoos werden noch immer als Macho Symbol der unteren Klassen angesehen - sie sind vor allem unter yakuza (Gangstern) und Bauarbeitern beliebt. Ein Samurai mit einem tattoo könnte aber sehr wohl in Amerika existieren, wo ich das Bild gemalt habe. In Amerika gibt es solche Klassenschranken nicht. Die neuerliche, phänomenale Popularität von Tatoos zeigt wie frei Amerikaner sind. Wenn Amerikaner etwas wollen, dann hält sie nichts davon ab."
"In den Gemälden von Hieronymus Bosch (ca. 1450-1516), hatten Adam und Eve noch keine Kondome und keine Computer. Wenn Adam und Eva jetzt vom Himmel runter steigen würden, wären sie in einem Spinnennetz moderner Technologie gefangen. Sie brauchen keine anderen menschlichen Wesen mehr in Person zu sehen. Sie können jetzt Freunde per E-Mail finden und mit "elektronischen Menschen" kommunizieren.
Mit einer Mausbewegung können Sie reisen, virtuelle Museen besuchen und über Natur und Tiere lernen - einschliesslich der bereits ausgestorbenen. Sie können sogar das Paradies studieren, das sie verloren haben ! Adam und Eva werden vom amerikanischen Lebensstil verführt. Dieses virtuelle Leben macht ihnen Spass. Aber wenn sich die Maus nicht mehr bewegt und der Computer sich ausschaltet, dann geraten sie in Panik. Sie sind jetzt Amerikaner !"
Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet Mai 2009)
Paintings by Masami Teraoka, published by Arthur Sackler Gallery, Smithonian Institution, Washington, D.C. in association with Weatherhill, Inc. New York and Tokyo, 1996, ISBN 0-8348-0352-6.
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