This article in English: Biography of Maekawa Senpan
Wenn Senpan Maekawa zu einer anderen Zeit und in einem anderen Land geboren worden wäre, wäre er vielleicht ein berühmter Cartoon Zeichner wie Charles Schulz geworden. Stattdessen wurde er zu einem führenden Künstler von Sosaku Hanga und zu einem Insider Tip für Sammler von Grafiken des 20. Jahrhunderts.
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Der Name des Künstlers kann in der Literatur manchmal mit einer etwas anderen Schreibweise als Maekawa Sempan gefunden werden.
Senpan Maekawa war der Sohn einer Ladenbesitzer Familie in Kyoto. Der junge Mann studierte Kunst. Aber sein erster Job war für eine satirische Zeitschrift in Tokyo mit dem Namen Puck - auf japanisch: pakku. Maekawa zeichnete Cartoons für diese Zeitschrift und verdiente sich sein Geld ausserdem mit Illustrationen. Maekawa hatte ein grosses Talent für Comics und Cartoons. Später hatte er sogar eine eigene Cartoon Serie in einer Sonntagszeitung - awatemono no kumasan - über einen etwas unbeholfenen Bären, der immer in Eile war.
Im Jahr 1919 hatte Maekawa seinen ersten Holzschnitt im Sosaku Hanga Stil geschaffen und auch ausstellen können.
Die Sosaku Hanga Künstler hatten den beinahe religiösen Glauben, dass ein Künstler den gesamten Prozess der Schaffung einer Druckgrafik persönlich ausführen müsse. Über Jahrhunderte hinweg war das Schaffen eines Holzschnitts eine Kooperativarbeit eines Künstlers, eines Blockschnitzers, eines Druckers und schliesslich des Verlegers. Besonders die Blockschnitzer und die Drucker benötigsten eine lange Ausbildung von mehreren Jahren um solche grossartigen Holzschnitte wie zum Beispiel die Frauenserie von Yoshitoshi, bei der man jedes einzelne Haar erkennen kann, zu schaffen.
Die frühen Grafiken der Sosaku Hanga Künstler waren von einfacher Machart in der Linienführung und dem Gebrauch von Farben. Senpan Maekawa sprach später über seine Probleme ganz freimütig.
"Ich benötigte 10 Jahre um die Technik zu lernen. Später, als ich einige Kunsthandwerker kennengelernt hatte, fand ich heraus, dass die mir das in wenigen Stunden hätten beibringen können."
In den Anfangsjahren machte Maekawa nur 3 oder 4 Kopien von einem Entwurf. Keiner kaufte was und oft verschenkte er seine Werke. Der Künstler erinnert sich an die erste Zeit:
"Kreative Grafiken (sosaku hanga) waren in jenen Tagen klein und amateurhaft. Ich predigte ständig, dass wir sie grösser und besser machen müssen."
Im Jahr 1945 wurden der Künstler und seine Frau wegen der ständigen Bombenangriffe auf Tokyo aufs Land evakuiert. Kurz danach wurde ihr Heim in Tokyo von einer Bombe getroffen und restlos zerstört. Viele seiner Arbeiten, die er zurück gelassen hatte, waren für immer verloren.
Aber insgesamt wurde es nach dem Ende des 2. Weltkriegs für Sosaku Hanga Künstler besser. Die amerikanischen Besatzer schätzten ihre Werke während ihre japanischen Landsleute sie weiterhin ignorierten. Senpan Maekawa konnte jetzt von seinen Grafiken leben. Die Zeit nach dem Krieg wurde für ihn deshalb die schaffensreichste.
Eines der häufigsten Motive von Maekawa waren Szenen von einer typisch japanischen Freizeitbeschäftigung - Bädern und heissen Quellen. Er veröffentlichte mehrere Serien unter dem Titel Notizen zu heissen Quellen, die er noch während des Krieges begonnen hatte. Andere Themen, die den Künstler berühmt machten, sind farbefrohe Darstellungen von Menschen bei Feiern, traditionellen Gebräuchen und allen möglichen Beobachtungen aus dem alltäglichen Leben - vor allem auf dem Lande.

Senpan Maekawa arbeitete mit einer kurzen Ausnahme (Linolschnitte) immer mit dem Medium des Holzschnitts. Für westliche Techniken wie Radierung oder Stahlstich hatte er sich nie interessiert. Sein Stil war vor allem nach dem Krieg dekorativ, farbenfroh und freundlich. Kein Wunder, dass Sammler seine Grafiken schätzen.
Dieter Wanczura
(Juni 2002, überarbeitet Mai 2009)
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