This article in English: Biography of Kunichika Toyohara
Toyohara Kunichika war einer der im traditionellen Ukiyo-e Stil arbeitenden Künstler gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Er kannte in seinem Leben nur 4 Leidenschaften: Saufen, Huren, Kabuki Theater und Farbholzschnitte schaffen.
Die Bilder auf dieser Seite sind link-sensitiv und führen zu weiteren Artikeln zu diesem Thema oder zu anderen Web Sites, die Sie interessieren könnten.
Toyohara Kunichika wurde im Distrikt Kyobashi von Tokyo geboren. Sein ursprünglicher Name war Yasohachi Oshima. Als er 12 Jahre alt war, wurde er Schüler des Ukiyo-e Meisters Toyohara Chikanobu. Und im Alter von 13 trat er in das Studio von Kunisada Utagawa als Schüler ein. Der junge Yasohachi erhielt wie alle Schüler, einen Künstlernamen - Kunichika. Es ist eine Kombination aus den beiden Namen seiner 2 Meister abgeleitet - Kunisada und Chikanobu.
Unter den frühen Arbeiten Kunichikas sollte ein Porträt seines Meisters von 1863 erwähnt werden. Es zeigt Kunisada mit dünnem Gesicht, langer Nase und Kahlkopf. Im Jahr 1864 starb Kunisada und Kunichika entwarf zwei Erinnerungs-Drucke - einen als Diptych - des verstorbenen Meisters. Das lässt darauf schliessen, dass Kunichika eine hervorgehobene Rolle unter den Schülern der Kunisada Schule gehabt haben muss.
Kunichika war ein typischer Bohemien Künstler. Er heiratete im Jahr 1861 und hatte mit seiner Frau eine Tochter namens Hana. Das Paar trennte sich später. Dabei ist unklar ob er seine Frau verließ oder ob sie es mit ihm nicht länger aushalten konnte. Angeblich soll Kunichika mehr als 40 Geliebte in seinem Leben gehabt haben - Dichtung oder Wahrheit ? Gegen Ende seines Lebens prahlte Kunichika damit, dass er 107 mal im Leben umgezogen sei - und damit den angeblichen Rekord von Hokusai schlug. Alle diese Geschichten sind mit Vorsicht zu genießen.
Vermutlich hatten die Geschichten vom Schürzenjäger und Dauerumzieher Kunichika einen wahren Kern und waren gleichzeitig maßlos übertrieben. Kunichika tat sicherlich sein bestes um solche Geschichten zu verbreiten. Er war ein begnadeter Schauspieler und gefiel sich in dieser Rolle. Die Geschichten über Kunichikas Sauftouren und seine Bordellausflüge sind dagegen glaubwürdiger. Sie wurden von seinen Künstlerkollegen Kyosai Kawanabe und Kiyochika Kobayashi überliefert. Wenn man all die Geschichten zu einem Bild zusammenfügt, kommt man zu dem Ergebnis, dass Kunichika vermutlich ein Alkoholiker und "loser Vogel" war, der zudem seine Geldausgaben nicht kontrollieren konnte.
Eine andere Leidenschaft von Kunichika war das Kabuki Theater. Kunichika hielt sich oft stundenlang hinter der Bühne auf und machte Skizzen von Schauspielern. Ein Zeitgenosse schrieb über ihn: "Farbholzschnitte entwerfen, Theater und Saufen war sein Leben und er war damit zufrieden."
Im alten Japan war es unter dem gebildeten Bürgertum der Brauch vor seinem Tode ein Gedicht zu schreiben. Und das schrieb Kunichika:
"Da ich müde bin Porträts der Menschen dieser Welt zu malen, werde ich bald Porträts des Königs der Hölle und der Teufel malen."
Kunichika ist vor allem für seine Farbholzschnitte von Schauspielern bekannt. Außerdem schuf er einige Grafiken mit dem Motiv der "schönen Frauen" und einige mit historischen Themen.
In den Jahren 1865, 1867 und nochmals 1885 erschien Kunichikas Name an achter, fünfter und vierter Stelle des Tokyo ryuki saikenki. Das war so eine Art von Hitliste der besten Ukiyo-e Künstler - von einer Zeitung in Tokyo einmal im Jahr zusammengestellt und veröffentlicht.
Zu Lebzeiten war Kunichika ein geschätzter und angesehener Künstler. Aber er konnte nie die große Wertschätzung wie sein Lehrer Kunisada oder Yoshitoshi während seiner späten Lebensjahre erringen. Im Jahr 1867, ein Jahr vor dem Zusammenbruch des Shogunat, erhielt er einen offiziellen Auftrag der Regierung für die Weltausstellung von 1867 in Paris etwas beizusteuern.
Kunichika bevorzugte kräftige rote und dunkel purpur-blaue Farben. Man findet diese Farben häufig als Hintergrundfarbe seiner Farbholzschnitte. Die Farben waren chemische Anilin Produkte, die so ab ca. 1860 aus Deutschland eingeführt wurden und die alten Pflanzenfarben verdrängt hatten. Für die Japaner symbolisierte die Farbe rot die Bedeutung des Fortschritts und der Erleuchtung (japanisch: meiji). Die ganze japanische Nation lebte damals in dem Wahn, man müsse sich von den westlichen technischen Errungenschaften "erleuchten" lassen.
Die Farbholzschnitte von Toyohara Kunichika bewegen sich im unteren Preissegment. Für 100 Euro bekommt man eine Grafik in gutem Zustand. Farbholzschnitte von Kunichika kosten selten mehr als 500 Euro. Mehr gefragt sind Triptyche und Diptyche in gutem Erhaltungszustand.
Die Anilin Farben haben den Vorteil, dass sie nicht verblassen wie die pflanzenfarbenen. Kunichika Farbholzschnitte haben zumeist kräftige Farben. Dummerweise haben die frühen Anilinfarben den Nachteil, dass sie unter Feuchtigkeit leicht auslaufen. Vor allem die rote Farbe neigte dazu. Sie sollten deshalb vor dem Kauf den Druck auf solche auslaufenden Farben prüfen.
Kunichika Farbholzschnitte sind für beginnende Sammler ein guter Boden. Da sich bei den Preisen das Fälschen nie rentiert hat, kann man bei einem Kunichika Druck eigentlich nur schwer reinfallen.
The images on this web site are the property of the artist(s) and or the artelino GmbH and/or a third company/institution. Reproduction, public display and any commercial use of these images, in whole or in part, require the expressed written consent of the artist(s) and/or the artelino GmbH. .
Monday, February 08, 2010:
Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century
and contemporary Chinese art prints.
artelino
art auctions since 2001.
Auctions of Japanese and Chinese prints.
Search for Kunichika prints in our online auctions of Japanese and Chinese prints.