This article in English: Kiyoshi Saito - Biography
Leicht hat es der japanische Künstler Kiyoshi Saito nie gehabt. Doch die Natur hatte ihn mit einem Drang zur Kunst ausgestattet, der Unmögliches möglich machte. Europäische Künstler waren es, die Saito studierte, um schliesslich in der japanischen Tradition selbst die Qualitäten zu erkennen, um die sich die internationale Moderne bemühte. Seine Farbholzschnitte in traditioneller japanischer Technik gehören bis heute zu den gefragtesten auf dem Kunstmarkt.
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Kiyoshi Saito ist 1907 in einem kleinen Dorf Namens Bange im Kawanuma-Distrikt der Präfektur Fukushima, also im nördlichen Teil der japanischen Hauptinsel Honshu, geboren. Als er fünf Jahre alt war, verlor sein Vater sein kleines Geschäft in Fukushima und die Familie zog weiter in den Norden auf die Insel Hokkaido, wo der Vater in Otaru als Arbeiter in den Kohlenminen ein Auskommen fand. Als Kiyoshi Saito dreizehn war, starb seine Mutter und er wurde in die Ferne gesandt, buddhistischer Tempelhüter zu werden. Sein Fluchtversuch scheiterte, doch der Priester liess ihn heimkehren.
Saito ging nach Hokkaido, wo er die Lehre als Schildermaler antrat, die ihm über viele Jahre seinen Lebensunterhalt sichern sollte. Damals keimte bei ihm der Traum, Kunstmaler zu werden, und er begann nachts nach Gipsabgüssen zu zeichnen. Doch das eigene Schildermaler-Unternehmen, das er noch vor seinem zwanzigsten Geburtstag gegründet hatte, gab ihm zum ersten Mal im Leben Sicherheit und einen bescheidenen finanziellen Erfolg. Es aufzugeben, um in Tokio ein Kunststudium aufzunehmen, war eine schwere Entscheidung. Vorerst begnügte er sich daher damit, Abbildungen in westlichen Zeitschriften zu studieren und Anregungen zu sammeln.
Beim Besuch Saitos in Tokio 1932 fiel dann doch die mutige Entscheidung, sich dem lebendigen Treiben der Grossstadt zu stellen. Zunächst als Schildermaler, dann auch von 1944 bis 1954 als Beschäftigter der Asahi Newspaper Company. Doch dies war Nebensache, denn mit dem engen Kontakt zu Shiko Munakata kam auch der Entschluss, sich mit der Technik des Holzschnittes vertraut zu machen, nicht zuletzt beeindruckt von Farbholzschnitten des westlich orientierten Malers Yasui Sotaro (1888-1955).
Er malte weiterhin in Öl und erlernte autodidaktisch die Technik des Holzschnitts. Beides konnte er 1937 in der renommierten Kokugakai-Ausstellung erstmals präsentieren und war höchst motiviert. Als er in der Ausstellung in Ginza 1939 Ono Tadashige kennenlernte, wurde er Mitglied dessen Künstlergruppe, die in Gemeinschaft das Randdasein des Sosaku Hanga führte. Dort entdeckte er die Möglichkeiten des Farbholzschnittes mit mehreren Druckstöcken und sein unverkennbarer persönlicher Stil begann Gestalt anzunehmen.
Die Bekanntschaft mit dem Mentor Koshiro Onchi eröffnete bald Türen zu renommierten Galerien, wo vor allem amerikanische Kunden Begeisterung an den Arbeiten Saitos zeigten. Kiyoshi Saito entwickelte sich zum produktivsten Holzschnitt-Künstler Japans, dessen Editionen bald weltweiten Absatz fanden. In der japanischen Kunstwelt betrachtete man Sosaku-Hanga-Künstler allerdings zunächst herablassend und ihre Werke als Konzession an den amerikanischen Geschmack.
Dies änderte sich 1951 bei der ersten Biennale des brasilianischen Modern Art Museum of Sao Paulo, als sich die hochdotierte Jury in der japanischen Sektion nicht etwa für Ölgemälde oder Skulpturen angesehener Künstler entschied. Die Preise gingen an zwei Hanga-Künstler und wurden für eine Radierung von Tetsuro Komai sowie für einen Holzschnitt von Kiyoshi Saito vergeben. Die japanische Kunstwelt war erschüttert.
Fortan wurden Werke Saitos in bedeutenden Ausstellungen gezeigt und für die renommiertesten Sammlungen angekauft. Der Künstler konnte nun reisen, so etwa 1959 durch Frankreich, 1977 nach Prag. Saito war aber auch als Illustrator von Zeitschriften und als kommerzieller Grafiker gefragt, was ihm und seiner Familie insgesamt 1970 ein eigenes Haus in Kamakura an der Periphärie Tokios, 1987 in seiner Heimat Fukushima sowie ein reichliches Einkommen ermöglichte.
Die Arbeiten Kiyoshi Saitos sind vom kulturellen Erbe des japanischen Nordens, bisweilen von dessen kargerer Landschaft geprägt. Eine gewisse volkstümlich-archaische Derbheit und zugleich eine expressionistische Abstraktion verleihen ihnen eine unverwechselbare Handschrift zeitgemässer Prägung. Von der Technik her blieb Saito der japanischen Tradition des Farbholzschnitts treu, doch verknüpfte er sie mit den flächigen Gestaltungsprinzipien der Moderne, die auf nuancierte Abstufungen mittels unzähliger Druckstöcke und auf plastische Formgebung verzichteten.
Die Werke Saitos bestechen durch kompositorische Klarheit und gestalterische Einfachheit. Die besondere Qualität darin ist vor allem der Mut zur Abstraktion und spontanen Formgebung. Dadurch machen die in der Regel kleinformatigen Arbeiten, die gewöhnlich in der Bildfläche einen Stempel und eine Signatur aufweisen, einen überaus frischen und lebendigen Eindruck. Als Motive sind von Landschaften über Porträts und Stilleben bis zu Tieren und Pflanzen nahezu alle Gattungen ausgeschöpft.
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Thursday, February 09, 2012:
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