This article in English: Kabuki Theater
Kabuki bedeutet wörtlich Gesang und Tanz. Es ist eine der alten, traditionellen Formen von Theaterunterhaltung und wurde von einer Tempeltänzerin, Izumo no Okuni, im frühen 17. Jahrhundert entwickelt.
Das späte 18. Jahrhundert, ca. 1770-1780, wird als das goldene Zeitalter des Kabuki Theaters gesehen. Die Kabuki Theater waren voller Ruhm, Phantasie, Romanzen und Intrigen. Das Publikum wurde von den populären Schauspielern in prachtvollen Gewändern unterhalten. Die Schauspielstücke setzten ihre reiche künstlerische Phantasie in die neuesten Formen von Musik, Tanz und erfindungsreiche Theatertricks um. Namiki Shozo (1730-73) erfand völlig neue technische Vorrichtungen wie das Kabelsystem, das den Kabuki Schauspielern scheinbar zu fliegen ermöglichte oder Dächer mit Scharnieren, die sich öffneten um die Handlung im Haus zu zeigen oder grosse Falltüren, mit denen man eine ganz Szene auf einen Schlag verschwinden lassen konnte.

Kabuki war eine sehr volksnahe Kunstform. Im Gegensatz dazu stand das verfeinerte Noh Theater, das nur die Adeligen und die Samurai besuchen durften. Aber trotz aller Regierungsdekrete strömten umgekehrt die Männer und Frauen der Samurai Klasse in die Kabuki Theater. Sie hatten sich dafür zumeist verkleidet und sassen in den teuren Boxen hinter abschirmenden Schilf-Vorhängen.
Kabuki ist im heutigen Japan leider eine vom Aussterben bedrohte Kunst. Die meisten jüngeren Menschen sind nicht mehr am Kabuki Theater interessiert. Es gibt zwar immer noch genügend Publikum um die Theater und neue Aufführungen zu finanzieren. Trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der Geschichten, die einst die Leute bewegten, heute in der vom Westen beeinflussten Gedankenwelt kein Interesse mehr finden.
Die Bühnentricks und der Prunk sind sicherlich nicht genug, um mit den Lichteffekten, Computer generierten Spezialeffekten und der Bühnenmechanik mitzuhalten, wie sie heute von Film- und Musical-Theatern eingesetzt werden. Die Musik des Kabuki Theaters ist für Ohren, die an westliche Pop Musik gewöhnt sind, etwas befremdlich. Nur die Zeit wird zeigen, welches Schicksal diese grossartige Form japanischer Schauspielkunst haben wird.
Yorie
(2001, überarbeitet April 2009
Aubrey S. Halford and Giovanna M. Halford, "The Kabuki Handbook", published by Charles E.Tuttle Company, Inc., 1998, ISBN 0-8048-0332-3.
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Thursday, February 09, 2012:
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