This article in English: Joan Miro - Biography
Joan Miro ist für seine verspielte Kunst bekannt. Auf den ersten Blick wirken seine emblemhaften Bilder naiv und beinahe kindlich. Ganz im Gegensatz zu seiner Kunst war Miro ein grundsolider, hart arbeitender Mann, der am liebsten in dunklen Geschäftsanzügen herumlief.
Aus Copyright Gründen können wir Ihnen hier keine Werke des Künstlers im Bild vorstellen. Statt dessen sehen Sie Farbholzschnitte des chineischen Künstlers Yang Yongsheng, Jahrgang 1967
Joan Miro wurde als Sohn eines Goldschmieds in Barcelona in Spanien geboren. Er studierte Kunst an der Kunstakademie von Barcelona und der Academia Gali. Seine Eltern hätten es lieber gesehen, wenn er die Laufbahn eines seriösen Kaufmanns eingeschlagen hätte. Parallel zu seinen Kursen in Kunst nahm Joan deshalb an Kursen über Wirtschaft teil.
Der junge Miro arbeitete fast 2 Jahre lang als Buchhalter bis er eines Tages einen Nervenzusammenbruch hatte. Miros Eltern akzeptierten schließlich die Wahl ihres Sohnes eine Künstlerkarriere zu versuchen. Großartige Unterstützung gaben sie ihm nicht.
Zu Beginn seines künstlerischen Schaffens probierte Miro die gerade aktuellen Stilrichtungen aus - Fauvismus und Kubismus.
Im Jahr 1920 machte der Künstler die erste einer Reihe von Reisen nach Paris. Ein Jahr später lies er sich dann fest in Paris nieder. Er traf Pablo Picasso und viele der anderen großen Maler und Künstler, die damals in Paris lebten.
Im Jahr 1924 trat Miro der Gruppe des Surrealisten André Breton bei. Sein Malstil verlegte sich auf das Surrealistische. Seine Gefährten waren André Masson und Max Ernst. Aber Joan Miro integrierte sich niemals vollständig in die Gruppe, die von dem Theoretiker André Breton dominiert wurde. Er blieb ein Außenseiter.
Ab 1930 hatte Miro seinen eigenen Stil gefunden. Der ist nicht so einfach zu beschreiben. Kräftige Farben kombiniert mit vereinfachten Formen sind charakteristisch. Und alles sieht ein wenig aus, als wenn es ein Kind im Alter von 5 Jahren gemalt hätte. Joan Miro integrierte Elemente der katalanischen Volkskunst und er verglich seine Werke gerne mit der Poesie.
In den 30-er Jahren wurden Ruhm und Anerkennung international. Von 1940 bis 1948 war der Künstler nach Spanien zurück gekehrt. Während dieser Periode experimentierte er mit verschiedenen Medien - Skulpturen, Keramik, Grafiken und Wandgemälden.
Im Jahr 1947 kam Miro zum ersten mal in die Vereinigten Staaten von Amerika. Er hatte mehrere Einzelausstellungen. Die wichtigste war eine Retrospektive am MoMA, dem Museum Moderner Kunst, in New York in den Jahren 1951 und 1959. 1954 erhielt er einen Preis bei der Biennale von Venedig. Im Jahr 1968 beendete Joan Miro einen Auftrag für zwei große Keramik-Wandgemälde am UNESCO Gebäude in Paris.
Miro war ein disziplinierter und fleißiger Arbeiter. Er sprach wenig und sah wie der perfekte Bourgois aus. Er war ordentlich, pünktlich und zuverlässig. Nichts aber auch gar nichts wirkte an ihm unkonventionell oder gar revolutionär.
Joan Miro war ein bescheidener Mensch. Und trotz seiner internationalen Anerkennung war seine finanzielle Lage immer angespannt. Miro träumte davon ein großes Studio zu besitzen, in dem er seine zahlreichen Kunstprojekte und Ideen realisieren konnte. Die notierte er übrigens akribisch auf Notizzetteln. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war seine Zeit endlich gekommen. Seine erste Reise in die USA förderten seine Popularität und den Marktwert von Miro Bildern und Grafiken erheblich.
Und der Künstler machte jetzt Druck auf seine Galeristen, ihm einen faireren Anteil am Verkaufspreis einzuräumen. In einem Brief an seine Galeristen schrieb er:
"Ich werde es nicht mehr länger akzeptieren das bescheidene Leben eines kleinen Herrn zu führen."
Im Jahr 1956 konnte Miro endlich in die Villa seiner Träume einziehen. Sie lag in Palma de Mallorca und war von dem Architekten Josep Lluis Sert entworfen worden. Das neue Heim war im ultra-modernen Stil der fünfziger Avant-Garde Jahre erbaut worden. Im Jahr 1992 wurde es zum Miro Museum und für die Öffentlichkeit zugänglich.
Miro war auch ein produktiver Grafiker. Er arbeitete mit Radierungen und Lithografie. Und Miro gehört zu denjenigen modernen Künstlern wie Pablo Picasso oder Marc Chagall, deren Grafiken auch in großen Auflagen auf den Markt gebracht wurden, in der Absicht ein breites Publikum anzusprechen. Somit kann sich auch ein Kunstliebhaber mit kleinem Geldbeutel eine echte Joan Miro Grafik leisten.
Dieter Wanczura
(September 2001, überarbeitet April 2009)
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