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Japanische Farbholzschnitte

Japanische Farbholzschnitte I
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
von Yoshitoshi Taiso 1839-189
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This article in English: Japanese Prints

Japanische Farbholzschnitte wurden während der letzten Jahrzehnte unter Sammlern sehr beliebt. Dieser Artikel befasst sich mit dem Druckvorgang, den verwendeten Farben und dem Papier, das für japanische Farbholzschnitte verwendet wird.

Die alte Tradition ist immer noch lebendig und wird für qualitativ hochwertige Reproduktionen berühmter Meister oder für zeitgenössische Grafiken verwendet. Sogar einige zeitgenössische Künstler westlicher Herkunft wie Paul Binnie, David Stones oder David Bull lernten und absorbierten die japanische Art der Grafikkunst.

Wie Farbholzschnitte gemacht werden

Japanische Farbholzschnitte in alter Tradition sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von vier verschiedenen Personen - dem Künstler, dem Schnitzer, dem Drucker und dem Verleger. Jeder von ihnen benötigte mehrere Jahre der Lehrzeit und praktischer Erfahrung auf ihrem Gebiet. Ein Künstler kam zumeist im Alter von 15 Jahren in eine Malschule und bleib bei seinem Meister wenigstens vier Jahre lang. Die Lehrzeit eines Schnitzers dauerte bis zu zehn Jahren.

Das Prinzip der Teamarbeit bei der Herstellung von japanischen Farbholzschnitten war auch zu Beginn der europäischen Grafikkunst gang und gäbe. Erst im 19. und 20. Jahrhundert wurde es durch das Konzept der "Originalgrafik" ersetzt. Das verlangte, dass ein Künstler alle Schritte selbst ausführen oder doch wenigstens aufs engste überwachen sollte.

Der Künstler

Japanische Farbholzschnitte II
Ando Hirsohige - Biografie
Ando Hirsohige - Biografie
von Hiroshige Ando 1797-1858
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Die Herstellung eines japanischen Farbholzschnitts beginnt mit dem Künstler, der eine Umrisszeichnung auf dünnen, durchsichtigem Papier macht. Diese wird als hanshita-e bezeichnet. Der Drucker befeuchtet das Papier und legt es mit dem Gesicht nach unten auf einen Holzblock. Dafür wird Kirschholz genommen, da es feinkörnig und dennoch weich genug zum Schneiden ist. Die Herstellung eines japanischen Farbholzschnitts war übrigens eine umweltfreundliche Sache, bei der kaum Abfall entstand und die Holzblöcke wurden auf beiden Seiten benutzt.

Der Schnitzer

Als nächstes war dann der Schnitzer an der Reihe. Immer an den Linien entlang fahrend, wurde alles neben den Zeichnungslinien entfernt. Das Ergebnis war der sogenannte 'key block', auch Basis oder Hauptblock genannt, der das Design als Hochrelief zeigte. Der Schnitzer musste die heikelsten Partien wie die Konturen der Nase oder des Gesichts in einer durchgehenden Bewegung ausschneiden. Ein einmal gemachter Fehler konnte nicht mehr korrigiert werden.

Manche der japanischen Grafik Künstler machten ziemlich skizzenhafte Entwürfe und betrachteten es als Aufgabe des Schnitzers sich um die Details zu kümmern. Schaut man sich zum Beispiel die feinen Linien des Haares in einem Druck von Yoshitoshi Tsukioka an, dann kann man es kaum fassen, wie man derartiges zustande bringen kann.

Der Drucker

Japanische Farbholzschnitte III
Kuckuck
Shin Hanga - Artikel
Shin Hanga - Artikel
von Hodo Nishimura active 1930s
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Dann war wieder der Drucker an der Reihe, der Tinte auf die erhöhten Linien rieb und mehrere Probeabzüge machte. Diese Relief Kopien wurden an den Künstler zurück gegeben. Der vermerkte darauf die Farben, die er haben wollte.

Als nächstes war wieder der Schnitzer dran, der jetzt für jede Farbe einen Holzblock schnitzen musste. Um genaue Duplikate des Holzblocks herzustellen, benutzte der Schnitzer die Probeabzüge des Relief Blocks. Für die Farbholzblöcke wurde weicheres Holz als für den Relief Block verwendet.

Nachdem alle Blöcke fertig gestellt waren, bereitete der Drucker das Papier vor indem er die Blätter aus einem großen Bogen schnitt. Vor dem Drucken wurde das Papier zuerst befeuchtet, dann auf den Block gepresst und mit einem speziellen Werkzeug, dem Baren aufgerieben. Dieser Vorgang musste für jede Farbe wiederholt werden. Der letzte Block, der benutzt wurde, war der Basis Block um die schwarzen Umrisslinien auf die Grafik zu drucken.

Der Drucker musste auf das genaueste arbeiten um die Farben gut entlang der Linien auszurichten. Für Luxus Ausgaben mussten Mica oder metallische Pigmente zur Erzielung spezieller Effekte aufgebracht werden. Ein anderer Spezialeffekt, der hohes Geschick erforderte, war das sogenannte 'embossing', eine Fläche, die sich vom Druck abhob. Dies wurde dadurch erreicht dass man das feuchte Papier auf einen extra Block presste, der farblos war.

Der Verleger

Japanische Farbholzschnitte IV
36 Ansichten des Fuji
Ukiyo-e - Artikel
Ukiyo-e - Artikel
von Tomikichiro Tokuriki 1902-1999
copyright protected

Der Verleger war für den finanziellen Teil und und den kommerziellen Erfolg verantwortlich. Er erteilte dem Künstler den Auftrag und zahlte die Schnitzer und Drucker. Er trug das unternehmerische Risiko einer Edition und koordinierte das Team.

Manchmal wurde eine fünfte Person eingesetzt, der Kalligrapheur, wenn eine Grafik eine Menge an Text enthielt. Surimono sind ein Beispiel für Farbholzschnitte mit zumeist einer Menge an kalligrafischem Text.

Gerecht oder nicht - alte japanische Farbholzschnitte tragen zumeist den Namen des Künstlers, aber selten den des Schnitzers und ganz selten den des Druckers. Seit 1887 schrieb ein Gesetz vor, dass alle japanischen Farbholzschnitte das genaue Datum des Drucks und der Ausgabe tragen mussten. Von da ab wird auch der Verleger genannt - zumeist in der Form eines Siegels am Rand der Grafik. Schnitzer und Drucker, obwohl deren Teil ein derartig hohes Können erforderte, wurden übrigens als unbedeutende "Arbeitsbienen" angesehen.

Papier

Für traditionelle japanische Farbholzschnitte wird handgemachtes Papier verwendet, das als washi bezeichnet wird. Die Faser wird aus dem Maulbeerbaum gewonnen im Gegensatz zu Papier, das aus Leinen (Arches) oder Faserholz gewonnen wird, wie es in den westlichen Ländern üblich ist.

Für ältere japanische Farbholzschnitte gibt es zwei Papiersorten, masa und hosho. Hosho ist dicker und wurde für Luxus Ausgaben und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet.

Für moderne japanische Farbholzschnitte findet man auch nishinouchi und kozo, das mit natürlichen Pflanzenextrakten gefärbt wird.

Farben der Japanische Farbholzschnitte

Japanische Farbholzschnitte V
Handbuch Japanischer Holzschnitt
Handbuch Japanischer Holzschnitt
Zeitgenössischer Japanischer Holzschnitt
copyright Ryusei Okamoto

Japanische Farbholzschnitte wurden mit natürlichen Pflanzenfarben bis ungefähr 1860 hergestellt. Von da ab wurden sie nach und nach von Anilin Farben verdrängt, die aus Deutschland importiert wurden. Beide, Pflanzen- wie Anilinfarben, haben Vor- und Nachteile.

Pflanzenfarben verblassen unweigerlich im Verlauf der Zeit. Die Dauer hängt ganz von der richtigen oder falschen Behandlung ab. Besonders die violetten und rosa Farben verblassen schnell und verwandeln sich in eine Art Hellgrau. Japanische Farbholzschnitte aus dem frühen 18. Jahrhundert haben selten frische Farben.

Anilin Farben behalten ihren ursprünglichen Zustand dagegen viel besser. Aber einige der Farben, vor allem das Rot, haben die Tendenz, bei Feuchtigkeit auszulaufen. Dieser Effekt vermindert den Wert eines japanischen Farbholzschnitts und kommt oft bei Grafiken der Meiji Epoche vor.

Dieter Wanczura
(Mai 2001, überarbeitet April 2009)

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Wednesday, March 10, 2010: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
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