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Japanische Farbholzschnitte - I

Ueno Kiyomizudo im Schnee, 1929
Ueno Kiyomizudo im Schnee, 1929
von Kawase Hasui
copyright proteced

Eine Reise durch das winterliche Japan - dargestellt an Farbholzschnitten. Vortrag von Dr. Andreas Grund, Januar 2002 Rotary-Club Darmstadt-Kranichstein - Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Autors; copyright Dr. Andreas Grund.

Holzschnitt ist ein klassisches Medium der Drucktechnik. Von China kommend, läßt er sich in Japan bis in das 11. Jahrhundert zurückverfolgen, seine Blütezeit erlebte der Farbholzschnitt als Ukiyo-e vom 16. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber auch in Europa entwickelte sich die Kunst des Holzschnitts unabhängig von China und Japan. Wesentliche Unterschiede aber sind die, daß man in Europa das Holz vorwiegend von der Stirnseite her schneidet, was feinere Details zuläßt und das Farbpigment überwiegend flächig und gleichmäßig aufträgt. Hingegen beruhen die japanischen Holzschnitte auf einem Bearbeiten in Längsrichtung der Faser. Auch hat man in Japan bereits früh gelernt, den Farbauftrag als Gradienten durchzuführen, was delikate, fein nuancierte Übergänge von hell nach dunkel oder auch zwischen zwei verschiedenen Farben ermöglicht.

Als Holz verwendet man Buche und Kirschholz, wobei natürlich die Dicke des Baustamms das Format limitiert. Die Platten moderner Holzschnitte werden oft aus Sperrholz gearbeitet, das Format ist nahezu grenzenlos.

Große Bedeutung kommt dem Papier zu. Gute japanische Papiere sind aus Maulbeerbast handgemacht, sind langfaserig in der Struktur, mechanisch stabil, langlebig und teuer. Bei den Pigmenten war man nicht ganz so anspruchsvoll, neben mineralischen Pigmenten setzte man in der Vergangenheit empfindliche Pflanzenfarbstoffe ein, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch Anilinfarbstoffe und moderne Pigmente - oftmals ebenso unbeständig - abgelöst wurden.

Mancher wird sich an die Schulzeit erinnern, an den Kunstunterricht, wo man sich mühevoll kleinformatige Linolschnitte - einfarbig - abrang, oftmals mit mehr Schnitten in der Hand als auf dem Druckmedium. Wer damals aufpaßte, weiß, das der Holzschnitt ein typisches Hochdruckverfahren darstellt - die Farbe wird nur auf den erhabenen, stehengebliebenen Teilen aufgetragen und auf das Papier übertragen. Im Gegensatz dazu ist der Kupferstich ein Tiefdruckverfahren und die Lithographie ein Flachdruck-verfahren.

Es erübrigt sich fast, darauf hinzuweisen, daß die Bildvorlagen seitenverkehrt in das Holz geschnitten werden. Für jede Farbe wird ein separater Block benötigt, teilweise bis zu 20 Blöcke, welche paßgenau geschnitten werden müssen. Hierfür sorgt eine kleine Paßmarke, der so-genannte Kento, als Anschlag für das Papier. Je nach Größe, Detailgrad und Farbumfang braucht ein guter Holzschneider mehrere Monate für einen kompletten Satz an Blöcken.

Der überwiegende Teil traditioneller japanischer Holzschnitte wurde arbeitsteilig hergestellt, der Künstler machte einen Entwurf, oft ein Wasserfarbenbild, verkaufte dieses an einen Verleger, welcher Holzschneider und Drucker mit der Umsetzung beauftragte. Man darf sich dies jedoch nicht als harmonisches Team vorstellen. Die Macht lag beim Verleger, der allein bestimmte, wie das fertige Bild inhaltlich und farblich aussah, der Künstler besaß kaum Mitspracherecht und auch Holzschneider und Drucker wurden nach ihrer Leistung per Block und Druck bezahlt, oftmals kannten sie sich nicht. Erst seit den 20er Jahren gingen einige Künstler dazu über, Blöcke selbst zu schneiden und zu drucken. Oftmals entstanden dabei sehr ausdrucksstarke Bilder, in der Regel war es aber so, daß nicht jeder begnadeter Künstler in der Lage war, seine Vorlagen in gedruckte Bilder selbst umzusetzen, geschweige denn zu vermarkten.

Genug der Theorie, lassen Sie uns nun unsere Winterreise beginnen. Sie führt uns auf der japanischen Hauptinsel Honshu von Nord nach Süd. Wir beginnen unseren Trip in der Nähe von Niigata, das liegt etwa dort, wo die Flugzeuge nach rund zehnstündigem Flug von Deutschland erstmals japanisches Land erreichen.

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Saturday, November 21, 2009: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
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