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Japanische Farb-Holzschnitte

Japanischer Farbholzschnitt
Japanischer Farbholzschnitt
von Kitagawa Utamaro,1750-1806
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This article in English: Japanese Woodblock Prints

Die Kunst des japanischen Farb-Holzschnitts hat ihre Ursprünge in China. Aber erst die japanischen Künstler entwickelten diese Technik zu einer Hochform, die ihresgleichen in der Welt sucht. Japanische Farb-Holzschnitte stehen bei Kunstliebhabern und Sammlern weltweit hoch im Kurs.

Die Kunst des japanischen Farb-Holzschnitts

Die Kunst des Holzschnitts entwickelte sich seit dem 6. Jahrhundert in China und fand allmählich weltweite Verbreitung. Schließlich bescherte ihm der Expressionismus in Deutschland einen Höhepunkt im 20. Jahrhundert. Dennoch ist die japanische Kunst des Holzschnitts eine einzigartige Erscheinung. Nicht nur, weil die japanischen Künstler darin mit einer graphischen Technik an die Tradition der Malerei anknüpften und die aufwändige Technik des Farb-Holzschnitts zu einer Perfektion von magischer Schönheit entwickelten. Sondern vor allem, weil der Holzschnitt erstmals nicht der Reproduktion existierender Kunstwerke der Malerei diente.

Von den Anfängen der Holzschnittkunst in Japan des 17. Jahrhunderts an fertigten Künstler explizit Entwürfe für die Umsetzung in der Drucktechnik. So emanzipierte sich die Kunst des Holzschnitts und gab der japanischen Kultur ein geeignetes Ausdrucksmittel an die Hand, die Anschauung mit der Kultur und Lebensphilosophie zu verbinden.

Die frühe Kunst Japans

Kunisada Utagawa, 1786-1865
Kunisada Utagawa, 1786-1865
Kabuki: Winter-Drama
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Die Bewohner der japanischen Inseln pflegten über Jahrhunderte hinweg lediglich die Baukunst sowie die Kunst der kultischen Skulptur. Mitte des 6. Jahrhunderts begann der Einfluss Chinas auf Japan und setzte eine rasche politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung des Landes in Bewegung. Die Rückkehr zur selbständigen Entwicklung vollzog sich seit dem 9. Jahrhundert, anfänglich nur zögernd begleitet von einer eigenen Malerei und Graphik. Erst im 12. Jahrhundert bildete sich die unverkennbare Ästhetik der japanischen Kunst heraus, dabei in Verbindung mit dekorativem Kunsthandwerk sowie mit der in der Kunstgeschichte ebenfalls singulären Lackmalerei.

Trotz der eigenständigen Entwicklung der Kunst in Japan, riss die Verbindung zu China nicht ab. Dort reifte die Kunst des Farb-Holzschnitts zu Reproduktion von Werken der Malerei weiter. Die berühmten Vorlagensammlungen für Maler "Zehnbambushalle" (etwa 1627) und "Senfkorngarten" (1679 und 1701) zeigen bereits durch entsprechendes Verreiben der Druck-Tusche auf dem Druckstock erreichte fliessende Farbabstufungen, die es ermöglichten, den malerischen Vorlagen gerecht zu werden.

Im 17. Jahrhundert entstehen parallel dazu in Japan die ersten Einzelblätter, also keine Buchdruckbilder mehr, in der Holzschnitt-Technik. Sie sind zunächst schwarz-weiß, von der nahezu ornamentalen Linienführung her allerdings geeignet, in den umrissenen Feldern bald Farbe aufzunehmen. Die japanische Tradition des Ukiyo-e gilt damit als begründet.

Entwicklung des Ukiyo-e

Der Holzschnitt funktioniert nach dem Hochdruckverfahren. Anders als in den Tiefdrucktechniken (Radierung, Aquatinta, Kupferstich etc.) muss der Holzschneider die Vorlage des Künstlers als Negativ seitenverkehrt auf den Druckstock übertragen. Was aus der Holzplatte nicht herausgeschnitten wird, nimmt die Druckfarbe auf. Es besteht also die Möglichkeit, nicht nur Linien, sondern auch größere Farbflächen zu drucken: Ideale Voraussetzungen, Farbe ins Spiel zu bringen.

Die Anfänge in Japan sind um 1700 schlicht, lediglich ein- bis zweifarbig und handkoloriert. Doch schon 1740 tauchen die ersten Farbdrucke auf, zunächst nur mit drei Druckplatten für Schwarz, Rosa und Grün, seit etwa 1765 aber bereits als echte Vielfarbendrucke. Die Tradition des japanischen Farb-Holzschnitts nahm damit seinen Anfang.

Die Technik des Farb-Holzschnitts ist ein höchst aufwändiges Verfahren, in dem eine Vielzahl (bekannter Rekord liegt bei 78) von Druckstöcken hergestellt werden muss, der Anzahl der verwendeten Farben entsprechend. Vergleichbar den europäischen Künstlerwerkstätten jener Zeit wurden die Aufgaben vom Entwurf bis zum Verkauf auf mehrere Personen verteilt.

Zum Team gehörte der Künstler, der die Entwürfe und Vorlagen lieferte, der Holzschneider, der die Druckstöcke herstellte, und der Drucker, der die Abzüge auf handgeschöpftem Papier mit Natur-, später Anilin-Farben herzustellen hatte. Der Leiter des Unternehmens war der Verleger, der die Aufträge vergab, die Herstellungskosten übernahm und für den Vertrieb sorgte.

Hochphase des Japanischen Farb-Holzschnitts

Hiroshi Yoshida, 1876-1950
Hiroshi Yoshida, 1876-1950
Berg Fuji von Okitsu aus
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Die Isolation Japans in den Jahren von 1603 bis 1868 (Edo-Periode), verbunden mit Frieden und Wohlstand, ließ einen großen Bedarf an Vergnügungen und dem Träumen davon aufkommen. Dies bestimmte denn auch die Themen der Farb-Holzschnitte, die vor allem Szenen des Kabuki-Theaters und Porträts der Schauspieler, Kurtisanen aus Edelbordellen und Sumo-Kämpfer darstellten.

Die Blätter erfreuten sich höchster Beliebtheit und gehörten zum Schmuck eines jeden Hauses. In technischer wie künstlerischer Hinsicht erreichten die Arbeiten des 19. Jahrhunderts (also auch fortgesetzt in der Meiji-Periode) einen Grad der Perfektion sowie ästhetischer Schönheit von feinsten Nuancen und malerischen Farbverläufen. Die Umwälzungen, ausgelöst durch die Öffnung des Landes, stellten Japan vor eine Zerreissprobe, die einen gravierenden Einschnitt in der Kultur Japans darstellte. Die hohe Kunst des Farb-Holzschnitts erlebte dabei jedenfalls einen jähen Niedergang.

Wiedergeburt als Hanga

Umetaro Azechi, 1902-1999
Sosaku Hanga
Sosaku Hanga
Tempel Sengaku
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Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es, die Kunst des traditionellen japanischen Holzschnitts vor dem Vergessen zu bewahren. Sie wurde mit der Hanga-Bewegung neu belebt und auf verschiedene Weise modernisiert. Die Künstler des Shin-Hanga suchten den Weg in die Moderne in der Verbindung mit westlichen Elementen. Sie wahrten sorgfältig die Tradition, auch in Bezug auf die Teamarbeit, bereicherten ihre Werke aber mit westlichen Charakteristika wie Licht- und Schatten-Modellierung und Anwendung der Perspektive.

Sosaku-Hanga ("kreative Druckgraphik") orientierte sich hingegen weitestgehend nach dem westlichen Verständnis des modernen, individuellen Künstlers, der den Schaffensprozess gänzlich alleine zu bewältigen hatte. Die stilistische Ähnlichkeit zur klassischen europäischen Moderne ist dabei nicht zu übersehen, was mit einer gewissen Vereinfachung, andererseits einer thematischen Öffnung einherging.

Auch wenn die Werke des Sosaku-Hanga bisweilen naiv erscheinen, ermöglichten sie einen Anschluss an die internationale zeitgenössische Kunst. Für diese Entwicklung wird zunehmend der Begriff Moku-Hanga geprägt und schließt nicht-japanische Künstler ein, die sich - in welcher stilistischen Ausrichtung auch immer - der traditionellen japanischen Technik bedienen.

Sie finden sich mittlerweile auf der ganzen Welt, sind auch oft bekannter als die japanischen Meister. Mit Hilfe der jährlichen, am internationalen Interesse gewinnenden Ausstellung der Druckgraphik des CWAJ (College Women Association of Japan) in Tokio gelingt es aber zunehmend, die Einzigartigkeit und hohe Qualität der japanischen Kunst einem internationalen Publikum zugänglich zu machen. Dadurch hielt also die traditionelle japanische Kunst des Farb-Holzschnitts Einzug ins 21. Jahrhundert.

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Monday, September 06, 2010: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
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