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Holzschnitte

Holzschnitte I
Drucktechniken - weitere Artikel
Drucktechniken - weitere Artikel
Holzschnitt im japanischen Stil, 2003
copyright Eva Pietzcker

This article in English: Woodblock Prints - History and Technique

Der Holzschnitt ist eine der ältesten Drucktechniken. Die Anfänge dazu liegen im Gebrauch von geschnittenen und geformten Stempeln und Siegeln. Die Grundbedingung für die Entwicklung des Holzschnitts war aber die Entwicklung des Papiers, die auf das Jahr 105 n. Chr. in China datiert wird.

Ursprung des Holzschnitts in China

Als erste Drucktechnik entstand dort vermutlich die Steinabreibung: mit Kalligraphien eingravierte Steine wurden mit einem feuchten Papier und Tusche abgerieben. In der Folge oder parallel dazu entwickelte sich der Holzschnitt. Das erste klar datierbare chinesische Holzschnittbuch, das Diamant-Sutra aus Dunhuang, das auf 868 datiert ist, ist technisch so weit entwickelt, dass auf eine weitaus frühere eigentliche Entstehung des Holzschnitts geschlossen werden muss.

Stark beeinflusst von China war in Japan 770 der Druck der "Dharanis", buddhistischer Gebete, in Auflagenhöhe von einer Million beendet worden, wobei unklar ist, ob es sich bei den Druckplatten um Holzblöcke handelte. Insgesamt wurde der Holzschnitt in den ersten Jahrhunderten in China ausschließlich zur Weiterverbreitung buddhistischer Texte und Amulette genutzt.

Holzschnitte in Europa

Holzschnitte II
artelino - Kunstauktionen
artelino - Kunstauktionen
Tintenfisch
copyright Miriam Zegrer

In Europa kam der Holzschnitt weitaus später auf. Das Bedrucken von Stoff mit einer hölzernen Matrix war zwar seit vielen Jahrhunderten üblich, aber erst mit der beginnenden Papierproduktion in Papiermühlen in den 1390ern war die Bedingung für den Holzschnitt geschaffen.

Die ersten Holzschnitte waren Einblattdrucke: Bilder von Heiligen, die in der Not angerufen wurden und deren Anblick Schutz bot. Sie wurden in Buchdeckel eingeklebt oder an die Zimmerwand gepinnt, teilweise wurden ganze Türen und Zimmerdecken so beklebt. Diese frühen Drucke wurden mit einem Reiber handgedruckt und teilweise durch sogenannte Briefmaler mit Hilfe von Schablonen koloriert, wobei darauf geachtet wurde, dass die Linie sichtbar blieb.

Stilistisch beginnt der Holzschnitt in Europa am Ende der hohen Gotik. Zu dieser Zeit war der Sinn für die spirituelle Linienzeichnung sehr ausgeprägt, die Linie war das gängige Ausdrucksmittel. Daher steht der Linienschnitt am Anfang und nicht der Flächenholzschnitt, der erst gegen 1900 aufkam. Die Schwarzlotzeichnung der farbigen gotischen Glasfenster ist den ersten Holzschnitten stilistisch sehr nah und scheint wie eine Vorbereitung auf diesen.

Holzschnitte III
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
Drucken des Holzschnitts I
copyright Miriam Zegrer

Auf die Einblattdrucke folgten die Blockbücher, mit dem Reiber gedruckte, auf den Rückseiten zusammengeklebte und zu einem Buch gebündelte in Holz geschnittene bildliche Darstellungen, deren Text zunächst handschriftlich eingetragen, dann eingeschnitten wurde. Beliebte Themen der Blockbücher waren die Biblia Pauperum/Armenbibel, der Totentanz oder Planetenbücher.

Mit der Erfindung der Typografie um 1440 überlebte sich das Blockbuch. Text und Bild wurden getrennt, und das Verhältnis von Bild und Text kehrte sich um - war im Blockbuch das Bild primär, so war es jetzt der Text. Gedruckt wurde von nun an mit Hilfe von Druckpressen, wobei die Holzstöcke der Höhe der Bleilettern angepasst wurden.

Hartmann Schedel und Albrecht Dürer

Holzschnitte IV
Chinesische Holzschnitte
Chinesische Holzschnitte
Drucken des Holzschnitts II
copyright Miriam Zegrer

Um 1500 erlebte der Holzschnitt als Buchillustration eine Blüte, deren Zentrum Deutschland (Augsburg, Ulm, Nürnberg) und die Niederlande waren. Eines der wichtigsten Werke dieser Zeit ist die Schedelsche Weltchronik, die mit 2000 Holzschnitten illustriert ist. Gedruckt wurde sie von rund 100 Gesellen an 24 Druckpressen in Nürnberg. Zu dieser Zeit war eine Arbeitsteilung zwischen Zeichner, Schneider und Drucker üblich.

Die Urheber der Entwürfe blieben oft anonym, und nur einzelne Künstlerpersönlichkeiten taten sich hervor. Erst mit Albrecht Dürer (1471-1528) aus Nürnberg erreichte der Holzschnitt eine neue Ebene und wandelte sich zur Kunstform. Seine grossen Holzschnitt-Folgen, allen voran die "Apokalypse" mit ihren monumentalen und dramatischen Kompositionen, brachten ihm durch ihre Eindringlichkeit viel Ruhm ein und dem Holzschnitt eine neue Bedeutung.

Niedergang und Wiederaufstieg

Im 17. Jahrhundert entwickelten sich Kupferstich und Radierung zu den gebräuchlichsten Drucktechniken in ganz Europa und der Holzschnitt wurde verdrängt, bis er mit der Erfindung der Lithographie und später der Photographie noch mehr an ökonomischer Bedeutung verlor. Damit wurde er vor allem künstlerisches Ausdrucksmittel.

Einen starken Impuls auf diesen Aspekt des Holzschnitts im Westen hatte die Öffnung von Japan im Jahr 1867 und die daraus folgende Veröffentlichung der japanischen Farbholzschnitte, die Künstler wie Gauguin, Munch und van Gogh beeinflusste. Einen besonderen Stellenwert hatte der Holzschnitt auch am Anfang des 20. Jahrhunderts für die deutschen Expressionisten der Brücke.

Technik des Holzschnitts

Holzschnitte V
Druckverfahren
Druckverfahren
Schneiden des Holzschnitts
copyright Miriam Zegrer

Der Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren und beruht auf dem Prinzip, nicht zu druckende Teile aus der Druckplatte herauszuschneiden. Zum Druck wird Farbe auf die bleibenden erhobenen Teile im reliefartigen Block aufgetragen und dieser mit einem Papier abgerieben oder durch die Presse gezogen, wodurch ein seitenverkehrter Abdruck entsteht.

Klassische Hölzer für den Holzschnitt sind die harten, feingemaserten Obstbaumhölzer wie Kirsche oder Birne, die die Umsetzung detailreicher Entwürfe und feiner Linien ermöglichen. Leichter zu schneiden, aber auch leichter splitternd, sind dagegen weichere Hölzer wie Linde oder Pappel. Heute werden auch Sperrhölzer für den Holzschnitt verwendet.

Gedruckt wird in der westlichen Holzschnitt-Tradition mit Ölfarbe, die mit einer Walze auf den Block aufgetragen wird, und Druckpresse. Im asiatischen Holzschnitt wird zum Druck Wasserfarbe mit dem Pinsel aufgetragen und das eingefärbte Motiv mit einem Reibewerkzeug auf trockenes oder angefeuchtetes Papier abgerieben.

Eva Pietzcker, druckstelle

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Saturday, November 21, 2009: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
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