This article in English: The Dutch in Nagasaki
Im Jahr 1600 landeten 23 halb-verhungerte Holl�nder und ein Engl�nder unter der F�hrung von Kapit�n Will Adams in Usuki Bay in Kyushu, der s�dlichsten der japanischen Inseln.
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Dies sollte der Beginn eines erfolgreichen holl�ndischen Handelsmonopols mit Japan werden, das bis 1854 dauerte. Die Anwesenheit der Holl�nder w�hrend dieser Epoche war jedoch auf die kleine, k�nstliche Insel Deshima im Hafen von Nagasaki begrenzt.
Die Holl�nder waren nicht die ersten Europ�er in Japan. Im Jahr 1543 waren die Portugiesen auf der Insel Tanegashima gelandet. Zur Zeit ihrer Ankunft war Japan ein vom Krieg zerrissenes Land, in dem m�chtige Feudalherren gegeneinander um die Vorherrschaft im Lande k�mpften. Die Portugiesen besassen etwas, das sofort die Aufmerksamkeit der japanischen Kriegsherren auf sich zog - Feuerwaffen. Schnell entstand ein schwunghafter Handel zwischen den Daimyo, den Provinzf�rsten, und den Portugiesen.
Aber mit den portugiesischen Schiffen kamen nicht nur Feuerwaffen ins Land, sondern auch christliche Missionare in Gestalt der Jesuiten. Deren Missionierung zur Christianisierung Japans begann sehr erfolgsversprechend. Oda Nobunaga, 1534-1582, der erste der drei Einiger Japans, unterst�tzte die christlichen Missionare als Gegengewicht gegen die militanten und m�chtigen buddhistischen Kl�ster, die sich dem Herrschaftsanspruch Nobunagas widersetzten.
Toyotomi Hideyoshi, 1537-1598, sein Nachflger und der zweite Einiger Japans, hatte ein eher ambivalentes Verh�ltnis zu den Jesuiten und den sp�ter ins Land gekommenen, agressiveren Franziskaner Missionaren. Er schwankte zwischen Tolerierung und einem totalen Verbot, das zwar ausgesprochen, jedoch niemals mit Nachdruck umgesetzt wurde.
Tokugawa Ieyasu, 1543-1616, war der dritte und letzte Einiger Japans. Er schaffte es, im Lande einen anhaltenden Frieden umzusetzen. Aber der Preis war eine v�llige Abschottung Japans von jeglichen Kontakten mit der Aussenwelt. Ieyasu sah in den portugiesischen und spanischen Missionaren eine Bedrohung f�r seine Herrschaft und verbot das Christentum im Jahr 1587.
Im Jahr 1600 kam ein holl�ndisches Schiff, die Liefde in der Bucht von Usuki mit 24 halb-verhungerten Matrosen an Bord an - 23 Holl�nder und ein Engl�nder. Sieben von ihnen starben sp�ter trotz der Pflege durch die Japaner. Die ausgemergelten Seeleute waren die �berlebenden einer Expedition von urspr�nglich 5 Schiffen, die am 27. Juni 1598 den Hafen von Rotterdam verlassen hatten.
Sie waren zu einem riskanten Abenteuer ausgelaufen mit dem Ziel, spanische und portugiesische Siedlungen in Afrika und Asien zu �berfallen und mit Pfeffer und anderen Gew�rzen aus Asien zur�ck zu kehren. In jener Zeit konnte man mit Pfeffer schnell reich werden. Das Wort "Pfeffersack" als Synonym f�r eine sehr reiche Person hat sich bis heute in der deutschen Sprache erhalten.
Will Adams war der Kapit�n der Liefde. Nach und nach gewann er das Vertrauen von Tokugawa Ieyasu, w�hrend die Portugiesen vergeblich versuchten, die Holl�nder als Piraten zu denunzieren. Dies war der Beginn eines Exklusiv-Handels zwischen Japan und der Holl�ndischen Ost-Indien Gesellschaft, der fast 250 Jahre lang Bestand haben sollte.
Im Jahr 1636 hatte der Shogun den Bau der k�nstlichen, winzigen Insel Deshima befohlen. Sie war urspr�nglich f�r die Unterbringung der portugiesischen Kaufleute gedacht, die auf der Insel von der japanischen Bev�lkerung abgeschottet werden sollten. Aber zum Zeitpunkt als die Arbeiten abgeschlossen waren, waren die Portugiesen endg�ltig aus dem Land gewiesen worden und die Holl�nder, die bisher in Hirado waren, zogen in Deshima ein.
�blicherweise landeten zwei holl�ndische Schiffe pro Jahr im Hafen von Nagasaki. Die Ankunft war jedesmal ein grosses Ereignis, vor allem nat�rlich f�r die Bewohner von Dejima. Die st�ndige Vertretung bestand aus einem Direktor der Ost-Indischen Gesellschaft und circa 10 Angestellten - Buchhalter, Lagerverwalter, ein Arzt, ein Koch und ein Schmied.
Ausl�ndische Frauen waren auf Dejima nicht erlaubt - wohl aber japanische Prostituierte. Eine tapfere Frau namens Titia begleitete ihren Gatten, Jan Cock Blomhoff, den frisch ernannten Direktor im Jahr 1817 auf seiner Mission nach Deshima. Auf Geheiss der japanischen Regierung musste sie 3 Monate sp�ter das Land verlassen. Immerhin wurde sie damit die erste Frau aus dem Westen, die ihren Fuss auf japanischen Boden setzte. Leider starb die arme Frau nur 4 Jahre sp�ter von ihrem Ehemann getrennt in der fernen Heimat.
Die holl�ndischen Schiffe importierten vor allem Seide aus China und G�ter aus S�dostasien und Europa. Auf der R�ckreise nach Europa waren sie vor haupts�chlich mit japanischem Porzellan beladen. Arita, Imari und andere japanische Keramiken waren in den Niederlanden und in anderen europ�ischen L�ndern sehr begehrt. Die japanischen Kunsthandwerker verstanden es trefflich, f�r den europ�ischen Geschmack zu produzieren. Viele Keramiken wurden sogar mit holl�ndischen Motiven verziert. Zeitweise konnte die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden und die Niederl�nder begannen japanisches Porzelan im eigenen Land in grossen Mengen zu kopieren.
Im Jahr 1823 kam Philip F. von Siebold als Arzt nach Dejima. Er nutzte seinen Aufenthalt f�r intensive Studien �ber Japan. Nach seiner R�ckkehr nach Europa ver�ffentlichte er sein Wissen in einem Buch - Nippon. Seine Anwesenheit in Japan hatte aber auch dort grosse Auswirkungen. Er brachte als erster westliche Medizin nach Japan.
Ieyasu Tokugawa hatte die Daimyo gesetzlich verpflichtet, dem Shogun alle zwei Jahre in einer grossen, formalen und aufwendigen Prozession nach Edo (Tokyo), der Residenz des Shogun, ihre Aufwartung zu machen. Die Absicht dahinter war, sich der Loyalit�t der Daimyo zu versichern und sie ausserdem mit den finanziellen Kosten einer solchen Reise nicht zu stark werden zu lassen.
Die Holl�nder waren von solchen Loyalit�tsbeweisen nicht ausgenommen. Ihr Prozessionskalender schrieb eine solche Pilgerreise zuerst j�hrlich und sp�ter alle 4 Jahre vor. Wenn es an der Zeit war, zogen die Holl�nder mit Pauken und Trompeten von Nagasaki nach Edo. Dabei durften sie nicht mit leeren H�nden ankommen. Der Shogun erwartete grossz�gige Geschenke. Die Holl�nder waren kluge Diplomaten und einfallsreich. Sie importierten exotische Tiere wie Elephanten und sogar ein Kamel als Geschenke f�r den Shogun.
Im Jahr 1853 und erneut im Jahr 1854 ankerte eine Flotte der Vereinigten Staaten von Amerika unter ihrem Kommandanten Matthew Calbraith Perry (1794-1858) vor Japan und zwang Japan mit etwas Kanonendonner in Verhandlungen �ber eine �ffnung des Landes f�r den Handel mit Amerika einzutreten. Bei der zweiten Ankunft von Perry unterzeichneten die amerikanische Delegation und die japanische Regierung das Abkommen von Kanagawa. �hnliche Abkommen folgten kurz darauf mit anderen L�ndern - England, Frankreich, Russland und den Niederlanden.
Donker Curtius war der letzte holl�ndische Direktor auf Deshima. Im Jahr 1855, ein Jahr nach den Amerikanern, erreichte er den Abschluss eines Handelsabkommens mit der Shogun Regierung. Damit konnte der Einfluss der Holl�nder gewahrt werden. Aber das eisnt so profitable Handelsmonopol mit Japan endete im Jahr 1855 mit dem Abkommen von Kanagawa.
Japanische Farbholzschnitte mit Abbildungen der Holl�nder, ihren Schiffen oder ihren exotischen Tiergeschenken, werden als Nagasaki-e bezeichnet. Die Bl�tezeit dieser Bilder war von 1800 bis 1860. Nagasaki-e wurden f�r die Japaner selbst gemacht und von denen gekauft, die kaum eine Chance hatten einmal selbst zu sehen, wie einer dieser rothaarigen, ausl�ndischen Barbaren in Natur aussehen.
Nagasaki-e sind sogar noch seltener als Yokohama-e. Diese sp�teren Grafiken zeigen Ausl�nder und ihre technischen Errungenschaften aus der Enklave von Yokohama.
Weder Nagasaki-e noch Yokohama-e geh�ren zu der Kategorie der aufwendig gearbeiteten und mit Zierrat wie Mica oder Hochdruck versehenen Graphiken. Sie waren an ein breites Publikum gerichtet und entsprachen mehr Bilderbuch Niveau. Der Reiz dieser Holzschnitte liegt in den historischen Motiven.
Nichts desto trotz geh�ren Nagasaki-e und Yokohama-e zur Kategorie der gesuchten und damit teuren japanischen Farbholzschnitte.
Dieter Wanczura
(M�rz 2003, �berarbeitet Oktober 2009)
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