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Genji Monogatari - Die Geschichte des Prinzen Genji

Genji Monogatari I
von Kunisada Utagawa 1786-1865
Kunisada Utagawa - Biografie
Kunisada Utagawa - Biografie
Prinz Genji
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This article in English: Tale of Genji

Genji Monogatari ist in der fr�hsten japanischen, ja sogar gesamt�stlichen Literatur der bedeutendste, zudem der erste psychologische Roman. Die Geschichte des Prinzen Genji schrieb Murasaki Shikibu, die Hofdame der Kaiserin Jotomon'in, in den ersten Jahren des 11. Jahrhunderts.

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Murasaki Shikibu

Das Wissen �ber die Autorin des Romans ist �usserst sp�rlich. Auch in Japan war es zu jener Zeit f�r eine Frau nicht m�glich, eine herausragende Rolle in der Literatur zu spielen. Nur weil sie am v�terlichen Unterricht ihres Bruders teilnehmen konnte, wurde Shikibu eine aussergew�hnliche Bildung in chinesischer Sprache, Schrift und Literatur zuteil.

Literarische Bet�tigung geh�rte allerdings schon seit mehreren Generationen zur Tradition der adeligen Fujiwara-Familie, der Murasaki Shikibu angeh�rte.

�ber den Namen der Autorin wie �ber deren Lebensdaten herrscht in der Fachwelt Uneinigkeit. Sie d�rfte zwischen etwa 973 und 1016 gelebt haben. Geboren ist Shikibu auf alle F�lle in Heian-kyo, dem heutigen Kyoto und einst der zweiten Hauptstadt des kaiserlichen Japans.

Heirat mit Fujiwara Nobutaka

Genji Monogatari II
von Hiroshige II Utagawa 1829-1869
Hiroshige II Utagawa - Biografie
Hiroshige II Utagawa - Biografie
Prinz Genji und der Fuji
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Als ihr Vater 996 Verwalter der Provinz Echizen wurde, ergab sich die f�r eine (junge) Frau absolut aussergew�hnliche M�glichkeit zu verreisen. Nach der R�ckkehr heiratete Shikibu 998 Fujiwara Nobutaka, einen 20 Jahre �lteren Cousin vierten Grades, und brachte 999 eine Tochter zur Welt.

Die Geschichte des Prinzen Genji

Nach dem Tod ihres Ehemannes 1001 begann Murasaki Shikibu, an dem Roman Genji Monogatari zu arbeiten. Die Entstehung des dramatischen Werkes zog sich �ber viele Jahre hin, zumal die Aufgaben im Dienste der Kaiserin Jotomon'in (auch Fujiwara no Shoshi genannt) der Autorin daf�r nur wenig Freiraum liessen.

Dank ihrer Intelligenz und Bildung wurde Shikibu die Ehre zuteil, engste Vertraute und Lehrerin der Kaiserin zu sein. Was sie am Hofe erlebte, schrieb sie in einem Tagebuch nieder. Es floss aber auch in ihren Roman Genji Monogatari ein, der sie h�chstwahrscheinlich bis zu ihrem Tod begleitete.

Die Romanhandlung von Genji Monogatari

Genji Monogatari III
von Shizuo Nishizawa 1912-1997
Shizuo Nishizawa - Biografie
Shizuo Nishizawa - Biografie
Prinzessin Wakamurasaki - Genji Monogatari
copyright Shizuo Nishizawa

Der Roman erz�hlt in 54 Kapiteln die Geschichte des Prinzen Genji, eines sp�tgeborenen Lieblingssohnes eines alternden Tenno. Er �bt sich in den Sch�nen K�nsten und nutzt seine hohe Stellung, seine Lust am weiblichen Geschlecht zu befriedigen.

Doch als der Tenno abdankt, verliert der Sohn einer Konkubine im Streit mit dem neuen Kaiser und dessen Mutter seine Privilegien und begibt sich freiwillig in die Verbannung. Sp�ter kehrt er an den Hof zur�ck, doch ohne seine Geliebte, mit der er mittlerweile ein Kind gezeugt hat.

Zur�ck in seiner hohen Position, lebt Genji erneut seine exzessive Lust aus. Selbst Murasaki, die kindliche Nichte einer von ihm fr�her verehrten Hofdame, macht er zu seiner Geliebten - einer von vielen. Erst als sie stirbt, scheint der Lebenswille Genjis gebrochen.

An dieser Stelle zeigen sich Unklarheiten im weiteren Verlauf der Geschichte. Die letzten Kapitel spielen bereits nach dem Tod Genjis, erz�hlen von zwei S�hnen des Romanhelden und enden abrupt. Was es mit dem ungew�hnlichen Ende auf sich hat, konnte die Wissenschaft bisher nicht herausfinden.

Sprache und Erz�hlstil

Genji Monogatari IV
von Hiroshige II Utagawa 1829-1869
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
Prinz Genji am Strand von Enoshima
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Genji Monogatari ist f�r einen heutigen Japaner kaum lesbar. Dies liegt in erster Linie an der komplexen Gramatik, die von H�flichkeitsformen durchdrungen ist. Denn unh�flich war es, Personen zu benennen, und unschicklich, gewisse Dinge auszusprechen. So ist der Romantext von Andeutungen, Symbolen und Metaphern beherrscht, die heute eine aufwendige, wissenschaftliche Deutung erforderlich machen, um �berhaupt einen Zugang zu der Geschichte zu erm�glichen.

Zudem sind Dialoge der alten Tradition folgend unter idiomatischer, teils bruchst�ckhafter Verwendung bekannter Gedichte formuliert, so dass Kenntnisse der alten Dichtkunst unentbehrlich sind. Heute gibt es allerdings bereits verst�ndliche �bertragungen ins moderne Japanisch unter Verwendung von Namen der Personen.

Genji Monogatari in anderen Medien

Genji Monogatari V
von Chikanobu Toyohara 1838-1912
Chikanobu - Biografie
Chikanobu - Biografie
Geschichte des Prinzen Genji
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Der mittelalterliche Roman mit seiner kunstvollen Ausdrucksweise animiert bis heute zu Adaptationen. Filmisch setzten ihn Kozaburo Yoshimura (1951) und Kon Ichikawa (1966) um. Als Manga von Ymato Waki erschien die Geschichte 1980 unter dem Titel Asakiyumemishi. Seit 2005 liegt sie als Videospiel Genji f�r die Playstation 2 vor.

Die Szenen aus Genji Monogatari animierten vor allem aber japanische K�nstler des Farbholzschnitts zu Darstellungen. Wie weit die Genji-Illustrationen zur�ck reichen, ist schwer eruierbar. Jedenfalls sind bereits von Tosa Mitsuoki (1617-1691) solche Darstellungen bekannt. Sp�ter folgten Kunisada Utagawa (1786-1864) und Kunisada II Utagawa (1823-1880) sowie Gekko Ogata (1859-1920) mit Bildserien.

In neuster Zeit war es Masao Ebina, der um 1950 jeweils einen Holzschnitt f�r jedes der 54 Kapitel schuf. Die Serie wurde von Yamada Shoin in Kyoto verlegt.

rp
(September 2007, �berarbeitet von Dieter Wanczura September 2009)

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