This article in English: Eisen Ikeda - Biography
Ikeda Eisen ist berühmt für die Bilder schöner Kurtisanen, genannt bijin-ga. Während die Frauen auf den Farbholzschnitten von Kitagawa Utamaro eher wie spindeldürre Models auf permanenter Yoghurt Diät aussehen, sind die Mädchengestalten von Ikeda Eisen eher etwas stämmig und immer in einem luxuriösen, reich dekorierten Kimono gekleidet - sofern der grosse Meister es nicht vorzog sie ohne Kleider darzustellen.
Keisai Eisen ist ein weiterer Name, den man auch öfters in der Ukiyo-e Literatur findet.
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Ikeda Eisen wurde in Edo (Tokio) als der Sohn eines Kalligraphen geboren. Sein erster Kunstlehrer war ein weniger bekannter Künstler namens Hakkeisai. Später wurde er Student des berühmten Ukioyo-e Künstlers Kikugawa Eizan.
Die Hauptthemen der Farbholzschnitte und Buchillustrationen, die Eisen schuf, sind sogenannte Schöne Frauen Bilder von Prostituierten sowie Shunga, sexuell eindeutige Bilder zur Freigabe ab 18 Jahren bestimmt. Die dritte Spezialität des Künstlers waren Landschaftsgrafiken. Kunstkritiker stellen einige davon qualitativ in die Nähe von Hokusai.
Eine der letzten Landschaftsgrafiken, an denen er arbeitete, war die Serie der 69 Stationen des Kiso Highway, die ursprünglich nicht als Gemeinschaftswerk geplant war. Aber Ikeda Eisen hatte Ärger mit dem Verleger und schmiss den Job nach den ersten 24 Holzschnitten hin. Um die Serie und sein finanzielles Engagement zu retten, beauftragte der Verleger den Ukiyo-e Künstler Hiroshige mit der Fortführung der Arbeiten.
Nach ungefähr 1830 schuf der Künstler aizuri-e. Dies waren Ukiyo-e die nur in Abstufungen der Farbe blau gedruckt wurden. Aizuri-e waren in den Jahren von ca. 1830 bis 1840 sowas wie eine Modeerscheinungen - lange vor der Blauen Periode von Pablo Picasso. Aizuri-e sind heute begehrte Sammlerobjekte und deshalb ziemlich teuer.
Ikeda Eisen war auch Autor eines Buches mit dem Titel Zoku ukiyo-e ruiko, einer Neuauflage eines Kompendiums über die Geschichte des Ukiyo-e.
John Fiorillo erwähnt in seinem Artikel über Keisai Eisen, dass der Künstler sich selbst in diesem Buch als harten Trinker und zügellosen Kerl beschreibt und dass Eisen in den Jahren von 1830 ein Bordell besass, das später abbrannte.
Viele der Ukiyo-e Künstler waren ziemliche Boheme Typen, die mit ihren zahlreichen Liebesaffären und mit Macho-Gehabe wie Sauftouren prahlten. Der spätere Künstler Toyohara Kunichika ist ein gutes Beispiel für diese Spezies.
Dieter Wanczura
(Juni 2002, überarbeitet Juli 2009)
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