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Die Brücke Maler

Die Brücke ist eine deutsche Künstlervereinigung, die am 7. Juni 1905 in Dresden gegründet wurde. Die Gründer waren Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmitt-Rottluff und Fritz Bleyl. Später schlossen sich Emil Nolde und Max Pechstein der Gruppe an. Die Brücke Maler repräsentierten zusammen mit der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter die Kunstbewegung des deutschen Expressionismus.

Die Brücke - von den Nazis verbannt

Der deutsche Expressionismus war durch die vorherrschende französische Malerei beeinflusst. Deutsche Künstler hatten die Bilder der Impressionisten und die Anfänge des Fauvismus in Paris gesehen. In vereinfachter Form war der deutsche Expressionismus die deutsche Version des Fauvismus.

Der Name Die Brücke war gewählt worden, um die Verbindung zu anderen Kunstrichtigungen wie der Europäischen Renaissance, dem Jugendstil und anderen zeitgenössichen Kunststilen ausserhalb Deutschlands zu betonen. Die Mitglieder der Brücke hatten sogar Henri Matisse, die Symbolfigur des französischen Fauvism eingeladen der Brücke beizutreten. Aber er war nicht interessiert.

Wie der Blaue Reiter hatte auch die Vereinigung der Brücke Maler ein kurzes Leben. Im Jahr 1913, löste sich die Gruppe im Streit auf. Aber alle führten den Malstil nach dem ersten Weltkrieg fort - bis zum Jahr 1933. Als die deutschen Nazis an die Macht kamen, wurden die ehemaligen Brücke Künstler als entartet erklärt. Alle Arbeiten wurden aus Museen verbannt und entweder ins Ausland verkauft oder öffentlich verbrannt.

Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938

Ernst Ludwig Kirchner hatte kurz in München Malerei studiert bevor er nach Dresden in Sachsen als Student der Architektur kam. Im Jahr 1911 zog er nach Berlin um. Die Erfahrung des 1. Weltkrieges als Soldat waren für seine psychische und pysische Gesundheit verheerend. Im Jahr 1917 siedelte er nach Davos in der Schweiz um.

Der Malstil von Ernst Ludwig Kirchner zeichnet sich durch kräftige Farben und gewagte Kompositionen aus. Seine frühen Arbeiten erinnern an Stammeskunst Afrikas und der Südsee. In Berlin malte er sehr viele Strassenszenen. Während seines Exils in der Schweiz entstanden wunderbare Landschaftsbilder der schweizer Berge.

Kirchner litt mehr und mehr an schlechter Gesundheit und war wegen der politischen Lage in Deutschland verzweifelt. Im Jahr 1938 beging Ernst Ludwig Kirchner Selbstmord.

Emil Nolde 1867-1956

Emil Nolde kam aus dem nördlichsten Teil Deutschlands. Er war der Sohn eines Bauern. Sein ursprünglicher Name war Hansen. Im Jahr 1901 änderte er seinen Namen zu Nolde um. Emil Nolde war der Brücke im Jahr 1906 beigetreten aber von den anderen ein Jahr später hinaus geworfen worden. Nolde malte vor allem biblische Themen. Sein Malstil ist leidenschaftlich, grob und sehr expressiv wie beispielsweise das Gemälde Der Tanz um das goldene Kalb. Nolde setzte sich viel mit ethnographischer Kunst auseinander und schrieb ein Buch darüber - Kunstäusserungen der Naturvölker.

Seine Mitgliedschaft in der NSDAP schützte ihn nicht davor als "entarteter" Künstler in den Bann zu geraten und im Jahr 1941 mit Malverbot belegt zu werden. Nolde malte heimlich Aquaralle in kleinem Format.

Nach dem Kriege erhielt Emil Nolde eine Reihe öffentlicher Auszeichnungen und im Jahr 1952 erhielt er den Preis für Gemälde der Biennale in Venedig.

Erich Heckel 1883-1970

Erich Heckel war eines der Gründungsmitglieder. Er war an der Grakikunst sehr interessiert. Sein grafisches Werk besteht aus Holzschnitten, Lithographien und Radierungen.

Heckel übelebte den 1. Weltkrieg und die Nazi Verfolgung. Aber im jahr 1944 wurde sein Studio in Berlin während eines Bombenangriffs zerstört und ein grosser Teil seiner Arbeiten einschliesslich aller Holschnittblöcke wurden ein Opfer der Flammen. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs lehrte Heckel an der Kunstakademie in Karlsruhe von 1949 bis 1955. Heckel starb im Jahr 1970 als geehrtes und führendes Mitglied des deutschen Expressionismus.

Max Pechstein 1881-1955

Max Pechstein wurde als Sohn eines Fabrikarbeiters geboren. Er begann als Lehrling für Innenausstattung und später im Jahr 1902 studierte er an der Akademie der Feinen Künste in Dresden. Max Pechstein ist bekannt für Gemälde und Grafiken mit Aktdarstellungen an Seenlandschaften. Von 1923 bis zu seiner Entlassung im Jahr 1933 arbeitete er an der Berliner Akamdemie der Schönen Künste. Während der Kriegsjahre zog er aufs Land nach Pommern wo er sich sicherer vor Verfolgung wähnte. Im Jahr 1945 kehrte er nach Berlin zurück um an der Akademie der Schönen Künste zu lehren.

Karl Schmidt-Rottluff 1884-1976

Schmidt ist sicherlich kein sehr aufregender Name für einen Künstler. Deshalb fügte Karl Schmidt den Namen des Dorfes, in dem er geboren wurde, hinzu - Rottluff. Schmidt-Rottluff schuf ungefähr 660 grafische Werke - Holzschnitte, Lithografien und Radierungen - die meisten in schwarz und weiss.

Im Jahr 1933 wurde er von der Preussischen Akademie ausgeschlossen. Trotz eines Berufsverbots überlebte er das Dritte Reich. Nach dem Kriege arbeitete Schmidt-Rottluff als Professor an der Berliner Hochschule der schönen Künste. Im Jahr 1967 wurde in Berlin ein Museum eröffent, das ausschliesslich den Werken der Brücke Künstler gewidmet war. Schmidt-Rottluff war die treibende Kraft hinter der Gründung des Brücke Museums.

Otto Müller 1874-1930

Otto Müller lernte als Lehrling Lithographie von 1890 bis 1894. Von 1894 bis 1896 studierte er an der Dresdener Akademie der Schönen Künste und später im Jahr 1898 in München. Im Jahr 1899 musste Otto Muller die Münchener Akademie verlassen - hinausgeworfen von Franz von Stuck, einer der Professoren und ein einflussreicher Maler seiner Zeit.

Charakteristisch für den Stil von Otto Müller sind Szenen mit nackten Zigeuner Mädchen in freier Natur. Otto Müller lebte sogar zeitweise mit den Zigeunern zusammen. Er bewunderte ihren Lebensstil, da er sie in Harmonie mit der Natur wähnte. Im Jahr 1927 wurde eine Serie mit Farblithografien herausgebracht, Die Zigeuner Mappe. Der Stil von Oskar Müller ist dem von Max Pechstein ähnlich.

Dieter Wanczura
(Oktober 2001, überarbeitet November 2009)

Literaturquellen

  • Erich Heckel Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik, Prestel Verlag München, ISBN 3-7913-0646-6
  • Magdalena M. Moeller: Erich Heckel Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus dem Brücke-Museum Berlin, Hirmer Verlag München, ISBN 3-7774-5530-x
  • Schmidt-Rottluff Retrospektive, Prestel-Verlag München 1989, ISBN 3-7913-0999-4
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