This article in English: Clifton Karhu - an Obituary
Seinen 80. Geburtstag im November durfte er nicht mehr erleben, so die Meldung der Star Tribune vom 27. März 2007. Nach einem Krebsleiden ging Clifton Karhu, US-Amerikaner finnischer Abstammung, am 24. März in Kanazawa so still wie er schließlich seit mehr als 50 Jahren in Japan gelebt hatte.
Dort in Kyoto fand er offenbar all das vor, was er brauchte, um wieder zur Kunst, eben zu sich selbst zurück zu finden.
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Die Anfänge seiner künstlerischen Laufbahn sind bereits im Alter von 12 Jahren zu suchen, als Clifton Karhu begann, unaufhörlich zu Zeichnen. Am 23. November 1927 als einer der Zwillinge in Duluth (Minnesota) geboren, hatte er das Glück, Eltern zu haben, die selbst malten. Doch als er zwanzig wurde, wartete zunächst nicht die Kunstakademie auf ihn, sondern das Militär.
Niemand hätte es ahnen können, wie wichtig sich die Stationierung mit der U.S.-Army in Japan für ihn erweisen würde. Schon damals verliebte er sich in dieses Land, wo er sich zum Regimentskünstler hocharbeitete. Nach der Rückkehr in die USA studierte Karhu dann an der Minneapolis School of Art (heute: Minneapolis College of Art and Design) von 1950 bis 1952. Wenige Jahre später ging er mit seiner Frau erneut nach Japan, um Luther-Bibeln zu verkaufen. Die Missionierung gab er zwar bald auf, Japan aber nie wieder.
Und er wollte nicht nur in Japan leben, sondern auch Japaner sein. Sein Zwillingsbruder Raymond berichtete, Clifton Karhu habe keinerlei westliche Kleidung besessen und ausschließlich Kimonos getragen. Er sei japanischer als die Japaner gewesen, hieß es. Daher verwundert es denn auch nicht, dass der erfolgreiche Öl- und Aquarell-Maler, an der Sprache und Kultur des Landes höchst interessiert, bald im traditionellen japanischen Farbholzschnitt eine neue künstlerische Heimat fand.
Tetsuo Yamada und Tomio Kinoshita hätten ihn dazu 1963 ermuntert, in dieser Technik zu arbeiten, heisst es in der Literatur. Schon bald gehörte er zur Elite der zeitgenössischen Druckgraphik in Japan und stellte seit 1966 jährlich in der renommierten Ausstellung der zeitgenössischen japanischen Druckgraphik der College Women's Association of Japan (CWAJ) in Tokio aus. Seine Werke waren aber nicht nur in Japan zu sehen, sondern auch im Ausland, vor allem in den USA, in Schweden und Finnland.
Clifton Karhu's Holzschnitte von konstruktiver Strenge, graphischer Struktur und klarer Farbigkeit tragen einen eigenen Stil, der dem Künstler nicht nur in Japan großes Ansehen einbrachte. Anerkennung fand er vor allem in den USA, wo das Museum of Fine Arts in Boston, das Harvard's Fogg Art Museum und das Cincinnati Art Museum seine Werke ankauften. Nun geht aus dem Vermächtnis des Künstlers ein Konvolut von 80 Arbeiten als Schenkung seines Bruders an das Minneapolis Institute of Arts.
Neben seiner Frau und seinem Bruder hinterlässt Clifton Karhu die Söhne Philip (London) und Joel (Region Kyoto), die Tochter Beth (New York) sowie einige Enkelkinder. Für den Sommer ist eine Gedenkveranstaltung in Worthington (Minnesota) geplant.
rp - 2007
(überarbeitet Dieter Wanczura, April 2009)
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Sunday, March 21, 2010:
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