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Chinesische Grafiken - zwei Jahre danach

A Running Crowd No. 1
Chinesische Grafiken - Übersicht
Chinesische Grafiken - Übersicht
Zhang Minjie Jahrgang 1959
copyright Zhang Minjie

This article in English: Modern Chinese Prints

Wir erinnern uns noch gut an den Tag, an dem unsere erste Sendung mit modernen Grafiken aus China ankam. Es war im Frühjahr 2003 und wir waren ziemlich aufgeregt. Wir hatten niemals vorher etwas Vergleichbares gesehen. In diesem Essay, geschrieben zwei Jahre später im Mai 2005, möchten wir einige Aspekte moderner chinesischer Kunstgrafiken diskutieren.

Die Bilder auf dieser Seite sind link-sensitiv und führen zu weiteren Artikeln zu diesem Thema oder zu anderen Web Sites, die Sie interessieren könnten.

Dieser erste Teil behandelt die Geschichte der chinesischen Grafik-Kunst, die Techniken die heute von den Künstlern benutzt werden und die Kunstakademien in China. In Folgeartikeln werden wir über unsere persönliche Erfahrung mit modernen chinesischen Grafiken berichten und möchten einige praktische Tips für Sammler und Kunstliebhaber geben.

Historische Entwicklung

Die Chinesen haben das Papier und die Technik des Holzschnitts erfunden. Ursprünglich wurde die Holzschnitt-Technik zum Herstellen von Büchern benutzt. Wann genau diese Erfindungen gemacht wurden, liegt im Dunkeln der Geschichte. Es könnte älter als 2000 Jahre sein. Das früheste bekannte Buch ist aus dem Jahr 868. Erst später, mit Beginn des 14. und 15. Jahrhunderts, wurde der Holzschnitt auch für künstlerische Zwecke benutzt.

Eine populäre und nicht teure Form des künstlerischen und religiösen Holzschnitts für breite Massen des chinesischen Volks, waren die so-genannten chinesischen Neujahrsgrafiken. Sie lassen sich bis wenigstens zur Tang Dynastie (618-907 AD) zurück verfolgen. Die Leute hängten diese nianhua an die Außenseite der Eingangstore oder innerhalb des Hauses auf - als Glücksbringer und um die bösen Geister abzuwehren.

Im 20. Jahrhundert förderte der berühmte Schriftsteller ("Vater der modernen chinesischen Literatur") und Intellektuelle Lu Xun (1881-1936) die Technik des Holzschnitts als Mittel des politischen Ausdrucks. Seine Vorbilder waren die sozial-kritischen Arbeiten deutscher Künstler wie Käthe Kollwitz und die Arbeiten des russischen Sozialrealismus. Arbeiten aus dieser Zeit zeigen zumeist herzergreifende Szenen über die Leiden und Unterdrückung des chinesischen Volkes. Sie sind in schwarz-weiß gehalten und aus der Sicht eines heutigen Kunstliebhabers unter rein ästethischen Aspekten nicht sehr attraktiv. Aber sie sind selten und Sammler zahlen hohe Preise dafür.

Nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949, wurden die Malerei und Grafikkunst als Mittel der politischen Propaganda eingesetzt. Chinesische Propaganda Poster, auch salopp als Mao Poster bekannt, wurden in Milliarden auf billigem Offset-Papier produziert. Heute haben sich die Originale zu begehrten Sammlerobjekten entwickelt.

Das Ende der Kulturrevolution nach dem Tode von Mao Zedong, markierte den Beginn einer neuen Epoche moderner chinesischer Grafikkunst. Anfang der achtziger Jahre begann eine Phase des relativen Liberalismus im Kunstbetrieb Chinas. Begleitet wurde es durch die Einführung westlicher Grafik-Techniken und -werkzeuge.

Techniken

Abheben
Chinesischer Kunstmarkt - Artikel
Chinesischer Kunstmarkt - Artikel
von Zhou Lu Jahrgang 1973
copyright Zhou Lu

Die Techniken des traditionellen chinesischen Holzschnitts sind unterschiedlich von den Methoden, die japanische Künstler und Kunsthandwerker nutzten (und immer noch nutzen). Einer der großen Unterschiede ist das Drucken mit wasserlöslichen Farben. Dies ist ein ziemlich schwieriges Verfahren, und das fertige Ergebnis sieht einem Aquarell ähnlich. Die deutsche Grafikkünstlerin Eva Pietzcker beschreibt in einem Artikel, den Sie für artelino geschrieben hat, die Techniken und andere Aspekte des chinesischen Holzschnitts im Detail. Sie hat sowohl in China wie auch in Japan praktische 'Workshops' über die Kunst des Holzschnitts besucht.

Unter Chinas zeitgenössischen Künstlern ist die Technik des Druckens mit wasserlöslichen Farben wieder weit verbreitet. Shi Yi, geboren 1939, ist einer der bekanntesten Künstler für diese Methode. Er erzielt erstaunliche Ergebnisse mit seinen Bildern exotischer ländlicher Landschaften voller Schönheit und Reinheit - eine Art von halb geträumter, halb wirklicher Shangrila Welt.

Die Mehrheit der heutigen chinesischen Holzschnittkünstler arbeitet aber mit öl-basierten Farben - manchmal so dick aufgetragen, dass man den Eindruck hat, ein Ölbild vor sich zu haben. Hao Ping ist ein herausragendes Beispiel für diese Drucktechnik.

Während der letzten Jahre hat sich mehr und mehr eine neue und progressive Form des Holzschnitts verbreitet - auch unter westlichen Künstlern. Es ist die Technik des Reduktions-Holzschnitts. Statt für jede Farbe einen Block zu schnitzen, schnitzt der Künstler das Muster für jede Farbe gewissermaßen schichtenweise auf den gleichen Block. Durch diesen Schaffensprozess wird der Holzschnitt nach und nach zerstört. Weitere Abzüge können später nicht mehr hergestellt werden. Es versteht sich von selbst, dass diese Methode für Sammler seinen Charme hat. Man kann sicher sein, dass das mit Stolz erworbene Exemplar nicht später durch eine zweite oder dritte Edition, abgezogen von den alten Blöcken, entwertet wird.

Nach den Informationen, die wir von unserem chinesischen Partner erhalten haben, wurde die Technik des Reduktionsholzschnitts zuerst von Cheng Hsu und anderen in den frühen achtziger Jahren an der Kunsthochschule von Yunan, der südwestlichen Provinz Chinas, angrenzend an Burma, Laos und Vietnam, entwickelt.

Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass etliche der heutigen chinesischen Künstler mit Erfolg westliche Techniken wie Radierung oder Mezzotint verwenden. Aber es gibt auch viele, die wie zum Beispiel Li Yanpeng sich auf ihre traditionellen Wurzeln besinnt haben, und nach einiger Zeit des Experimentierens mit westlichen Techniken zum Holzschnitt zurück gekehrt sind.

Künstler, Akademien und Kunstschulen

Shadow of Breeze No. 4
Peking Oper - Artikel
Peking Oper - Artikel
Wen Mujiang Jahrgang 1970
copyright Wen Mujiang

Wir wollen hier keine lange Liste mit chinesischen Grafikkünstlern veröffentlichen. Während der zwei Jahre, in denen wir moderne chinesische Grafiken angeboten haben, haben wir dutzende von großartigen und führenden Künstlern erlebt. Und es gibt noch viele, viele aufregende Künstler, die wir Ihnen noch nicht präsentiert haben, und die wir vielleicht noch gar nicht kennen. Somit hoffen wir, dass die Liste jeden Monat länger wird.

In China haben sich 2 bis 3 führende 'Kunstschulen' herausgebildet. Es handelt sich nicht um reale Schulen, sondern regionale Zentren der Grafikkunst, die heute tonangebend sind - jede mit bestimmten Stilmerkmalen. Diese 'Grafikschulen' sind:

  • Die Yunnan Schule im Südwesten von China.
  • Beidahuang ("weites ödes Land") Schule in der Provinz Heilongjiang im Nordosten.
  • Mit Einschränkungen möchten wir auch die Suzhou Schule nennen, die sich rund um die Kunstakademie der malerischen Altstadt mit ihren Kanälen und Pagoden entwickelt hat.
Belief - Tibetan Buddhism No. 4
New Era
China Holzschnitte - Home
China Holzschnitte - Home
von Zhuang Yanjun Jahrgang 1981
copyright Zhuang Yanjun

China hat eine Reihe kleiner und großer Kunstakademien mit eigenen Fakultäten für Grafikkunde. Deren Bedeutung für die Entwicklung der Künste nach dem Ende der Kulturrevolution erschöpfte sich nicht in der Kunstausbildung. Die meisten chinesischen Künstler waren und sind es zum Teil immer noch, quasi staatlich angestellt - zum Beispiel als Kunstlehrer und Professoren an diesen Institutionen. Bis vor kurzem gab es in China für Grafiken keinen kommerziellen Markt, abgesehen von den wieder auferstandenen Neujahrsgrafiken, der einem Künstler eine Möglichkeit gegeben hätte, von den Verkäufen seiner Werke zu leben.

Das Buch Chinese Printmaking Today listet auf Seite 190ff die folgenden hauptsächlichen Kunstakademien in China:

Dieter Wanczura, Mai 2005

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Saturday, February 11, 2012: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century. artelino art auctions since 2001.
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