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Brian Williams - geboren 1950

Brian Williams I
Lithograph
Joshua Rome - Biografie
Joshua Rome - Biografie
Spring Breeze - Cormorant Castle
copyright Brian Williams

This article in English: Ay-o - The Rainbow Man

Die Liebe zur Kunst und zur Natur sind für Brian Williams untrennbar. Das Erleben der Natur und deren Nachempfinden im gestalterischen Tun bilden die Eckpfeiler der Lebensphilosophie des US-Amerikaners, der in Japan die adäquaten Voraussetzungen fand, sie zu leben. Dazu gehört auch, die Schönheit der Natur nicht nur in nahezu fotorealistischen Ölgemälden, Aquarellen und Druckgraphiken zu dokumentieren, sondern sie auch aktiv zu schützen und zu bewahren.

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Ursprung in den Anden

Brian Williams ist 1950 in Lima als Sohn von Missionaren geboren und wuchs zweisprachig - englisch und spanisch - in den peruanischen Anden auf. Seit frühster Jugend lernte er die Schönheit der urwüchsigen Natur kennen und sie mit ihren Reichtümern, aber auch ihren Rauhheiten zu lieben. Hier begriff er zugleich, Entbehrungen als Gewinn anzusehen und materielles Streben aus seinen Träumen fern zu halten. Eine Prägung, die sein Leben nachhaltig bestimmen sollte.

Als Brian Williams 12 Jahre alt war, zog die Familie an die nördliche Küste Chiles in ein Domizil wenige Meter vom Strand entfernt. Die Faszination fürs Entdecken fremder Länder und Kulturen war geweckt und die Reiselust geschürt. 1966 kam Williams' Umzug nach Kalifornien, um die High School zu beenden und ein College zu besuchen. In einer Zeit der Hochphase der Hippie-Bewegung, die seinen Vorstellungen gewiss entgegenkam und seinem Wunsch nach künstlerischer Verwirklichung Nahrung bot.

Die Suche nach der Kunst

Brian Williams II
Lithograph, 2002
Sarah Brayer - Biografie
Sarah Brayer - Biografie
Between Snows
copyright Brian Williams

Zunächst sah er sich in der Kunstszene von New York um, die ihn jedoch enttäuschte. In einem Interview bezeichnete er seinen damaligen Eindruck von der westlichen Kunst gar als totgelaufen. Die einzig gültigen Werte seien Novität und ein gewisser konzeptueller Witz gewesen, sagte er. Und obwohl ihn nur noch 2 Monate vom College-Abschluss trennten, liess er alles stehen und liegen und fuhr als Maler mit einem Camping-Wagen in den Südwesten, um das alternative Künstlerleben zu realisieren. Doch schon bald fiel der Entschluss, seiner Freundin nach Japan zu folgen.

Neubeginn in Japan

Lediglich USD 300 soll er besessen haben, als er 1972 mit einem Ticket ohne Rückflug ins Flugzeug nach Japan stieg, um sich dort zunächst mit Englisch-Unterricht durchs Leben zu schlagen. Er lernte die Sprache, machte sich mit der Kultur und Kunst vertraut - ja, er wurde Japaner. Spätestens nach seiner Heirat mit der Japanerin Hidemi 1975 war seine Integration vollzogen. Manche Quellen berichten, er habe zudem das Kyoto Institute of Technology absolviert, womit sich seine Tätigkeit als technischer Übersetzer für Englisch und Spanisch in Verbindung bringen liesse.

Der künstlerische Druchbruch

Brian Williams III
Intaglio, 2002
Daniel Kelly - Biografie
Daniel Kelly - Biografie
Kitayama - Farmhouse in Snow
copyright Brian WIlliams

Sein Entschluss, die künstlerische Betätigung zum Beruf zu machen, stand weiterhin fest. Williams widmete sich den traditionellen japanischen Techniken, ebenso den neueren westlichen Drucktechniken wie Lithographie oder Radierung. Daneben malte er weiter in Öl und Aquarell. Durch kleine Ausstellungen wuchs sein Bekanntheitsgrad, bis schliesslich eine grosse Einzelausstellung 1978 in Kobe Brian Williams zum wichtigsten amerikanischen Künstler in Japan machte.

Zahlreiche Ausstellungen bescherten Williams inzwischen einen beachtlichen Erfolg in Japan wie in der ganzen Welt. Dennoch vermochte dieser den Künstler nicht von seiner Lebensphilosophie abzubringen. Mit seiner Familie führt er ein bescheidenes Dasein in einem liebevoll restaurierten alten, traditionellen Bauernhaus. Er wird als Künstler geschätzt und als Mensch verehrt. Immer wieder tritt er im japanischen Fernsehen als Experte der Kunst, aber auch als Anwalt der Umwelt und Natur auf.

Motive und Anliegen

Brian Williams IV
Mixed Media, 1999
David Stones - Biografie
David Stones - Biografie
Late Autumn
copyright Brian WIlliams

Die Liebe zur Natur - der unberührten wie der bewohnten - führte ihn an die beeindruckendsten Orte der Welt. Er bestieg 1993 mit seiner Tochter den Kilimanjaro (5895 m), durchquerte die Taklamakan-Wüste im Westen Chinas, wanderte in Nepal, erkletterte dort den Island Peak (6189 m) und besuchte das Everest Base Camp (5400 m). Selbstverständlich stets mit künstlerischen Utensilien im Gepäck, mit denen er nicht nur Bilder vollendete, sondern auch eine Materialsammlung für die Ausarbeitung im Atelier anlegte. Am liebsten arbeitet Williams vor der Natur, doch die aufwendigen Drucktechniken erfordern eine handwerkliche Umsetzung in der Werkstatt des Künstlers.

Ölgemälde und Aquarelle entstehen indes stets vor der Natur in allen noch so unmöglichen Lagen und Witterungsverhältnissen. Hier ist der Naturschützer und -bewunderer ganz in seinem Element. Dennoch gehe es ihm keinesfalls darum, seine Bilder als Werkzeuge seiner Lebensanschauung oder politischen Überzeugung zu missbrauchen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit des Naturschutzes müsse sich seiner Ansicht nach aus dem Begreifen der Naturschönheit von selbst ergeben. Seine Bilder sind denn auch pure Huldigungen an die Schönheit und Vollkommenheit der Schöpfung.

Seine Motive sind aber nicht nur Landschaften und Sonnenuntergänge. Die Romantik bäuerlichen Lebens unter einfachen Bedingungen sowie im Einklang mit dem Jahreszyklus ist sein häufigstes Motiv. Diese oft ärmlichen Bauernhöfe sind einerseits Ausdruck der Lebensphilosophie von Brian Williams, andererseits auch kontrastierende Staffage zur Inszenierung der Natur.

Stil und Technik

Brian Williams V
Etching and Aquatint, 1999
Clifton Karhu - Biografie
Clifton Karhu - Biografie
Monologue
copyright Brian WIlliams

Brian Williams ist in jeder angewandten Technik ein Perfektionist. Seine Bilder sind bis ins kleinste Detail ausgestaltet. Dabei ist das Licht ein wesentliches Element, das einerseits Klarheit in die Darstellung bringt, andererseits für die eigentümliche, nicht selten dramatische Atmosphäre verantwortlich ist.

Obgleich Brian Williams als Künstler Autodidakt ist, beherrscht er jede der von ihm angewandten Techniken mit höchster Präzision. Sowohl seine Aquarelle, Ölgemälde sowie Druckgraphiken - Radierungen, Lithographien und Monotypien - führt er mit nahezu fotorealistischer Genauigkeit aus, wobei selbst die einfachsten Motive eine Aufwertung, ja geradezu Veredelung erfahren.

Ausstellungen

Die Ausstellungstätigkeit von Brian Williams ist nicht detailliert dokumentiert. Zu den wichtigsten Präsentationen seiner Werke gehören jedoch auf alle Fälle die CWAJ-Ausstellungen der Druckgraphik in Tokio, an denen Williams seit 1983 teilnimmt. Weitere bedeutende Ausstellungsorte waren Kyoto, Yokohama, Kokura, Kanagawa, Osaka, Bodega Bay und San Francisco.

Sammlungen

Werke von Brian Williams wurden von zahlreichen Sammlungen weltweit angekauft. Zu den renommiertesten gehören:

  • British Museum, London.
  • Canadian Academy, Kobe.
  • Art Gallery of New South Wales, Australia.
  • Sanyo Electric Corporation.
  • Cincinnatti Art Museum, Ohio.
  • Portland Art Institute, Oregon.

rp (Juni 2008)
(überarbeitet von Dieter Wanczura im Juli 2009)

Publikationen

Betsy Franco und Michael Verne, "Quiet Elegance - Japan through the Eyes of Nine American Artists", publiziert von Charles E.Tuttle Company, Inc., 1997, ISBN 0-8048-3126-2.

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Saturday, November 21, 2009: Weekly auctions of Japanese prints from the 18th to 21st century and contemporary Chinese art prints. artelino art auctions since 2001.
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