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Bijin Grafiken der Shin Hanga Bewegung

Shin Hanga Bewegung
Shin Hanga Bewegung
The Female Image
copyright Hotei Publishing

This article in English: Bijin Prints from the Shin Hanga Movement

Die Shin Hanga Bewegung begann um das Jahr 1910 unter ihrem Mentor - dem Verleger Watanabe. Sie liess alte Ukiyo-e Motive wie Schauspielerportraits, Landschaftsgrafiken und Bijin-ga - Bilder schöner Frauen - wieder aufleben. Shin Hanga Künstler wie Goyo Hashiguchi oder Ito Shinsui führten das Thema zu neuen Höhen.

Die Bilder auf dieser Seite sind link-sensitiv und führen zu weiteren Artikeln zu diesem Thema oder zu anderen Web Sites, die Sie interessieren könnten.

Weniger bekannte Shin Hanga Künstler

Neben den grossen Künstlerstars des Shin Hanga gibt es etliche, die nur den engagierten Sammlern und Kunstfachleuten bekannt sind. Ihre Werke sind oft von tiefem Einfühlungsvermögen und grosser Schönheit. Zumeist wurden diese Grafiken der weniger bekannten Künstler nur in sehr kleinen Auflagen gedruckt. Deshalb sind Erstausgaben gesucht und auch nicht billig.

Dieser Artikel wurde durch das Buch "The female image - 20th century prints of Japanese beauties" inspiriert.

Hakutei Ishii 1882-1958

Hakutei Ishii - Biografie
Hakutei Ishii - Biografie
Shinbashi - 12 Ansichten von Tokyo
copyright protected

Hakutei Ishii schuf eine Serie von 9 Farbholzschnitten mit Darstellungen von Bijin in traditionellen Kimonos und mit einem kleinen Bild mit einer Szene aus Tokyo als eine Art Fenster innerhalb des Bildes. Der Name der Serie ist 12 Ansichten von Tokyo und wurde vermutlich mangels ausreichender Marktnachfrage nach nur 9 Blättern eingestellt.

Eine weitere Bijin Serie trägt den Titel 12 Bilder moderner Frauen.

Hakutei hatte an der Tokyo Akademie der Schönen Künste studiert - auch Kunst im westlichen Stil. Zu Beginn des Jahrhunderts unternahm er mehrere Reisen nach Europa. Trotz seiner bescheidenen Erfolge als Grafik-Künstler machte er als Maler eine beeindruckende Karriere und avanzierte zu einem angesehenen und hoch geschätzten Mitglied der japanischen Kunstszene.

Hakutei spielte eine bedeutende Rolle bei der Förderung der Sosaku Hanga Künstlerbewegung und als Lehrer für kommende Künstlergenerationen. Kishio Koizumi und Unichi Hiratsuka waren unter seinen Studenten.

Toyonari Yamamura 1886-1942

Ito Shinsui - Biografie
Ito Shinsui - Biografie
Maiko, 1924
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Toyonari Yamamura hatte das alte Ukiyo-e Handwerk noch als Schüler von Ogata Gekko erlernt. Er absolvierte im Jahr 1907 die Tokyo Akademie der Schönen Künste. Toyonari schuf ungefähr 30 Farbholzschnitte und einige Lithographien. Seine frühen Farbholzschnitte wurden von Watanabe herausgegeben. Später publizierte er seine Grafiken in Eigenregie.

Insho Domoto 1891-1975

Insho Domoto absolvierte im Jahr 1910 die Städtische Kyoto Schule der Schönen Künste und des Handwerks. Sein künstlerischen Schaffen wurde sogar mit einem eigenen Museum gewürdigt, dem Kyoto Prefectural Insho-Domoto Museum of Fine Arts. Ausgestellt werden ungefähr 2000 Werke - Malereien, Grafiken, Skizzen, Keramiken und mehr. Das Museum wurde im Jahr 1966 gegründet. Im Jahr 1961 hatte Domoto den Orden um kulturelle Verdienste erhalten.

Kanpo Yoshikawa 1894-1979

Paul Jacoulet - Biografie
Paul Jacoulet - Biografie
Bijin Hinazo, 1922
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Kanpo Yoshikawa entwarf zwischen 1916 und 1925 Grafiken mit Darstellungen von Schauspielern und Maikos. Maiko ist der Name für junge Geisha Lehrlinge. Der Künstler hatte sich während seiner Laufbahn auch sehr für Musik und das Kabuki Theater interessiert.

Hashiguchi Goyo 1880-1921

Hashiguchi Goyo schuf während seines kurzen Lebens nur 14 Farbholzschnitte - den ersten mit 35 Jahren und den letzten kurz vor seinem Tode mit 41. Diese Grafiken zählen zum Feinsten vom Feinen und zu den teuersten japanischen Farbholzschnitten der Shin Hanga Kunstbewegung. Sie machten Goyo unsterblich.

Nur sein erster Farbholzschnitt wurde von Watanabe verlegt. Dann machte der Künstler eine Pause von der Grafikkunst von 3 Jahren bevor er 13 weitere Holzschnitte schuf. Diese verlegte er selbst in einer Art von Abonnementverfahren und konnte sie trotz sehr hoher Preise erfolgreich verkaufen.

Von den 14 Grafiken, die er zu Lebzeiten schuf, sind 9 Darstellungen schöner Frauen, 4 Landschaftsdarstellungen und eine ein Tiermotiv (Enten). Nach seinem frühen Tode veröffentlichten seine Erben 7 weitere Grafiken nach Skizzen, die der Künstler noch zu Lebzeiten anfertigte.

Sammler sollten wissen, dass es auf dem Markt exzellente Reproduktionen von Hashiguchi Grafiken gibt. Vorsicht und Augen auf!

Suizan Miki 1887-1957

Takeji Asano - Biografie
Takeji Asano - Biografie
Kiyomizu Tempel
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Miki Suizan stammte aus Kyoto - dem zweiten Zentrum für Shin Hanga Grafiken hinter Tokyo. Suizan hatte bei Takeuchi Seiho studiert und wurde ein anerkannter Maler im traditionellen japanischen Stil. Er gehört zu jenen Künstlern, die gelegentlich auch Grafiken machten.

Nur 14 unterschiedliche Farbholzschnitte sind von Suizan Miki bekannt - 6 mit Bijin Themen und 8 Landschaften. Sie wurden alle von Sato Shotaro in den Jahren 1924 und 1925 unter dem Titel Ausgewählte Ansichten von Kyoto verlegt.

Ito Shinsui 1888-1972

Ito Shinsui war ein Schüler von Kiyokata Kaburagi. Im Alter von nur 17 Jahren wurde er bereits zu den offiziellen Bunten Kunstausstellungen zugelassen. Sein Lehrer Kiyokata Kaburagi hatte den ersten Kontakt mit Watanabe hergestellt. Die Zusammenarbeit zwischen Shinsui und Watanabe sollte ein ganzes Leben lang anhalten. Shinsui entwarf für Watanabe bis ca. 1960 vor allem Bijin Themen und Landschaften.

Im Jahr 1952 wurde das Werk des Künstlers zum unberührbaren lebenden Schatz erklärt - eine der höchsten öffentlichen Auszeichnungen auf dem Gebiet von Kunst und Kultur in Japan. Im Jahr 1970 erhielt Shinsui den Orden der aufgehenden Sonne.

Shuho Yamakawa 1898-1944

Shuho echter Name war Yamakawa Yoshio. Ganz im Stil traditioneller Ukiyo-e Schüler nahm er den Künstlernamen von seinem Lehrer Shuho Ikegami (1874-1944) an. Wie bei vielen der Shin Hanga Künstler, war auch seine Gesamtzahl grafischer Werke klein. In den zwanziger Jahren schuf er eine Serie mit schönenen Frauen in traditionellen Kimonos.

Kiyoshi Kobayakawa 1889-1948

Kiyoshi Kobayakawa schuf Bijin Grafiken mit Abbildungen japanischer Frauen sowohl in moderner als auch in traditionellem Gewand. Von 1930 bis 1931 entwarf er eine Serie von 6 Blättern mit dem Titel Moderne Mode-Stile. Eine weitere Serie zeigt Frauen, die zu westlicher Musik im Stil der zwanziger Jahre tanzen.

Tatsumi Shimura 1907-1980

Tatsumi Shimura - Biografie
Tatsumi Shimura - Biografie
Oibane - Battledore, 1953
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Tatsumi Shimura arbeitete als Illustrator für eine Frauenzeitschrift bevor er nach dem Ende des zweiten Weltkriegs seine ersten Bijin Grafiken veröffentlichte. Seine Ursprünge in der Modeindustrie werden in Entwürfen wie Frau mit Ballschläger aus der Serie 5 moderne Schönheiten recht deutlich. Die Serie wurde als limitierte Auflage von 200 publiziert.

Tatsumi Shimura arbeitete vor allem als Maler im traditionellen japanischen Stil und machte nur gelegentlich ein paar Grafiken. Diese sind deswegen auch selten.

Dieter Wanczura
(Januar 2003, November 2009)

Literaturquellen für diesen Artikel über Shin Hanga

  • The female image - 20th century prints of Japanese beauties, ABE PUBLISHING LTD., Tokyo & Hotei Publishing Leiden, ISBN 90-74822-20-7
  • Helen Merritt and Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", published by University of Hawaii Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X
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