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Benkei - 1155-1189

Benkei I
Tadamasa Ueno - Biografie
Tadamasa Ueno - Biografie
von Tadamasa Ueno 1904-1970
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This article in English: Benkei Saito Musashibo

Saito Musashibo Benkei war ein historischer Mönchs-Krieger im mittelalterlichen Japan von enormen Kräften und wurde zur Legende. Über Jahrhunderte hinweg blieb die Figur des Benkei ein Thema für Kabuki und Noh Dramen und für unzählige Darstellungen auf japanischen Kunstobjekten. Er ist der Inbegriff eines Kerls stark wie ein Grizzly Bär, aber mit einem grossen Herzen und seinem Herrn in bedingungsloser Treue ergeben - eine Eigenschaft, die bis heute in der japanischen Gesellschaft zu den höchsten Tugenden zählt.

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Oniwaka - das Kind des Teufels

Bereits die Geburt und Jugend von Benkei ist von Legenden umrankt. Seine Mutter war die Tochter eines Dorfschmieds und starb bei der Geburt. Nach einer Erzählung war sein Vater der Obermönch eines Tempelschreins, der seine Mutter vergewaltigt hatte. Nach einer anderen Legende war er der Nachkomme eines japanischen Tempel-Gottes. Und er soll nicht nach 9 Monaten, sondern erst nach 18 Monaten Schwangerschaft zur Welt gekommen sein - ein Monstrum mit wilden Haaren und langen Zähnen.

Wie auch immer die Umstände seiner Geburt gewesen sein mögen, das Kind war ein ausgeprägter, kleiner Windel-Rocker. Bald nannte ihn jedermann in seiner Umgebung Oniwaka - das "Kind des Teufels".

Seine entnervten Pflegeeltern gaben den kleinen Rowdy bald in die Obhut eines Klosters. Als auch die Mönche von ihm genug hatten, reichten sie ihn zum nächsten Kloster - und so weiter... Benkei lernte während seiner Jugend viele Tempel und Klöster kennen.

Der Yamabushi Banditen-Mönch

Benkei II
Japanische Farbholzschnitte
Japanische Farbholzschnitte
von Masamitsu Ota 1892-1975
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Im Alter von 17 Jahren war er zu einem Riesen von über 2 Metern und schier übernatürlichen Kräften herangewachsen. Da er ständigen Ärger mit seinen Ordensvorgesetzten und Mönchs-Kollegen hatte, zog er schliesslich fort und schloss sich den Yamabushi an. Das war eine Sekte wandernder Mönchs-Banditen, die als Zeichen ihrer Gruppenzugehörigkeit kleine schwarze Käppis trugen. Bilder mit Benkei auf japanischen Farbholzschnitten zeigen ihn oft mit dieser kleinen schwarzen Mütze.

Krieger und Mönch in einer Person zu sein, war im feudalen Japan nicht ungewöhnlich. Die buddhistischen Klöster spielten damals eine bedeutende militärische und politische Rolle. Dies dauerte bis zur Herrschaft des Tyrannen Oda Nobunaga, der gegen die Klöster erbittterte Kriege führte und sie schliesslich mit der blutigen und brutalen Belagerung des Bergklosters von Hiei im Jahr 1571 unterwarf.

Als Yamabushi führte Saito Musashibo Benkei - so nannte er sich jetzt - ein Räuberdasein. Er postierte sich an der Goyo Brücke von Kyoto wo er jedem, der die Brücke passierte mit Gewalt sein Schwert abnahm. Auf die Weise hatte er 999 Schwerter angehäuft.

Kampf auf der Goyo Brücke

Benkei III
Kunisada - Biografie
Kunisada - Biografie
Benkei und Yoshitsune
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Eines abends, als Benkei auf der Goyo Brücke nach seinem tausendsten Schwert Ausschau hielt, kam Yoshitsune, ein junger Mann mit kleiner und zarter Statur daher. Er trug ein schönes Schwert und spielte auf einer Flöte.

Es war ein ungleicher Kampf, aber nicht wie man es erwartet hätte. Nicht der körperlich überlegene Benkei gewann, sondern der agile Yoshitsune. Er bezwang den ungehobelten Riesen mit seinen schnellen und geschickten Ausweichmanövern und Sprüngen und mit seiner hervorragenden Schwertkampftechnik.

Yoshitsune hatte seine Ausbildung im Schwertkampf von den Tengu erhalten. Das sind mythologische Wesen, halb Mensch, halb Tier. Und die Tengu sind Meister in allen Kampfkünsten.

Bilder von Yoshitsune beim Training im Schwertkampf und in anderen Kampfeskünsten gehören zu den interessantesten Themen auf japanischen Farbholzschnitten. Man findet sie zumeist als Triptyche oder Diptyche. Die Tengu werden als lustig aussehende kleine Kobolde dargestellt. Die Tengu Oberhäupter sind an ihren grossen dicken Nasen zu erkennen.

Der treue Vasall

Benkei IV
Kabuki Theater
Kabuki Theater
von Kunisada Utagawa 1786-1865
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Nach dieser bemerkenswerten "Mutter aller Schwertschlachten" gelobte Benkei Yoshitsune ewige Treue. Sein Leben nahm von da ab eine Wende. Er begleitete jetzt seinen neuen Herrn durch zahlreiche Abenteuer und Schlachten als treuer Vasall und Assistent.

Es war die Zeit der Genpei Kriege, als der Clan der Minamato schliesslich ihren Erzrivalen, den Clan der Taira nach erbitterten Kämpfen besiegen konnten. Yoshitsune, war der brilliante militärische Führer der Minamato. Japanische Geschichts- und Legendenbücher und Kabuki Stücke sind voll mit Yoshitoshis kühnen und klugen Feldzügen. Und immer an seiner Seite Benkei - gefürchtet von den Feinden und verehrt von Lesern und Film- und Theaterbesuchern.

Benkei blieb bis zum heutigen Tag eine Figur, die von den Kindern in Japan genauso bewundert und geliebt wird wie "Pooh Bär" von amerikanischen Kindern.

Loyalität bis zum bitteren Ende

Benkei V
Kabuki Theater
Kabuki Theater
Ichikawa Danjuro als Benkei
copyright Paul Binnie

Yoshitsune erreichte den Höhehpunkt seines Erfolges in der Seeschlacht von Dannoura, in der er die Minamato in ihrem endgültigen Sieg gegen die Taira führte. Leider nahm dann das Schicksal eine schlechte Wende für ihn. Sein Halbbruder Yoritomo wollte sich seiner mit allen Mitteln entledigen und schickte seine Truppen gegen ihn.

Als Yoshitsune vor seinem Bruder fliehen musste, erwies sich Benkei als wahrer Freund. Er begleitete seinen Herrn während der Rückzüge und Fluchten vor dem bösen Yoritomo über zwei Jahre.

Jetzt zeigte Benkei sogar, dass er mehr war als nur ein Rambo Kämpfer. Mehr als einmal holte er seinen Herrn aus gefährlichen Situationen raus - nicht durch die Anwendung von Gewalt, sondern mit schlauen Tricks. Berühmt ist die Episode, in der er einen Kontrollposten von Yoritomo's Leuten mit einer List austrickst.

Aber weder die grossen Kräfte von Benkei, noch seine Listen konnten das unvermeidbare Schicksal abwenden. Am Ende sind Yoshitsune mit Benkei und wenigen Getreuen in der Burg von Takadachi von den Truppen Yoritomos umzingelt. Yoshitsune bringt zuerst seine eigene Frau und seine Kinder um, damit sie dem Feind nicht in die Hände fallen und dann sich selbst.

Benkei starb als aufrechter Held. Von unzähligen Pfeilen durchbohrt, kämpfte er bis zum bitteren Ende. Und selbst als er schon tot auf dem Boden lag, beschützte er noch seinen Herrn. Sein massiger Körper blockierte den Eingang zu dem Raum, in dem sich Yoshitoshi befand. Niemand wagte es über seinen Körper zu steigen.

Die Legende besagt, dass der tote Yoshitsune und Benkei in Wirklichkeit Doppelgägner waren und dass die echten Benkei und Yoshitsune entkommen konnten und ein glückliches Leben bis ans Ende Ihrer Tage führten.

Dieter Wanczura
(April 2003, überarbeitet Oktober 2009)

Literaturquellen für diesen Artikel über Benkei

  • Henri L. Joly, "Legend in Japanese Art", published by Kegan Paul, Trench, Trubner and Co., 43 Great Russel Street, , London, W.C.1
  • Friedrich B. Schwan, "Handbuch Japanischer Holzschnitt", 2003, IUDICIUM Verlag, Postfach 701067, D-81310 München, ISBN 3-89129-749-1
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