This article in English: Ay-o - The Rainbow Man
Ay-O oder Ai-O ist der Künstlername des 1931 geborenen Japaners Takao Iijima. Er stammt aus der Präfektur Ibaraki an der pazifischen Küste der Insel Honshu in der Nähe von Tokio, wo Ay-O auch studierte. Bekannt wurde er allerdings nicht nur in Japan als Maler und Grafikkünstler, "Rainbow Man" genannt. Weltweites Ansehen erlangte er in den USA und in Europa mit seinen Siebdrucken und Radierungen in kräftigen Regenbogen-Farben.
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1945 schloss Ay-O sein Studium an der Hochschule für Didaktik der Kunst in Tokio ab. Ein Jahr darauf präsentierte er bereits seine Arbeiten in seiner ersten Einzelausstellung in der Takemiya Galerie in Tokio. In Japan blieb er der Druckgraphik treu, doch in einer zeitgemässen Variante, die von einer konstruktiven Bauweise der Bildgegenstände aus Streifen oder Feldern in leuchtenden Farben geprägt ist.
Die Farbigkeit des Regenbogens und die Auflösung der Realität in seine Spektralfarben faszinierten den Künstler, der damit die japanische Naturphilosophie mit moderner Kunstauffassung verband. Häufig griff Ay-O traditionelle Motive des japanischen Holzschnitts auf und übertrug sie in seine zeitgenössische Sprache. Bisweilen übernahm er konkrete Werke grosser japanischer Meister des Holzschnitts, etwa eines Utagawa Kunisada (1786-1864), um die Kontinuität der Tradition zu unterstreichen.
Doch Ay-O führte auch ein zweites Leben. Dazu ging er 1958 nach New York und gehörte zu den Begründern der Fluxus-Bewegung. Der aus Litauen stammende, gleichaltrige George Maciunas und seine zwei Jahre jüngere Künstlerkollegin Yoko Ono - die spätere Frau von John Lennon - führten ihn 1961 in die entsprechenden Künstlerkreise ein. Bereits 1963 nahm Ay-O an Aktionen und Ausstellungen der Fluxus-Gruppe aktiv teil. Sein erstes Rainbow-Happening fand 1964 in der Carnegie Hall in New York statt.
Über die enge Zusammenarbeit mit international tätigen Künstlern wie dem Dichter Emmett Williams, Komponisten Dick Higgins and Videokünstler Nam June Paik lag der Weg nach Europa nicht weit. Seiner Regenbogen-Philosophie blieb Ay-O treu, fand aber ein Äquivalent in der westlichen Kunstsprache. 1966 verfasste er das "Rainbow Manifesto", das eine gewisse Verwandtschaft zu den Dadaistischen Manifesten nicht leugnet und nicht zuletzt damit eine Brücke nach Europa schlägt.
Im selben Jahr vertrat Ay-O bereits sein Land bei der Biennale in Venedig. Er reiste durch Europa und nach Indien. 1968-69 lehrte er an der University of Kentucky. Seine Werke waren in zahlreichen renommierten Galerien und Museen zu sehen. Doch seit 1996 sind keine Nachrichten von Ay-O auffindbar. Seine Werke wurden zu Raritäten auf dem Kunstmarkt.
Die Ausstellungstätigkeit von Ay-O in den USA, in Europa und in Japan ist nicht genau dokumentiert, doch die wichtigsten Ausstellungen renommierter Häuser sind bekannt:
rp (April 2007)
(editiert und überarbeitet von Dieter Wanczura, Mai 2009)
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Thursday, February 09, 2012:
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