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Alfons Mucha 1860-1939

Alfons Mucha ist mit seinen dekorativen Postern zu einer Art Flaggschiff des Jugendstils geworden. In den 60-iger Jahren lebten seine Poster als Reproduktionen wieder auf und waren unter der Generation der Blumenkinder und Hippies sowas wie ein Kultobjekt.

Alfons Mucha - seine Ausbildung

Alfons Maria Mucha wurde in Ivancice, einer kleine Provinzstadt in Tschechien geboren.

Er begann seine künstlerische Laufbahn als Autodidakt. Von 1879 bis 1881 besuchte er eine Schule für Bühnendekoration in Wien. In den Abendstunden besuchte er eine Zeichenklasse. Nach einigen kleineren Aufträgen für dekorative Malereien ging er nach München in Bayern. Dort studierte er an der Münchener Akademie der Künste von 1885 bis 1887.

Von München zog es Alfons Mucha nach Paris, das damalige Mekka der Künste. Er nahm Unterricht bei verschiedenen Lehrern, lebte in bescheidenen Verhältnissen und konnte sich mit kleinen Aufträgen für Buchillustrationen über Wasser halten. Für kurze Zeit hatte er ein gemeinsames Studio mit Paul Gauguin.

Der Durchbruch

Im Dezember 1894 wurde Alfons Mucha mit einem Auftrag für die Schauspielerin Sarah Bernard über Nacht bekannt. Sarah Bernhard war damals eine berühmte Schauspielerin. Heute würde man sie einen Star oder eine Celebrity nennen. Muchas Entwurf für ein Poster für das Theaterstück Gismonda wurde eine Sensation in Paris. Sarah Bernhard war entzückt und gab Mucha einen Exklusivvertrag über 5 Jahre. In den folgenden Jahren entwarf er nicht nur alle ihre Poster, sondern auch ihre Theaterdekorationen und -kostüme. Alfons Mucha wurde mit allen möglichen Aufträgen für kommerzielle Werbung überflutet.

Alfons Mucha - sein Stil

Alfons Mucha hatte jetzt seinen eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt - Jugendstil Symbole, zarte Farben und dekorative Elemente aus dem Byzanthinismus. Und alle diese Elemente wurden um Bilder von feenhaften, jungen Frauen mit langen, wallenden Haaren und prächtigen Kleidern gerankt.

Für seine Poster benutzte Mucha die Technik der Lithografie. Die meisten sind im Stein signiert. Einige der Poster wurden auch als ganzer Satz herausgegeben - wie zum Beispiel die Vier Jahreszeiten. Solche kompletten Sätze werden unter Sammlern natürlich am meisten gesucht.

Öffentliche Anerkennung

Im Jahr 1890 hatte der Künstler seine erste Einzelausstellung mit 448 präsentierten Werken. Muchas Kunst war nicht auf das Printmedium beschränkt. Er entwarf Tücher, Briefmarken und sogar Banknoten. Im Jahr 1900 erhielt er einen Auftrag von der österreichischen Regierung, den Landespavillion auf der Weltausstellung in Paris auszustatten. Alfons Mucha begann zu der Zeit auch Schmuck zu entwerfen.

Zwischen 1904 und 1921 reiste er häufig in die Vereinigten Staaten. Er nahm dort Aufträge an und lehrte an Kunstakademien in New York und Chicago.

Im Jahr 1939 besetzten die deutschen Nazis die damalige Tschewoslowakei. Seine Popularität machten Mucha zu einer Zielscheibe für die berüchtigte Gestapo, die Geheimpolizei der Nazis. Er wurde verhaftet, verhört und wieder freigelassen. Wenige Tage später, am 14. Juli 1939 starb Alfons Mucha in Prag.

Dieter Wanczura
(August 2001, überarbeitet September 2009)

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